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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/klima-und-energie/stadtklima/Zukunftsorientierte_Stadtplanung.php 30.10.2018 16:00:26 Uhr 13.11.2019 10:30:36 Uhr

Zukunftsorientierte Stadtplanung

Die Stadt ist Hauptlebensraum der Menschen und Umfeld für deren Aktivitäten. Stadtplanerisches Handeln sollte durch geeignete Maßnahmen die negativen stadtklimatischen Effekte mindern. Nur eine Stadt, die ihren Bewohnern, arbeitenden Menschen und Besuchern klimatisches Wohlbefinden vermittelt, wirkt anziehend und identitätsstiftend.

Im Hinblick auf den Klimawandel werden im Dresdner Raum die Lufttemperaturen ansteigen sowie Starkregenereignisse zunehmen. Es wird erwartet, dass austauscharme Wetterlagen häufiger auftreten. Dies wird Einfluss auf die Schadstoffkonzentration der Stadtluft haben. Außerdem wird die Zahl der Tage mit sommerlicher Hitzebelastung deutlich ansteigen, was u. a. einen erhöhten Energiebedarf z. B. für Gebäudekühlung zur Folge hat. Dieser allmählich fortschreitende Prozess der Klimaänderung fordert die Stadtplanung jetzt zu handeln, um für zukünftige Witterungsverhältnisse gewappnet zu sein.

Schon heute sind Stadtteile von sommerlicher Überwärmung und mangelnder Frischluftzufuhr betroffen. Auch bergen Starkniederschläge im Dresdner Stadtgebiet immer wieder Gefahren von kurzzeitigen Überschwemmungen. Durch die zu erwartenden Klimaänderungen werden sich diese Problematiken verschärfen. Parks und Grünanlagen werden daher zunehmend an Bedeutung gewinnen. Als klimatische Ausgleichsräume verhindern sie das Ausweiten der Zonen überwärmter Stadtgebiete. Bei Starkregenereignissen dienen sie als Entlastungsräume der Kanalisationssysteme durch das Bereitstellen von Versickerungsflächen.

Bereits 1996 hat der Stadtrat in seinem Beschluss V 1818-48-1996 die Ziele zur Erhaltung sowie Sicherung von Flächen mit besonderer Klimawirksamkeit beauftragt.

Dazu gehören neben den Kaltluftentstehungsgebieten mit ihren Luftleitbahnen, deren Freihaltung von Bebauungen anzustreben sind, auch die Grünflächen und Parkanlagen der Stadt, die eine wichtige bioklimatische Ausgleichsfunktion haben. Bestandteil des Planungsleitbildes der Stadt Dresden aus dem Jahr 2008 ist der Ausbau, die Aufwertung und die Vernetzung innerstädtischer Freiräume zur Aufrechterhaltung eines angenehmen Wohn- und Arbeitsumfeld in einem gesunden Stadtklima.

Zum Erhalt eines günstigen Stadtklimas müssen bauliche Veränderungen unter Berücksichtigung der Durchlüftungsbahnen und Grünvernetzungsstrukturen geschehen. Zusätzliche Wärmeproduktion muss vermieden werden, z. B. durch den Ausbau des Personennahverkehrs, die Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden, die Vermeidung von zusätzlichen Wärmequellen, wie z.B. Klimaanlagen. Auch jeder einzelne kann beitragen, positiv auf das (Stadt-)Klima zu wirken.

Eine günstige Wirkung auf das Mikroklima hat der sinnvolle Umgang mit Niederschlagswasser. Steht das Niederschlagswasser länger zur Verdunstung zur Verfügung, hat dies insbesondere im Sommer einen positiven Effekt auf die unmittelbare Umgebung durch die entstehende Verdunstungskühle und Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Im Stadtgebiet erreicht man dies durch eine Reduzierung der Versiegelung, in dem man wasserdurchlässige Materialien verwendet beim Anlegen von Plätzen und Parkflächen. Ein hoher Vegetationsanteil durch Bäume, Straßenbegleitgrün, Fassaden- und Dachbegrünung trägt zu einem verlangsamten Abfluss des Niederschlagswassers bei. Dadurch wird die Kanalisation entlastet. Schatten spendende Bäume reduzieren zudem die Maximaltemperaturen am Boden.

Tipps, wie man Regenwasser nutzt bzw. mit Regenwasser sinnvoll wirtschaftet finden Sie unter

Innerhalb des Forschungsprojektes REGKLAM wurden mögliche Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel speziell für die Region Dresden entwickelt und untersucht. Es wurden Möglichkeiten bzw. Strategien zur Klimaanpassung sowohl im landwirtschaftlichen und gewerblichen Bereich als auch in städtebaulichen Fragestellungen (z. B. Gebäudeausstattung, Grünflächengestaltung) herausgearbeitet.

Aktuell beteiligt sich die Landeshauptstadt Dresden als Praxispartner am Forschungsprojekt „HeatResilientCity“ - zu Deutsch: Hitze-robuste Stadt. Innerhalb des vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes wird in den Beispielquartieren Dresden Gorbitz und Erfurt Oststadt erforscht, wo es in den Stadtgebieten im Sommer besonders heiß wird und ob Sommerhitze für die Bewohnerinnen und Bewohner ein Problem darstellt. Außerdem wird untersucht, wie Stadtviertel und Gebäude gestaltet werden müssen, damit das Leben dort auch bei sommerlichen Höchsttemperaturen angenehm bleibt. Besonders wirksame und von den Bewohnerinnen und Bewohnern akzeptierte Maßnahmen sollen dann für zukünftige Planungen empfohlen und auf andere Städte übertragen werden.
Das Projekt wird vom BMBF als Vorhaben der „Leitinitiative Zukunftsstadt“ im Themenbereich „Klimaresilienz durch Handeln in Stadt und Region“ gefördert.

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