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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/oberflaechenwasser.php 27.06.2022 12:23:01 Uhr 03.10.2022 00:20:03 Uhr

Oberflächenwasser

Zu wenig Wasser in Dresdner Bächen

Allgemeinverfügung verbietet Wasserentnahme ab 1. Juli


Der Natur macht die anhaltende Trockenheit verbunden mit den hohen Temperaturen sichtbar zu schaffen. Da selbst mit gelegentlichen Niederschlägen keine baldige Besserung der Lage zu erwarten ist, hat die Untere Wasserbehörde der Stadtverwaltung eine Allgemeinverfügung zum Verbot der Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern ausgesprochen.

Diese gilt vom 1. Juli bis zunächst 15. Oktober 2022.

Damit ist in diesem Zeitraum die Wasserentnahme mittels Pumpen und die Wasserentnahme mit Handgefäßen aus Teichen, Bächen und Flüssen zum Zweck der Bewässerung verboten. Ausgenommen von der Allgemeinverfügung ist die Elbe.

Eine Beschränkung der Grundwasserbenutzung muss aktuell noch nicht ausgesprochen werden. Der sparsame Umgang mit dem Schutzgut Grundwasser sollte aber selbstverständlich sein.

Die Allgemeinverfügung betrifft vorwiegend Anlieger und Eigentümer, aber auch alle diejenigen, die darüber hinaus Gießwasser aus Teichen, Bächen und Flüssen schöpfen. Werden bei Gewässerkontrollen Verstöße festgestellt, kann dies als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Das Bußgeld beträgt mindestens 50 Euro.

Die Allgemeinverfügung zur Beschränkung der Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern wird im Amtsblatt 26 vom 30. Juni 2022 veröffentlicht.


Hintergrund:

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Umweltamtes prüfen seit dem Frühjahr regelmäßig den Zustand der Dresdener Bäche und Flüsse. Es wurde an fast allen Beobachtungspunkten der Fließgewässer eine unter dem Mittel liegende Wasserführung festgestellt. Einige Gewässerabschnitte, beispielsweise des Nöthnitzbachs, des Weidigtbachs und des Ruhlandgrabens, liegen bereits seit Anfang Juni trocken. Auch der Blasewitz-Grunaer Landgraben führt im Unterlauf nur noch sehr wenig Wasser. Damit der Naturhaushalt nicht nachhaltig gestört wird, wurde das Entnahmeverbot ausgesprochen.

Auch die Grundwasserstände spiegeln die angespannte Situation wider. Durch die Niederschlagsdefizite der letzten Jahre kam es zu einer geringeren Grundwasserneubildung. Daher liegen die Grundwasserstände derzeit etwa 30 bis 50 Zentimeter unter den monatstypischen Mittelwerten. Mittlere Grundwasserstände in Dresden liegen bei etwa drei bis sieben Meter unter der Geländeoberfläche. Da die Landeshauptstadt erst seit dem Hochwasser 2002 über ein eigenständiges Grundwasserbeobachtungsnetz verfügt, sind noch keine gesicherten Aussagen über extreme Grundwasserstände im Stadtgebiet möglich. Der Überwachungszeitraum ist noch vergleichsweise kurz.


Fragen zur Allgemeinverfügung beantwortet das Umweltamt telefonisch unter 0351-488 6241 oder per E-Mail umwelt.recht1@dresden.de.


Die Dresdner Gewässer und Quellen sind im Themenstadtplan dargestellt und mit einem Klick auf die Karte näher beschrieben.

Dresden ist reich an kleineren Gewässern. Flüsse, Bäche und Gräben zählen zu den Fließgewässern, von denen es in Dresden über 550 gibt. Sie werden zunehmend und vielfältig in Anspruch genommen – nicht nur zur Ableitung von Niederschlagswasser. Seen, Teiche und Tümpel bezeichnet man als stehende Gewässer. Künstliche Gewässer sind von Menschen geschaffene oberirdische Gewässer. Zusammen bilden sie die Oberflächengewässer im Stadtgebiet.

Als Quelle bezeichnet das Wassergesetz einen natürlichen, an einer bestimmten, örtlich begrenzten Stelle nicht nur vorübergehend erfolgenden Austritt von Grundwasser. Der ökologische Gesamtzustand der Oberflächengewässer konnte bisher nur lokal verbessert werden. Neben den stofflichen Belastungen aus Einträgen der Siedlungswasserwirtschaft und der Landwirtschaft ist der harte Verbau und die damit einhergehenden Strukturdefizite der Stadtgewässer das größte Hindernis, das im Rahmen der Gewässerentwicklung langfristig überwunden werden muss.

Flüsse, Bäche und Teiche in Dresden

Eine Karte im Themenstadtplan zeigt die aktuellen Oberflächengewässer in der Stadt, die im Sinne des Wasserrechts Gewässereigenschaften besitzen. Zu den wichtigsten Gewässersystemen sind Gewässersteckbriefe abrufbar. Weiterhin sind bekannte Quellen aufgeführt.

Eine weitere Karte im Themenstadtplan zeigt historische Verläufe der Gewässer in der Stadt:

Tun oder Lassen an Bächen

Das Faltblatt "Tun oder Lassen an Bächen" des Umweltamtes informiert Gewässeranlieger und Interessierte, wie sie den Zustand eines Fließgewässers vor ihrer Haustür erhalten und verbessern können. Auch über Fachbegriffe rund um Gewässerbett, Ufer und Gewässerrandstreifen sowie Zuständigkeiten und Ansprechpartner für Fragen gibt das Faltblatt Auskunft:

Gewässersteckbriefe 

Für 31 Gewässersysteme in Dresden liegen umfangreiche Gewässerbeschreibungen in Form von "Steckbriefen" vor. Diese beschreiben in übersichtlicher Form Lage und Verlauf, gewässertechnische Merkmale, Einzugsgebiet, Nutzungen, Belastungen, Erosions- und Hochwassergefährdungen dieser Gewässersysteme.

Die Gewässersteckbriefe sind im Themenstadtplan mit einem Klick auf das jeweilige Gewässer abrufbar:

Maßnahmen der Gewässerentwicklung

Erst nach der Wende wurde auch in Dresden deutlich, wie sehr viele Gewässer vernachlässigt, eingeengt, in steinerne Korsetts gezwängt oder sogar verrohrt wurden. Seitdem wurden an zahlreichen Stellen bereits Maßnahmen umgesetzt, mit denen die Gewässer schrittweise wieder in einen guten ökologischen Zustand gelangen können. Aber es ist auch noch viel zu tun, um dies bis 2027 für alle Gewässer zu erreichen. Dies ist das Jahr, das sich alle europäischen Länder als Ziel gesetzt haben.

Die bereits realisierten Maßnahmen sind im Themenstadtplan dargestellt, ebenso die in der Planung und Umsetzung befindlichen Maßnahmen sowie jene, für die bisher nur konzeptionelle Ansätze vorliegen:

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