Parallel zur Ausstellung wurden im Stadtforum thematische Brückencafés durchgeführt. Sie fanden ebenfalls in der AGORA statt und boten eine informelle Gesprächssituation, in der Interessierte mit Fachleuten ins Gespräch kommen konnten. Jedes Brückencafé widmete sich einem spezifischen Schwerpunkt der Planung.
Die thematische Staffelung ermöglichte eine vertiefte Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Aspekten der Brückenplanung und ergänzte die Ausstellung um fachliche Hintergründe, die im direkten Austausch vermittelt wurden.
Brückencafé am 24. Juni 2026: "Was die Fachexperten zu den vier Vorentwürfen sagen" mit Professor Marx
Beim ersten Brückencafé stellte Professor Marx die Ergebnisse der Expertensitzung vor, die im Vorfeld der Ausstellung durchgeführt worden war. Zu Beginn erläuterte er den Ablauf der Sitzung sowie die Zusammensetzung des Gremiums, das aus Fachleuten der Bereiche Ingenieurbau, Stadtplanung, Denkmalpflege, Architektur und Verkehr bestand. Anschließend ging er auf die zentralen Kriterien ein, die in der Sitzung diskutiert worden waren, und stellte die wesentlichen Stärken und Schwächen der Entwürfe aus Expertensicht dar. Die Teilnehmenden erhielten damit einen Einblick in die fachliche Einschätzung.
Brückencafé am 1. Juli 2026: "Was hinter den unterschiedlichen Brückenkonstruktionen steckt" mit Professor Flederer, und Professor Bösche
Im zweiten Brückencafé erläuterten Professor Flederer und Professor Bösche die konstruktiven Grundlagen der vier Entwürfe. Anhand der einzelnen Entwürfe erklärten sie die jeweilige Grundkonstruktion des Tragwerks, die Anzahl und Anordnung der Überbauten, die Funktionsweise von Hohlkästen sowie die Anzahl und Rolle der Hauptträger. Zudem gingen sie darauf ein, wie sich die konstruktiven Entscheidungen auf Bauweise, Materialeinsatz und spätere Wartung auswirken. Die Teilnehmenden erhielten dadurch ein vertieftes Verständnis für die technischen Unterschiede der Entwürfe und deren konstruktive Logik.
Brückencafé am 8. Juli 2026: „Wie der Verkehr und die Anbindung gestaltet wird" mit Herrn Fiedler und Herrn Herrmann, Landeshauptstadt Dresden
Im dritten Brückencafé gaben Herr Fiedler und Herr Herrmann einen umfassenden Überblick über die verkehrlichen Rahmenbedingungen der Carolabrücke. Sie erläuterten aktuelle Trends im Dresdner Verkehr über alle Verkehrsarten hinweg und zeigten auf, wie sich diese Entwicklungen auf die Anforderungen an die neue Brücke auswirken. Ein Schwerpunkt lag auf den Veränderungen im Verkehrsverhalten und den langfristigen Prognosen für den Zeitraum 2035+.
Darüber hinaus stellten sie beispielhaft dar, wie eine richtliniengerechte verkehrstechnische Prüfung der Knotenzufahrten erfolgt. Am Beispiel der Carolabrücke zeigten sie die einzelnen Prüfschritte, die zur Bewertung von Leistungsfähigkeit, Sicherheit und Verkehrsfluss notwendig sind. Die Teilnehmenden erhielten damit einen Einblick in die methodische Herangehensweise, die den verkehrlichen Bewertungen der Entwürfe zugrunde liegt.
Brückencafé am 15. Juli 2026: "Wie sich die Brücke ins Stadtbildet einbindet und wie sie gestaltet werden kann" mit Frau Heckmann, Landeshauptstadt Dresden
Im vierten Brückencafé erläuterte Frau Heckmann die städtebaulichen Grundlagen, die in die Aufgabenstellung eingeflossen waren. Sie stellte die relevanten städtebaulichen Rahmenbedingungen vor, darunter die geltenden Bebauungspläne, das Leitbild Innenstadt sowie die übergeordneten Ziele für die Entwicklung der angrenzenden Stadträume. Zudem präsentierte sie eine Mängelanalyse der bestehenden Platzräume und zeigte auf, welche Defizite die neue Brücke perspektivisch adressieren soll.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Zukunftsszenario für die St. Petersburger Straße, das als wichtiger Bezugspunkt für die städtebauliche Bewertung der Entwürfe dient. Anschließend erläuterte sie für jedes Planungsteam die sachliche Einschätzung der städtebaulichen Einbindung. Dabei ging sie auf Kompaktheit und Form der Brücke, die Materialwahl, die Farbgebung sowie die Gestaltung der Freianlagen ein. Die Teilnehmenden erhielten dadurch ein differenziertes Bild davon, wie die Entwürfe im städtebaulichen Kontext wirken und welche gestalterischen Entscheidungen für die Integration in das Stadtbild maßgeblich sind.