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https://www.dresden.de/de/stadtraum/verkehr/lkw-reisebus/015-Logistik.php 10.12.2021 15:16:11 Uhr 20.01.2022 14:52:53 Uhr

Logistik

Neustadt: Erstes Mikrodepot für den Lieferverkehr

Luftbild des Mikrodepot-Standortes an der Dr.-Friedrich-Wolf-Straße
Luftbild des Mikrodepot-Standortes an der Dr.-Friedrich-Wolf-Straße

Der Förderbescheid des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur liegt vor.

Die Landeshauptstadt Dresden erprobt nachhaltige Lösungen für den Lieferverkehr. Dafür hat das Amt für Stadtplanung und Mobilität ein City Logistik-Konzept erarbeitet. Im dichten städtischen Raum können kleinere, emissionsfreie und geräuscharme Lieferfahrzeuge mit Elektroantrieb für Zustellungen und Abholungen Lkw ersetzen. Idealerweise werden Lastenfahrräder eingesetzt, die an einem Stau vorbeifahren und leicht parken können. Dafür sind Mikrodepots notwendig. Das sind Orte, an denen die Güter der Versender aus Deutschland und Europa über etablierte Paket- und Stückgut-Logistiknetze ankommen und letztmalig für die „letzte Meile“ umgeschlagen werden. Von dort aus erfolgt die Verteilung in einem Radius von etwa drei bis fünf Kilometern. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert das Projekt aus dem Programm „Städtische Logistik“. Ein Förderbescheid über rund 244.000 Euro liegt vor. Die Gesamtinvestition kostet 350.000 Euro.

Das erste Mikrodepot entsteht in der Dresdner Neustadt an der Dr.-Friedrich-Wolf-Straße auf einer Gesamtfläche von 480 Quadratmetern. Dafür errichtet das Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung eine Leichtbauhalle, Container und Sozialräume. Von diesem Standort aus erfolgt die Belieferung der Inneren und Äußeren Neustadt.

„Der Verkehr der Zukunft muss stadtverträglich und klimafreundlich sein. Beim Lieferverkehr haben wir viel Potential. Mit Lastenfahrrädern und Elektrofahrzeugen können wir den CO2-Ausstoß entscheidend senken. Diese kleineren Fahrzeuge entlasten zudem den Verkehr und sorgen für mehr Verkehrssicherheit“, fasst Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn zusammen.

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Der Online-Handel boomt. Immer mehr Pakete werden in die Städte transportiert. Der Lieferverkehr steigt. Um Staus und Emissionen zu vermeiden, die Pakete aber dennoch schnell und zuverlässig ausliefern zu können, brauchen wir innovative und kreative Lieferkonzepte. Hier setzen wir mit unserem Förderprogramm für die ,Städtische Logistik‘ an: Wir ermöglichen echte Pionierarbeit und unterstützen die Kommunen bei der Konzeption und Umsetzung ihrer Projekte: Mit den aktuellen Förderbescheiden stoßen wir allein vier neue Mikrodepots an, aus denen Waren mit Lastenrädern ausgeliefert werden sollen – in Köln, Dresden, Berlin und Lüneburg. So geht innovative Logistik!“

Grundstückseigentümer ist die Deutsche Bahn. Betreiber des ersten Mikrodepots ist Smart City DB der DB Station&Service AG. Als Pilotprojekt sammeln Stadt und Betreiber für vier Jahre Erfahrungen. Perspektivisch soll ein Mikrodepot in den Bahnbögen am Neustädter Bahnhof untergebracht werden.

Dr. Meike Niedbal, Leiterin Smart City DB: „Beim Projekt Smart City der DB schaffen wir umweltfreundliche Alternativen für Mobilität - ein zentraler Schlüssel zu einer lebenswerten Stadt. Indem es Luftverschmutzung, Lärm und Staus reduziert, trägt das Mikrodepot zur attraktiven Quartiersentwicklung bei. Unser Ziel ist es, möglichst viele Logistik-Partner an Bord zu holen. Ich bin zuversichtlich, dass das Mikrodepot von Partner-Unternehmen und Anwohnenden zügig angenommen werden wird.“

Die Planung, die Ausschreibung der Leistungen, Baumaßnahmen für Medienerschließung und Vorbereitung des Untergrundes, das Aufstellen der mobilen Gebäude (Leichtbauhalle, Sozialräume) erfolgen unter Leitung des Amtes für Hochbau und Immobilienverwaltung im Laufe des Jahres 2022. Die Eröffnung ist für Ende 2022 vorgesehen. Absichtserklärungen von vier großen Logistikunternehmen liegen vor, die das Mikrodepot als Pilotprojekt für die Verteilung ihrer Waren nutzen und gemeinsam mit der Landeshauptstadt Dresden an einer Ausweitung dieses Konzeptes in Dresden mitwirken wollen.

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