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https://www.dresden.de/de/wirtschaft/wirtschaftsstandort/projekte-kooperationen/smartcity/herone.php 10.12.2020 14:00:41 Uhr 23.06.2021 03:28:47 Uhr

Dresdner Leichtbau für urbane Elektroflugzeuge

Flugtaxis (Illustration)

Weltweit werden Millionen von Stunden tagtäglich in Staus verbracht. Vor allem in Megastädten ist neben der Zeitverschwendung auf der Straße die Emissionsbelastung gravierend. Kleine elektrisch angetriebene Flugtaxis bieten die Lösung dem Stau und der konzentrierten Luftverschmutzung aus dem Weg zu gehen. Die zukünftigen Hersteller dieser Flugtaxis wie beispielsweise Lilium wollen dem durch moderne Mobilitätskonzepte entgegenwirken. So soll künftig ein Netzwerk aus kleinen Elektroflugzeugen einen schnellen und zuverlässigen Transport von Personen sowie Waren ermöglichen. Diese Flugtaxis werden elektrisch angetrieben und starten bzw. landen senkrecht (electric vertical take-off and landing, kurz: eVTOL). 

Auf Grund des hohen Gewichts der Batterien, die zum elektrischen Fliegen notwendig sind, ist für den effizienten Betrieb von Flugtaxis ein konsequenter Leichtbau unabdingbar. Zwar werden bereits heute große Passagierflugzeuge aus kohlenstofffaserverstärkten Verbundwerkstoffen – so genanntem Carbon – gebaut jedoch nur in sehr geringer Anzahl. Im Gegensatz dazu werden elektrische Flugtaxis künftig zu tausenden benötigt. Der damit einhergehende Bedarf an Hochleistungs-Faserverbundbauteilen steigt entsprechend drastisch an und kann mit den bisherigen Fertigungstechnologien nicht gedeckt werden. Neue, effiziente und automatisierbare Fertigungstechnologien zur großserienfähigen Produktion von Faserverbund-Komponenten sind dafür erforderlich. 

Die herone GmbH - eine Ausgründung des Instituts für Leichtbau und Kunststofftechnik (TU Dresden) mit Sitz in Dresden - tritt dem entgegen und verfolgt das Ziel der Entwicklung und dem Aufbau einer großserientechnischen Fertigung ultraleichter Carbon-Profile für die urbane Mobilität der Zukunft. 

Die Forscher des Instituts für Leichtbau und Kunststofftechnik entwickelten in mehreren FuE-Projekten eine dafür geeignete Fertigungstechnologie und streben mit der Ausgründung der herone GmbH die Industrialisierung ihrer Forschungsarbeit an. So nutzt die herone GmbH die in der Textiltechnik etablierte Flechttechnologie, überträgt diese auf die Verarbeitung von Carbon-Materialien und fertigt vollautomatisiert in großer Stückzahl Bauteile für die Luftfahrt.

Das gesamte herone Team arbeitet nun an der weiteren Umsetzung zur kostengünstigen Serienherstellung von Composite-Luftfahrtbauteilen und dem Aufbau von Entwicklungs- und Produktionskapazitäten am Standort Dresden.

Neuigkeiten

eim Spatenstich: Dr. Robert Franke (LHD, Amtsleiter Wirtschaftsförderung), Uwe Laule (Family Vaule, Geschäftsführer), Alexander Rohkamm (herone, Mitgründer und Prokurist)
eim Spatenstich: Dr. Robert Franke (LHD, Amtsleiter Wirtschaftsförderung), Uwe Laule (Family Vaule, Geschäftsführer), Alexander Rohkamm (herone, Mitgründer und Prokurist)

Gewerbepark Meschwitz: Leichtbau-Startup bekommt Produktionshalle
Großserienproduktion kann 2021 starten

Heute, Dienstag, 8. Dezember 2020, startete das Dresdner Leichtbau-Startup „herone“ mit seinen Partnern den Neubau einer fast 700 Quadratmeter großen Produktionshalle im Dresdner Industriegelände mit einem symbolischen Spatenstich. Die herone GmbH ist eine Ausgründung des Instituts für Leichtbau und Kunststofftechnik der Technischen Universität. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Entwicklung und Produktion thermoplastischer Faserverbund-Profile für Hochleistungs-Anwendungen, wie sie etwa in der Luft- und Raumfahrt-Branche gefragt sind. Daniel Barfuß, Geschäftsführender Gesellschafter der herone GmbH: „Mit einem eigenen Produktionsstandort ist es uns ab 2021 möglich, unsere Hightech-Produkte zum Beispiel für Flugtaxis, in Großserie und Made in Germany zu fertigen.“
Mit dieser Idee haben sich die Forscher bereits 2018 erfolgreich um die Innovationsförderung der Landeshauptstadt beworben und dafür über 90.000 Euro eingeworben. Dr. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung: „herone ist ein Paradebeispiel für die Wirksamkeit unseres Förderinstruments. Forschung und Entwicklung zukunftsweisender Ideen werden gezielt unterstützt sowie Ansiedlung und weitere Wertschöpfung in Dresden forciert. Nun in weniger als einem Jahr vom Uni-Büro in eine Produktionshalle mit Bürogebäude ziehen zu können, ist eine außergewöhnliche Leistung, die uns stolz macht.“

Auf der Suche nach einem neuen Standort vermittelte der Immobilienservice der Wirtschaftsförderung. Letztlich möglich gemacht hat den Neubau der Halle das Leipziger Immobilien-Unternehmen Family Value – ganz nach den Bedürfnissen des Startups. Geschäftsführer Uwe Laule: „Wir freuen uns, dass herone nach dem Bezug der Büros für Forschung und Entwicklung zu Jahresbeginn demnächst auch auf unserer Liegenschaft produzieren wird. Mit den Hightech-Gründern entwickelt sich der Gewerbepark Meschwitz 21 weiter zum Zukunftsstandort. Dank des Einsatzes der Wirtschaftsförderung und der Leistungsfähigkeit der Dresdner Verwaltung hielten wir als Investoren innerhalb von zwei Monaten die Baugenehmigung in der Hand. Hut ab, das hatten wir noch nie!“ Die Fertigstellung der Halle ist für März 2021 geplant.

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