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https://www.dresden.de/de/kultur/kunst-und-kultur/bildendekunst/kunst-im-oeffentlichen-raum/aktuelles.php 09.05.2023 11:17:03 Uhr 05.03.2024 09:36:20 Uhr

Aktuelles

Ausstellung

Alle Wettbewerbsbeiträge können vom 02. bis 18. Juli 2021 im Stadtmuseum Dresden (Festsaal des Landhauses) besichtigt werden.

Künstlerischer Wettbewerb 2021 Promenadenring Ost

Aus sieben eingereichten Vorschlägen für Kunst im öffentlichen Raum setzte sich der Entwurf „Standbein – Spielbein“ der Künstlergruppe Inges Idee im Wettbewerb für den Planungsbereich Promenadenring Ost und die daran anschließende Fläche bis zur Wilsdruffer Straße durch. Für die Realisierung der künstlerischen Arbeit werden 130.000 Euro durch die Kunstkommission zur Verfügung gestellt. Die Realisierung ist für 2022 geplant. Alle Entwürfe sind vom 2. bis 18. Juli im Stadtmuseum Dresden zu sehen.

Die Kunstkommission für Kunst im öffentlichen Raum hat sich im September 2020 für die Durchführung des Wettbewerbes im Planungsbereich Promenadenring Ost ausgesprochen. Sie vertrat dabei die Auffassung, dass der Bereich des Pirnaischen Platzes aufgrund seiner exponierten Lage und stadträumlichen Bedeutung in der Gesamtkonzeption des Promenadenrings besondere Beachtung verdient, der durch die Integration einer markanten künstlerischen Arbeit Rechnung getragen werden sollte.

Siegerentwurf „Standbein – Spielbein“ der Künstlergruppe Inges Idee

Erläuterung zum Entwurf: „Standbein – Spielbein“

Die Bebauung des Pirnaischen Platzes aus der Gründerzeit und DDR Ostmoderne spiegelt bereits die vielfältige Geschichte des Ortes. Der vorliegende Entwurf versucht den urbanen Transitraum mit seiner „programmatischen Weite sozialistischer Verkehrsplanung“ in einer Art „skulpturaler Akupunktur“ zu aktivieren und in ein spannungsvolles Verhältnis von Geschichte und Gegenwart zu setzten. 

Der Entwurf stellt eine unerwartete Unterbrechung der alltäglichen Wahrnehmung des von ständiger Bewegung geprägten Platzes dar. Er ist mit dem Standbein fest in der vorgefundenen städtebaulichen Situation verankert, und bildet mit dem Spielbein augenzwinkernd ein neues, metaphorisches Stadttor. Beide Akteure sind so (auch wörtlich in ihrer Funktion als Beleuchter) in der Lage, unterschiedlichste Aspekte des Ortes und seiner bewegten Geschichte ans „Licht“ zu bringen.

Künstlergruppe Inges Idee (Berlin)

 

Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt:

„Der künstlerische Entwurf „Standbein – Spielbein“ überzeugt das Preisgericht, weil es sich um ein in besonderem Maße gelungenes, sichtbares Zeichen im Stadtraum handelt. Die künstlerische Sprache wird als eigenständig, stark und selbstbewusst wahrgenommen. Das Kunstwerk ist eine dem Ort außerordentlich angemessene, skulptural ausgeprägte und konzeptuelle Setzung. Der klar definierte Standort nimmt Bezug auf die beiden Hauptsichtachsen des Platzes. Die Farbgebung in Rot und Grün ist komplementär und ermöglicht einen assoziativen Bezug zum Platz als Verkehrsraum und seinen Signalzeichen.

Das Preisgericht würdigt die hintersinnige Transformation eines funktionalen Elements, also einer vorhandenen Leuchte in ein skulpturales Kunstwerk und die vielschichtigen Interpretationsansätze, welche sich in der Kombination mit der comichaft verzerrten Leuchte nach historischem Vorbild ergeben. Das Kunstwerk ermöglicht in seiner Gesamtheit eine positive Identifikation. Die Anordnung der beiden Elemente des Kunstwerkes macht einen Verweis auf eine Art Tor zum Promenadenring in besonderem Maße deutlich. Die Anmutung einer Durchgangssituation bzw. eines Tores ermöglicht einen gelungenen Bezug zum Platz und seiner Geschichte als ehemaliger Standort des Pirnaischen Tores.“

Zum Verfahren

Für das Wettbewerbsverfahren hat die Kommission verschiedene künstlerische Positionen vorgeschlagen. Insgesamt wurden 26 Vorschläge mit dem Ziel diskutiert, ein möglichst breites Spektrum an künstlerischen Handschriften abzubilden. Neben einer internationalen Verankerung der Künstlerinnen und Künstler spielte auch deren biographische oder berufliche Verbindung zur Stadt Dresden eine Rolle. Insgesamt sieben Künstlerinnen und Künstler wurden aus den Vorschlägen nominiert und zur Teilnahme am Wettbewerb eingeladen.

Im Rahmen des Wettbewerbes wurde erwartet, dass die künstlerische Arbeit eigens für diesen Ort und diese Aufgabe entwickelt wird. Sie soll sich an diesem Platz behaupten, einen eigenen Raum, eine besondere Atmosphäre erzeugen oder einen souveränen Akzent setzen: in jedem Falle wahrnehmbar, vielleicht identitätsstiftend, möglicherweise irritierend, im besten Sinne aufregend. Eine unerwartete Unterbrechung der Alltagserfahrung, eine Arbeit, die einlädt zum Innehalten, zum Hin-, Nach- und Umschauen und sich erlebnishaft in die urbane Textur des Pirnaischen Platzes einschreibt. Der künstlerischen Idee waren keine inhaltlichen, formalen oder medialen Grenzen gesetzt, die Verortung und Ausführung unterliegt jedoch den konkreten Rahmenbedingungen vor Ort.

Die Jury war zusammengesetzt aus Fach- und Sachjuroren. Der Entwurf wird aktuell auf seine Realisierbarkeit am vorgeschlagenen Standort konkret geprüft.

Weitere am Wettbewerb beteiligte Künstlerinnen und Künstler

Prof. Ursula Sax
Zweite Anerkennung der Jury: Die Arbeit erhält eine Anerkennung, weil sie auf der weitläufigen Fläche des Pirnaischen Platzes, der charakterisiert ist durch eine Vielzahl sich kreuzender Verkehrswege und –anlagen, eine monumentale, weithin sichtbare Skulptur vorschlägt. Sie signalrote Doppelfigur „Augusta“ nimmt Bezug auf ihren Namensvetter auf der anderen Elbseite und antwortet auf dessen goldglänzende imperiale Gestalt mit einer optimistischen, an alle gerichteten Geste des Jubelns.

Andreas Siekmann
Erste Anerkennung der Jury: Der Entwurf „Archigraf für Dresden“ nimmt inhaltlich und formal Bezug sowohl auf den Ort als auch auf gesellschaftspolitische Spannungsfelder. Die Leuchtreklame „Mission Lifeline Search and Rescue“ wirbt für eine Dresdner Initiative zur Seenotrettung. Im Rekurs auf die historische Leuchtschrift „Dresden grüßt seine Gäste“ wird die deutsche Willkommenskultur sowie Ressentiments gegenüber Fremden thematisiert. Die Jury würdigte den Entwurf mit einer Anerkennung.