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https://www.dresden.de/de/wirtschaft/tomorrow-s-home/smart-systems.php 10.06.2021 09:33:50 Uhr 22.06.2021 15:13:38 Uhr
Symbolbild der Vernetzung diverser Industriezweige
© LHD

Smart Systems: Innovationsstandort und Testlabor Dresden

Ob IoT, Industrie 4.0 und KI: Digitale Technologien haben in Dresden ihr Zuhause. Renommierte Wissenschaftler treffen hier mit Entscheidern aus der Industrie zusammen – deshalb avanciert Dresden zur Smart Systems-Metropole Deutschlands.

Dresden ist heute schon Europas großer Standort für Smart Systems: Dazu zählen IoT (Internet of Things, Internet der Dinge) und Industrie 4.0 – in Zukunft soll die Stadt auch die führende Metropole für künstliche Intelligenz (KI) werden. So werden aktuell unter anderem die Entwicklung des taktilen Internets und die Verschmelzung von Mensch und Maschine in der sächsischen Hauptstadt vorangetrieben.

Industrie 4.0 Modellfabrik

Teresa Kleber präsentiert das Indoor-RTLS-System von ZigPos im Industrial IoT Test Bed
Teresa Kleber präsentiert das Indoor-RTLS-System von ZigPos im Industrial IoT Test Bed

Lösungen der Digitalisierung – sprich Industrie 4.0 – in der Fertigung erforschen, das ist Ziel der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Dresden. Mit der hochschuleigenen Anlage „Industrial IoT Test Bed“ – einer Forschungs- und Evaluationsinfrastruktur für IoT-Lösungen im Fertigungsumfeld – wollen die Wissenschaftler Prinzipien der Digitalisierung erlebbar, greifbar und vor allem erforschbar machen. Die Anlage bildet komplexe Fertigungs- und Logistikprozesse realitätsgetreu nach. Darüber hinaus fungiert das „Industrial IoT Test Bed“ auch als Demonstrations- und Informationsplattform von Industrie 4.0-Schlüsseltechnologien.

Die Modellfabrik richtet sich an Unternehmen und deren Mitarbeiter, die Digitalisierungs- und IoT-Lösungen einführen möchten. Das „Industrial IoT Test Bed“ kann ihnen dabei helfen, Innovationen in einer komplexen Fertigungslandschaft zu erproben oder neue Produkte und Geschäftsmodelle auf Grundlage unterschiedlicher Automatisierungs- und Digitalisierungstechnologien zu testen. Ziel der Dresdner Modellfabrik ist es, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von deutschen und europäischen Unternehmen im internationalen Vergleich zu stärken.

Starkes Netzwerk: Smart Systems Hub

Digital Product Factory 2020
Digital Product Factory 2020

Ob Health Care, Logistik oder Automotive – im Dresdner Netzwerk „Smart Systems Hub“ werden IoT-Systemlösungen für alle Branchen entwickelt. IoT vernetzt Geräte untereinander mit dem Internet. Diese Technologien erlauben neben der Interaktion von intelligenten Systemen auch die Interaktion mit dem Menschen. Im industriellen Umfeld ist das Internet der Dinge schon heute besonders für die Produktivitätssteigerung, Prozessoptimierung, Ausfallvermeidung und Wartung relevant – und dadurch ein klarer Wettbewerbsvorteil für kleine und mittlere Unternehmen.

Ziel des Dresdner Smart Systems Hubs ist es, Zugang zu neuen Technologien zu schaffen, Innovationsprozesse zu begleiten und relevante Akteure aus dem Netzwerk mit über 450 Partnern zu vernetzen. Dahinter steckt die Mission, Spitzentechnologien für innovative Produkte einzusetzen, um Arbeitsplätze zu schaffen und zur Attraktivität des Standorts Dresden für Unternehmen jeder Größe beizutragen. In der „Digital Product Factory“ des Smart Systems Hub werden individuelle Lösungen und tragfähige Geschäftsmodelle für und gemeinsam mit Unternehmen erarbeitet.

Volkswagen 4.0: Gläserne Manufaktur

Die Gläserne Manufaktur Dresden wird Volkswagen Home of ID
Die Gläserne Manufaktur Dresden wird Volkswagen Home of ID

Dresden ist der Test- und Innovationsstandort von Volkswagen: In der „Gläsernen Manufaktur“ wird die Produktion von morgen entwickelt. Ziel ist die Automatisierung von komplexen Arbeitsschritten innerhalb der Montage, um bis 2025 eine Produktionsverbesserung von 30 Prozent zu erreichen. Neue Technologien, wie zum Beispiel Robotiklösungen, werden dafür in der „Gläsernen Manufaktur“ erprobt – und das im laufenden Produktionsprozess des ID.3.

„Silicon Saxony“: Neuer KI-Standort Dresden

Am 4. März 2020 fand die "Science meets Industry" statt. Die Veranstaltung bot ein vielfältiges Programm für Wissenschaftler und Industrievertreter.
Am 4. März 2020 fand die "Science meets Industry" statt. Die Veranstaltung bot ein vielfältiges Programm für Wissenschaftler und Industrievertreter.

Silicon Saxony ist Europas größter Mikroelektronik-Cluster und der fünftgrößte weltweit – jeder dritte in Europa produzierte Chip trägt den Aufdruck „Made in Saxony“. 2020 hat Silicon Saxony einen Arbeitskreis KI ins Leben gerufen mit dem Ziel, künstliche Intelligenz in die breite Anwendung zu bringen. Durch den engen Austausch von Wissenschaft, Unternehmen und Politik kann Dresden seinen Wettbewerbsvorteil als KI-Metropole gegenüber anderen Städten weiter ausbauen.

2021 soll Sachsens Künstliche-Intelligenz-Strategie stehen

Das Echtzeit Lokalisierungs-System ist ein drahtloses Sensor-Netzwerk, welches hochgenaue ortsbasierte Anwendungen in GPS-unzugänglichen Bereichen ermöglicht. (ZIGPOS)
Das Echtzeit Lokalisierungs-System ist ein drahtloses Sensor-Netzwerk, welches hochgenaue ortsbasierte Anwendungen in GPS-unzugänglichen Bereichen ermöglicht. (ZIGPOS)

Schon heute werden in Dresden viele spannende Innovationen im Bereich KI umgesetzt. Sowohl ZIGPOS, der führende Hersteller von funkbasierten Ortungssystemen, als auch AI4BD Cognitive Business Robotics – die Wissen mit kognitiven Fähigkeiten verbinden und so vernetzte, individuelle, intelligente digitale Mitarbeiter entwickeln – haben die Standortvorteile Dresdens für ihre zukunftsweisenden Produkte erkannt. Im KI-Demonstrator Sachsen (KIPS) lässt sich bestaunen, welche Fortschritte die Arbeit mit KI bereits erzielt hat.

Verschmelzung von Mensch und Maschine in Echtzeit

Verbesserung des Medizinwesens durch fortschrittliche Technik
Verbesserung des Medizinwesens durch fortschrittliche Technik

Die nächste Stufe der Digitalisierung: Mensch und Maschine interagieren in Echtzeit. Das neue „Zentrum für taktiles Internet mit Mensch-Maschine-Interaktion“ (Centre for Tactile Internet with Human-in-the-Loop, CeTI) der TU Dresden will die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine auf eine neue Stufe heben. Menschen sollen zukünftig in der Lage sein, in Echtzeit mit vernetzten und automatisierten Systemen in der realen oder virtuellen Welt zu interagieren.

Für dieses Ziel arbeiten im Exzellenzcluster CeTI Wissenschaftler der TU Dresden aus den Fachgebieten Elektro- und Kommunikationstechnik, Informatik, Psychologie, Neurowissenschaften und Medizin mit Forschern der TU München, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und der Fraunhofer-Gesellschaft sowie internationaler Wissenschaftseinrichtungen zusammen. Interdisziplinär erforschen sie Schlüsselbereiche der menschlichen Kontrolle in der Mensch-Maschine-Kooperation, im Soft- und Hardware-Design, bei Sensor- und Aktuator-Technologien sowie bei den Kommunikationsnetzen. Die Forschungen sind Grundlage für neuartige Anwendungen in der Medizin und in der Industrie (Industrie 4.0 Co-Working) und dem Internet der Kompetenzen (Bildung, Rehabilitation).

KI entscheidend für Zukunftsfähigkeit Deutschlands

Symbolbild

KI-Forscher werden in den kommenden Jahren die Voraussetzungen für unzählige weitere Innovationen schaffen. Deshalb haben die Fraunhofer-Gesellschaft und die TU Dresden 2019 ein Forschungszentrum für künstlichen Intelligenz, das „Center for Explainable and Efficient Al Technologiies“ (CEE AI) gegründet. Die Forschung an diesem Zentrum soll das gesamte Spektrum von der Hardware-Unterstützung über Gerätekommunikation bis zu KI-Ansätzen und -Transfer in die Praxis abdecken. Ein besonderer Fokus liegt auf der Nachvollziehbarkeit und der Effizienz von KI-Technologien. Außerdem stellt sich die Frage, wie mit den Unmengen an Daten umgegangen werden kann, wenn KI immer häufiger zum Einsatz kommt. „Small Data“ ist deshalb ein weiteres wichtiges Thema, dem sich die Wissenschaftler am CEE AI widmen.

KI in der Produktion

Interaktion zwischen Mensch und Maschine
Interaktion zwischen Mensch und Maschine

Maschinen, die sich mittels KI selbst verbessern und nie ausfallen – das ist schon bald keine Zukunftsmusik mehr. Das Fraunhofer Institut in Dresden hat ein neues Forschungszentrum für Kognitive Produktionssysteme (CPS) gegründet. Mit Hilfe von KI wollen die Maschinen beibringen, einander neue Produktionstricks zu lehren, Unsichtbares zu sehen, Daten zu analysieren und mit dem Menschen intuitiv zu interagieren. Dadurch sollen sie befähigt werden, selbst Unikate gewinnbringend herzustellen, Fehler in der Fabrik zu erkennen und selbstständig Produktionslücken zu schließen.

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