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https://www.dresden.de/de/wirtschaft/wirtschaftsstandort/projekte-kooperationen/smartcity/fraunhofer-ivi.php 08.06.2018 12:23:02 Uhr 13.11.2019 10:31:05 Uhr

Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI

Unternehmen

Das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI ist Teil der Fraunhofer-Gesellschaft, der größten Forschungsorganisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa. Derzeit beschäftigt das Institut rund 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Verkehrssysteme und Elektromobilität sowie Systemintegration und dem Energiemanagement verschiedener Speichertechnologien.

In den letzten Jahren entstanden im Auftrag von öffentlichen Einrichtungen und Industrieunternehmen mehrere IKT-basierte Flottenbuchungs-, Reservierungs- und Management-Plattformen sowie Ticketing- und Tarifanwendungen.

Darüber hinaus hat das Fraunhofer IVI verschiedene Versuchsfahrzeuge entwickelt, die mit Energiespeichern wie Lithium-Ionen-Batterien und Superkondensatoren ausgestattet sind. In diesen experimentellen Fahrzeug-Plattformen konnten prototypische Anwendungen für Heizung und Kühlung unter Verwendung neuer Hardware und Algorithmen implementiert werden, um das Thermomanagement von Elektrofahrzeugen zu optimieren. Verschiedene Prüfstände im Haus ermöglichen die

elektrische und thermische Charakterisierung von Energiespeichern. Dazu gehören sowohl Einzelzellenprüfstände als auch komplette Batteriesystemprüfstände. Das Institut verfügt über eine umfangreiche Expertise in der thermisch-elektrischen Modellierung, Auslegung, Konstruktion und Implementierung verschiedener Arten von Energiespeichern.

Das Fraunhofer IVI bietet umfassende FuE-Dienstleistungen entlang der Entwicklungskette, wie z. B. Machbarkeitsstudien, Spezifikationen, Praxisbewertungen, Messkampagnen und die Entwicklung prototypischer IKT-Systeme.

Beitrag / Aufgabenstellung in MAtchUP – ggf. mit Foto 

Im MAtchUP-Teilprojekt "LIS.ON" wird das Institut einen IKT-Dienst entwickeln, der den Ladebedarf (geplant oder on-demand) von Elektrofahrzeugnutzern im Dresdner Stadtteil Johannstadt mit der planmäßigen Nutzung von Quartierspeichern überbrückt. Dabei spielt die geplante bzw. vorhergesagte Auslastung des Quartierspeichers eine entscheidende Rolle. Dieser wird aus nachhaltigen Quellen (wie Photovoltaik) geladen und für unterschiedliche Anwendungen entladen. Ausgehend hiervon kann „LIS.ON“ Zeitfenster sowie Kapazitäten, die durch Nachfrage der Elektrofahrzeugnutzer erhöht werden, abgleichen und reservieren. So ermöglicht das Speichermanagementsystem den Nutzern eine (schnelle) Aufladung mit Ökostrom aus dem Quartierspeicher.

Im Teilprojekt "Elektromobilität für das Wohnen auf Basis einer Integrationsplattform" beteiligt sich das Fraunhofer IVI an der Konzeption und Spezifikation der Integrationsplattform und entwickelt einen Tarif- und Ticketservice, der die angestrebten Geschäftsmodelle und Produkte widerspiegelt.

Das Teilvorhaben "Mehrdimensionale Quartierspeicherung" fokussiert auf die methodische Bewertung des Konzepts eines mehrdimensionalen Quartierspeichersystems. Dies umfasst nicht nur die professionelle Sicht auf eine optimierte Speichergröße, sondern auch auf verschiedene technische Betriebsarten und praktische Datenerfassungsaufgaben.

Im Bereich "Mobilitätsbenachrichtigung" entwickelt das Fraunhofer IVI einen Service für Tagespendler, die im Stadtteil Johannstadt leben oder arbeiten. Dieser Dienst evaluiert täglich basierend auf den Verkehrssensoren der Stadtteile und Echtzeitinformationen des öffentlichen Verkehrs, welcher Mobilitätsmodus für einen Pendler (öffentlicher Verkehr, privater Pkw oder Fahrrad) aktuell die beste Wahl darstellt. Die Empfehlung erhalten die Nutzer mittels Push-Notification. So wird die Mobilitätsinfrastruktur optimal genutzt und die Pendler sind seltener von Staus oder Störungen des öffentlichen Verkehrs betroffen. Dieser Dienst soll in die Mobilitätsapplikation der lokalen Verkehrsbetriebe implementiert werden, um eine ausreichende Anzahl von Beta-Nutzern zu erreichen. Nach erfolgreichem Test des Ansatzes in der Johannstadt ist geplant, diesen später auf die ganze Stadt auszudehnen.

In einem weiteren Teilprojekt "Open Data Gateway" leistet das Fraunhofer IVI einen Beitrag zur Erstellung des Gesamtkonzeptes und unterstützt insbesondere die Spezifikation des Echtzeit-Transportdatenaustauschs. Die Erfahrung in den Bereichen Transportdatenformate, Datenqualität, Datenhoheit und Datenschutz spielt dabei eine zentrale Rolle. Dem Institut kommt in diesem Projekt die Schlüsselrolle zu, die Lücke zwischen den energetischen Nutzeranforderungen (sowohl aus mobiler als auch stationärer Anwendung) und den technischen Anforderungen aus Sicht der Speicher mithilfe innovativer IKT-Technologien zu schließen.

Die Hauptaufgabe im Projekt "Elektrofahrzeuge/Predictive Charge Request" ist datengetrieben: Im Kontext von Elektroflottenfahrzeugen und deren Integration in ein speicherbasiertes Fernwärmekonzept sollen Rückschlüsse auf einen optimierten und berechenbaren elektrischen Lastplan gezogen werden. Dies wird insbesondere durch den Einsatz und die Implementierung von Datenerfassungshardware auf Basis einer fundierten mathematischen Modellierung realisiert.

Elke Sähn

Fraunhofer IVI


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