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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/klima-und-energie/stadtklima/Zukunftsorientierte_Stadtplanung.php 03.05.2021 14:13:00 Uhr 21.10.2021 13:34:37 Uhr

Anpassen an das Klima

„Dresden baut grün“ – Neue Richtlinie der Stadtverwaltung

Die Landeshauptstadt Dresden stellt sich den Herausforderungen des Klimawandels und nimmt neben wenigen anderen Städten in Deutschland eine Vorreiterrolle ein:

Ende 2019 hat der Oberbürgermeister die Richtlinie „Dresden baut grün“ erlassen. Seit 2020 ist es nun Pflicht, bei allen Hochbauvorhaben der Stadt Fassaden und Dächer zu begrünen, egal ob es um Neubau, Umbau oder bauliche Erweiterungen geht. Außerdem müssen bei der Gestaltung von Freiflächen die Belange einer naturnahen Regenwasserbewirtschaftung berücksichtigt werden. Ein besonderes Augenmerk legt die Stadt auf viel „Grün“ in Schulen und Kindergärten, da gerade hier wichtige Effekte für den kommunalen Gesundheitsschutz durch Klimaanpassung erwirkt werden können.

Richtlinie „Dresden baut grün“ (*.pdf, 6,3 MB)


Dresden gewinnt beim Bundeswettbewerb

Mit der Selbstverpflichtung zur Klimaanpassung bei kommunalen Hochbauvorhaben gewinnt Dresden beim Bundeswettbewerb „Klimaaktive Kommune 2020“. Die Begründung der Jury:

"Mit ihrem seit Ende 2019 geltenden Erlass „Dresden baut grün“ stellt die Landeshauptstadt Dresden sicher, dass bei allen kommunalen Hochbauvorhaben Fassaden- und Dachbegrünungen umgesetzt werden, zudem wird bei der Gestaltung von Freiflächen eine naturnahe Regenwasserbewirtschaftung berücksichtigt. Mit einem ämterübergreifenden Erarbeitungsprozess ist es der Stadt erfolgreich gelungen, das Thema Klimaanpassung in der Verwaltung sowie bei vielen Akteuren zu verankern, um die Stadt klimagerecht weiterzuentwickeln."

Der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ (bis 2015 Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz“) wird seit 2009 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative ausgelobt. 2020 wurden insgesamt 176 Beiträge in vier unterschiedlichen Kategorien eingereicht.

Ausführliche Informationen zum ausgezeichneten Projekt:

Broschüre "Ausgezeichnete Praxisbeispiele 2020" (Seite 34 ff, barrierefreie PDF)
www.klimaschutz.de/landeshauptstadt-dresden

Weitere Informationen zum Wettbewerb:

www.klimaschutz.de/wettbewerb2020

Die Stadt ist Hauptlebensraum der Menschen und Umfeld für deren Aktivitäten. Stadtplanerisches Handeln sollte durch geeignete Maßnahmen die negativen stadtklimatischen Effekte mindern. Nur eine Stadt, die ihren Bewohnern, arbeitenden Menschen und Besuchern klimatisches Wohlbefinden vermittelt, wirkt anziehend und identitätsstiftend.

Im Hinblick auf den Klimawandel werden im Dresdner Raum die Lufttemperaturen ansteigen sowie Starkregenereignisse zunehmen. Es wird erwartet, dass austauscharme Wetterlagen häufiger auftreten. Dies wird Einfluss auf die Schadstoffkonzentration der Stadtluft haben. Außerdem wird die Zahl der Tage mit sommerlicher Hitzebelastung deutlich ansteigen, was u. a. einen erhöhten Energiebedarf z. B. für Gebäudekühlung zur Folge hat. Dieser allmählich fortschreitende Prozess der Klimaänderung fordert die Stadtplanung jetzt zu handeln, um für zukünftige Witterungsverhältnisse gewappnet zu sein.

Klimawandel - global und regional

Flächen mit besonderer Klimawirksamkeit

Schon heute sind Stadtteile von sommerlicher Überwärmung und mangelnder Frischluftzufuhr betroffen. Auch bergen Starkniederschläge im Dresdner Stadtgebiet immer wieder Gefahren von kurzzeitigen Überschwemmungen. Durch die zu erwartenden Klimaänderungen werden sich diese Problematiken verschärfen. Parks und Grünanlagen werden daher zunehmend an Bedeutung gewinnen. Als klimatische Ausgleichsräume verhindern sie das Ausweiten der Zonen überwärmter Stadtgebiete. Bei Starkregenereignissen dienen sie als Entlastungsräume der Kanalisationssysteme durch das Bereitstellen von Versickerungsflächen.

Bereits 1996 hat der Stadtrat in seinem Beschluss V 1818-48-1996 die Ziele zur Erhaltung sowie Sicherung von Flächen mit besonderer Klimawirksamkeit beauftragt.

Zum Stadtratsbeschluss V 1818-48-1996 (*.pdf, 54 KB)

Dazu gehören neben den Kaltluftentstehungsgebieten mit ihren Luftleitbahnen, deren Freihaltung von Bebauungen anzustreben sind, auch die Grünflächen und Parkanlagen der Stadt, die eine wichtige bioklimatische Ausgleichsfunktion haben.

Bestandteil des Planungsleitbildes der Stadt Dresden aus dem Jahr 2008 ist der Ausbau, die Aufwertung und die Vernetzung innerstädtischer Freiräume zur Aufrechterhaltung eines angenehmen Wohn- und Arbeitsumfeld in einem gesunden Stadtklima.

Kurzfassung des Leitbildes (*.pdf, 4 MB)

Zum Erhalt eines günstigen Stadtklimas müssen bauliche Veränderungen unter Berücksichtigung der Durchlüftungsbahnen und Grünvernetzungsstrukturen geschehen. Zusätzliche Wärmeproduktion muss vermieden werden, zum Beispiel durch den Ausbau des Personennahverkehrs, die Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden, die Vermeidung von zusätzlichen Wärmequellen, wie etwa Klimaanlagen.

Auch jeder Einzelne kann dazu beitragen, positiv auf das (Stadt-)Klima zu wirken:

Klimaschutztipps

Regenwasser sinnvoll nutzen

Eine günstige Wirkung auf das Mikroklima hat der sinnvolle Umgang mit Niederschlagswasser. Steht das Regenwasser länger zur Verdunstung zur Verfügung, hat dies besonders im Sommer einen positiven Effekt auf die unmittelbare Umgebung: die Luftfeuchtigkeit wird erhöht und die Verdunstung kühlt.

Im Stadtgebiet wird dieser Effekt durch die Reduzierung der Versiegelung erzielt. Beim Anlegen von Plätzen und Parkflächen sollten wasserdurchlässige Materialien verwendet werden. Ein hoher Vegetationsanteil durch Bäume, Straßengrün, Fassaden- und Dachbegrünung verlangsamt ebenfalls den Abfluss des Niederschlagswassers. Die Kanalisation wird zudem entlastet. Schatten spendende Bäume reduzieren die Maximaltemperaturen am Boden.

HeatResilientCity – Hitzeresilienter Stadtumbau

Aktuell beteiligt sich die Landeshauptstadt Dresden als Praxispartner am Forschungsprojekt „HeatResilientCity“ - zu Deutsch: hitzerobuste Stadt. Innerhalb des vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes wird in den Beispielquartieren Dresden Gorbitz und Erfurt Oststadt erforscht, wo es in den Stadtgebieten im Sommer besonders heiß wird und ob Sommerhitze für die Bewohnerinnen und Bewohner ein Problem darstellt. Außerdem wird untersucht, wie Stadtviertel und Gebäude gestaltet werden müssen, damit das Leben dort auch bei sommerlichen Höchsttemperaturen angenehm bleibt. Besonders wirksame und von den Bewohnerinnen und Bewohnern akzeptierte Maßnahmen sollen dann für zukünftige Planungen empfohlen und auf andere Städte übertragen werden.
Das Projekt wird vom BMBF als Vorhaben der „Leitinitiative Zukunftsstadt“ im Themenbereich „Klimaresilienz durch Handeln in Stadt und Region“ gefördert.

Umfrage: Heiße Haltestellen in der Stadt

Heiß, heißer, Haltestelle? Im Mai und Juni 2020 führte das Team von „HeatResilientCity“ eine Online-Umfrage zur sommerlichen Hitzebelastung an Dresdner Haltestellen durch. Insgesamt 1210 Bürgerinnen und Bürger aus Dresden und dem Stadtteil Dresden-Gorbitz haben an der Befragung teilgenommen. Das Projektteam freut sich über die rege Teilnahme und bedankt sich für das engagierte Mitwirken.

Online-Umfrage „Heiß, heißer, Haltestelle?“ – Auswertungsbericht (*.pdf, 10 MB)

Teilnehmende der Online-Befragung hatten die Möglichkeit, Fragen zu stellen:

Online-Umfrage „Heiß, heißer, Haltestelle?“ – Fragen und Antworten (*.pdf, 1 MB)

Ziel der Befragung ist es, herauszufinden, wie Haltestellen in Zukunft hitzeangepasst verändert werden können, um das Warten bei sommerlichen Höchsttemperaturen angenehmer zu machen. In Dresden liegt der Untersuchungsschwerpunkt auf der Haltestelle „Julius-Vahlteich-Straße“ der Linie 6 und 7 in Gorbitz. Die Projektgemeinschaft Blaurock/Dietzel Landschaftsarchitekten entwickelte Vorschläge, wie mit Begrünungsmaßnahmen die Verschattung erhöht werden kann. Die Dresdnerinnen und Dresdner konnten diese Ideen bewerten und angeben, wie stark sie sich durch Hitze an den Haltestellen beeinträchtigt fühlen.

Die Ergebnisse fließen in die laufende Planung zur hitzeangepassten Gestaltung der Haltestelle Julius-Vahlteich-Straße ein. Wenn sich die Maßnahmen dort bewähren – Aktzeptanz , Optik, Pflege – plant die DVB weitere Haltestellen entsprechend umzugestalten. Wichtig ist allen Projektpartnern, dass die Lösungen von den Betroffenen – also den Gorbitzer Anwohnern und Fahrgästen des ÖPNV – akzeptiert werden.

REGKLAM - Regionales Klimaanpassungsprogramm

Innerhalb des Forschungsprojektes REGKLAM wurden mögliche Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel speziell für die Region Dresden entwickelt und untersucht. Es wurden Möglichkeiten bzw. Strategien zur Klimaanpassung sowohl im landwirtschaftlichen und gewerblichen Bereich als auch in städtebaulichen Fragestellungen (z. B. Gebäudeausstattung, Grünflächengestaltung) herausgearbeitet.

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