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https://www.dresden.de/de/wirtschaft/smartcity/klipsmatchup.php 26.07.2022 11:15:08 Uhr 19.08.2022 00:20:35 Uhr

Mit Hightech zur hitzeresilienten Stadt: TemperaturSensorik (KLIPS)

Symbolbild

Ab 2023 sollen Sensoren die großen Temperaturschwankungen in der Stadt besser erfassen helfen. Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) werden damit für ganz Dresden Hitzeinseln identifiziert und zielgerichtetere Vorschläge für Maßnahmen zur Hitzeanpassung ermöglicht. Dazu beteiligt sich Dresden an dem Forschungsvorhaben zur Temperatur-Sensorik KLIPS, das anstrebt, neue Werkzeuge für die Stadtentwicklung zu schaffen. Das Forschungsprojekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie Modernisierungsfonds („mFUND“) mit insgesamt rund 2,3 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert und ordnet sich in das europäische Projekt MAtchUP ein, einem Programm zur Entwicklung der Smart City Dresden.

Dresden wächst und es wird viel gebaut. Diese positive Konzentration von Bauvorhaben erhält die Attraktivität der Stadt in der Region. Allerdings wird es durch die zunehmende Verdichtung in einigen Quartieren enger und dadurch im Sommer auch heißer. Denn kühlend wirkende Grün- und Freiflächen werden bebaut und Kaltluftabflüsse negativ beeinflusst. Schon jetzt ist die Stadt von Hitzeinseln betroffen. Das sind Orte an denen die Temperatur deutlich höher als in ihrer Umgebung liegt. Der Klimawandel beschleunigt das Problem. Auf der Suche nach Wegen gegen die Hitze hat sich die Stadt Dresden nun als Pilotstadt dem vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr geförderten Forschungsprojekt KLIPS angeschlossen.

Ziele

KLIPS soll Hitzeinseln zuverlässig prognostizieren und Gegenmaßnahmen simulieren und prüfen. Eine digitale Informationsplattform soll es so beispielsweise möglich machen, durch den kombinierten Einsatz eines lokalen Sensornetzwerks („Schwarmsensorik“) und künstlicher Intelligenz Hitzeinseln nicht nur in Echtzeit zu lokalisieren, sondern auch vorherzusagen. Es gilt, geeignete Maßnahmen im Vorhinein abzuschätzen und von allen Alternativen diejenige mit dem größten Effekt und/oder den geringsten Einschränkungen für Wohnen, Arbeiten und Verkehr auszuwählen. In Dresden wird dafür ein Netzwerk von rund 300 Sensoren aufgebaut, das kontinuierlich aktuelle Temperaturdaten liefert. Die gewonnenen Sensordaten werden mit weiteren Daten wie Satelliten-, Kataster- sowie Wetter- und Klimadaten zusammengeführt und in Echtzeit ausgewertet. So lassen sich etwaige Hitzeinseln im Stadtgebiet lokalisieren. Zugleich werden mit den gesammelten Daten KI-Algorithmen zur Prognose und Simulation von Hitzeinseln angelernt. 

Wolfgang Socher, Leiter des Umweltamtes der Stadt Dresden: „Die Stadt Dresden steht durch den Klimawandel auf der einen und die enorme Bautätigkeit auf der anderen Seite vor einer großen Herausforderung, mit den steigenden Temperaturen umzugehen. Damit unsere Stadt auch zukünftig attraktiv und lebenswert bleibt, wollen wir mit Hilfe der zu entwickelnden Werkzeuge unsere Tätigkeit zielgerichteter steuern. Entscheidend für den Erfolg und die Akzeptanz wird die Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse bei der Planung von Quartieren und Gebäuden sein.“
Dr. Robert Franke, Amtsleiter Wirtschaftsförderung, ergänzt: „Neue Datenquellen und intelligente Technologien sind der Schlüssel für mehr Hitzeresilienz. Mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft werden wir sie zum Wohle der Stadt testen und optimieren."

Partner und Beteiligte

Händedruck (Symbolbild)

Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren. Konsortialführer ist die Software AG. Forschungspartner sind die ERGO Umweltinstitut GmbH, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut, das Institut für Informationssysteme der Hochschule Hof, das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung, die Pikobytes GmbH, die terrestris GmbH & Co. KG, meggsimum (Büro für Geoinformatik Christian Mayer) sowie neben dem Anwendungspartner Landeshauptstadt Dresden als assoziierter Partner die Stadt Langenfeld. KLIPS wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMVI) im Rahmen des mFUND gefördert, der sich mit digitalen datenbasierten Anwendungen rund um Mobilität 4.0 befasst.

Damit ordnet sich das Vorhaben in die Aktivitäten des Dresdner Programms MAtchUP ein, welches mit europäischen Fördermitteln im Rahmen des europäischen Forschungsrahmenprogrammes Horizon 2020 unterstützt wird. Es erlaubt Dresden damit einen neuen Blick auf eine datengetriebene Erweiterung bestehender Instrumente zu nehmen.

Über MAtchUP

Das EU-Projekt MAtchUP wird durch die Städte Dresden, Valencia (Spanien) und Antalya (Türkei) seit 2017 umgesetzt und beschäftigt sich mit den Themen Energieeffizienz, Digitalisierung, erneuerbare Energien, multimodale Mobilität und Elektromobilität. Innerhalb des Projektes geht es darum, intelligente, saubere Städte zu schaffen, die den Herausforderungen des Klimawandels begegnen können. Das Amt für Wirtschaftsförderung koordiniert das Projekt in Dresden. Die SachenEnergie AG, Dresdner Verkehrsbetriebe AG, Technische Universität Dresden, Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI, EA Systems Dresden GmbH und Vonovia SE unterstützen bei der Umsetzung des Projektes.
Weitere Informationen: www.dresden.de/matchup

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