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https://www.dresden.de/de/stadtraum/verkehr/mobilitaetsmanagement/multimobil/wer/060-Multimobilitaet-in-Zahlen.php 02.06.2017 09:34:48 Uhr 24.05.2024 18:59:54 Uhr

Multimobilität in Zahlen

Zu den Nutzungen der einzelnen Verkehrsmittel gibt die Haushaltsbefragung „Mobilität in Städten – SrV“ Auskunft. In Dresden werden aktuell (Stand 2013) ca. 39 Prozent aller Wege mit dem Kfz, 22 Prozent mit Bus und Bahn, 27 Prozent zu Fuß und 12 Prozent per Fahrrad zurückgelegt. Der Anteil des Umweltverbundes aus Fuß, Rad sowie Bus und Bahn steigt dabei seit 1998 und nach der stark wachsenden Motorisierung der 1990er Jahre wieder kontinuierlich an und beträgt nun 61 Prozent. Betrachtet man allerdings die Wegelängen, dann werden auch Probleme deutlich. Ein Großteil der Wege, die per Auto erledigt werden, sind kürzer als drei Kilometer. Gerade dieser „Nahverkehr“ ist bei den Emissionen problematisch und kann am ehesten zu Fuß oder per Rad bewältigt werden.

Grafik Modal Split (aus SrV-Broschüre)
Wie hoch ist der Anteil der einzelnen Verkehrsmittel bei bestimmten Wegelängen innerhalb Dresdens?

Dies wird auch darin deutlich, dass in den letzten Jahren die Einwohnerzahl und auch die Zahl der zugelassenen Kfz in Dresden deutlich stiegen aber die Verkehrsmengen an den kontinuierlichen Zählstellen konstant blieben. Dies ist dadurch erklärbar, dass zum einen Pendler verstärkt öffentliche Verkehrsmittel nutzen aber auch die Dresdnerinnen und Dresdner zwar ein Auto besitzen, aber damit seltener fahren und auch pro Weg weniger Kilometer zurücklegen. Auch das zeigt, dass es für bestimmte Nutzergruppen möglich ist, auf das Kfz zu verzichten. Schon heute haben über 30 Prozent der Dresdner Haushalte keinen Pkw.

Interessant dabei ist aber vor allem, dass bereits heute 57 Prozent der Dresdner „multimobil“ sind. Allerdings nutzt davon nur ein Viertel neben dem Zu-Fuß-Gehen mehr als zwei verschiedene Verkehrsmittel. Die Ergebnisse zeigen, dass bei einer Verbesserung der Angebote diese Wechsel durchaus häufiger stattfinden können. Die größte Gruppe sind dabei die Personen, die vom Auto zu Bus und Bahn hin- und herwechseln sowie öfter das Fahrrad mit dem Auto tauschen.

Aber es gibt auch die Gruppe der monomodalen, die außer dem Zu-Fuß-gehen nur ein weiteres Verkehrsmittel nutzen. Fast die Hälfte nutzt dabei ausschließlich das Auto. Auch hier besteht ein Ansatzpunkt, auch andere Verkehrsmittel mit einzubeziehen. Bei der nächsten Befragung zur Mobilität im Jahr 2018 werden wir neue Ergebnisse erheben.

Regelmäßige Nutzung verschiedener Verkehrsmittel (aus SrV-Broschüre)
Zwischen welchen Verkehrsmitteln wird bei Alltagswegen (neben dem Zu-Fuß-Gehen) in Dresden mindestens einmal pro Woche gewechselt?

Bezüglich des Carsharings zeigen sich auch interessante Effekte. Neben der wachsenden Nutzerzahl ist deren Verkehrsverhalten anders als das von Nicht-Carsharing-Nutzern. Selbst wenn Carsharing-Nutzer noch ein eigenes Auto besitzen (was eher selten der Fall ist) sind sie in etwa viermal so häufig mit dem Fahrrad unterwegs als der Rest der Bevölkerung. Auch nutzen sie Bus und Bahn häufiger. Gegenüber dem 39 Prozent-Anteil des Kfz an der Mobilität der Dresdner nutzen Carsharer nur für ca. 10 Prozent Ihrer Wege ein Auto. Diese Unterschiede sind sehr deutlich, auch wenn Carsharingnutzer dem Durchschnitt der Dresdner Bevölkerung bezüglich Alter und Erwerbstätigkeit nicht entsprechen, da sie jünger und sehr aktiv sind. Trotzdem ist damit der Effekt plausibel erklärbar, warum jedes Carsharing-Fahrzeug 6 bis 10 private Kfz in Dresden ersetzen kann und warum dies positive Effekte für das Verkehrssystem hat.

Hinsichtlich des Radverleihsystems liegen noch keine belastbaren Daten vor. Aber auch diese sollen durch die Mobilitätserhebungen 2018 mit betrachtet werden.