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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/klima-und-energie/stadtklima/Witterungsberichte.php 26.02.2020 17:09:09 Uhr 29.03.2020 06:10:49 Uhr
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© Unwetter über Dresden (Foto: Jan Teller)

Wie waren die Witterungsverhältnisse in den letzten Jahren in Dresden?

2019 – Neuer Wärmerekord und anhaltende Trockenheit

Über die klimatischen Verhältnisse des letzten Jahres wurde bereits viel geschrieben. So war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes das Jahr 2019 deutschlandweit mit einer Mitteltemperatur von 10,3 Grad Celsius zusammen mit dem Jahr 2014 das bisher zweitwärmste in Deutschland beobachtete Jahr seit dem Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen im Jahr 1881.

Diagramm: Darstellung der Jahresmitteltemperatur 2019 in Abweichung vom Klimamittel 1961 bis 1960, gemessen in Dresden-Klotzsche
Jahresmitteltemperatur 2019 (Dresden-Klotzsche) – Abweichung vom Klimamittel 1961-1960

Für Dresden stellt sich dies etwas anders dar. Nachdem im Rekordwärmejahr 2018 mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 11,1 Grad Celsius erstmals die 11-Grad-Marke geknackt wurde, setzt das Jahr 2019 die Messlatte noch höher: 11,2 Grad Celsius lautet die nun bisher höchste gemessene Jahresmitteltemperatur für Dresden seit 1961. Der Vergleichswert der Klimareferenzperiode 1961 bis 1990 wurde in den letzten 20 Jahren nur zwei Mal unterschritten – 1996 und 2010.

Diagramm: Darstellung der Monatsmitteltemperaturen 2019 in Abweichung vom Klimamittel 1961 bis 1960, gemessen in Dresden-Klotzsche
Monatsmitteltemperaturen 2019 (Dresden-Klotzsche) – Vergleich zum Klimareferenzwert 1961-1990

Bis auf den Monat Mai lagen die Mitteltemperaturen aller Monate über dem langjährigen Durchschnitt. Besonders gravierend war die hohe Abweichung im Juni. Eine Überschreitung der Durchschnittstemperatur um 5 Grad ist extrem selten und wurde in allen Monaten seit 1961 nur neun Mal erreicht. Im Juni 2019 lag die Temperatur 5,8 Grad über dem Klimareferenzwert.

Der rasche Temperaturumschwung am Sommeranfang bedeutete eine hohe Belastung für den Organismus. Denn der Körper ist zu dieser Zeit noch nicht so auf diese heißen Temperaturen eingestellt, wie zum Ende des Sommers.

Frosttage

Frosttage sind Tage, an denen die tiefste Tagestemperatur unter 0 Grad Celsius bleibt.

Insgesamt war es der wärmste Sommer seit 1961. Aber auch die im Vergleich zu 2018 deutlich milderen Temperaturen im Februar, März, November und Dezember trugen zum neuen Jahrestemperaturrekord bei. Es wurden lediglich sechs Frosttage in 2019 gezählt – das viertniedrigste Ergebnis seit 1961.

Was für viele Bereiche, wie das Grün in der Stadt oder die Landwirtschaft, im Jahr 2019 verheerend war, ist die aus dem Jahr 2018 fortdauernde Trockenheit. In den letzten 24 Monaten regnete es in 18 Monaten zu wenig im Vergleich zum Klimamittel 1961-1990.

Diagramm: Darstellung der Jahresniederschlagssumme 2019 im Vergleich zum Klimareferenzwert 1961-1990, gemessen in Dresden-Klotzsche
Jahresniederschlagssumme 2019 (Dresden-Klotzsche) – Vergleich zum Klimareferenzwert 1961-1990

Mit 144 statt der durchschnittlichen 177 Niederschlagstage regnete es an 16 Tagen weniger. Das klingt gar nicht so viel. Mit Blick auf die Jahresniederschlagssumme ist für das Jahr 2019 mit 503 Millimeter jedoch ein Defizit von 25 Prozent zu verzeichnen. Zwar startete das Jahr 2019 mit einem Niederschlagsüberschuss in den Wintermonaten. Dieser reichte jedoch nicht aus, um die großen Defizite der Folgemonate auszugleichen. Mit lediglich der Hälfte der sonst üblichen Regenmenge und noch weniger, waren die Monate April, Juni, August, November und Dezember viel zu trocken.

Die Trockenheit hatte und hat noch immer große Auswirkungen auf den Baumbestand im Stadtgebiet – besonders, weil es schon der zweite sehr trockene Sommer in Folge war. Die Straßenbäume werden regelmäßig vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft erfasst und kontrolliert. Während die Anzahl der Baumausfälle 2017 noch bei 78 lag, stieg diese bereits 2018 deutlich an auf 140. Im vergangenen Jahr erhöhte sich die Anzahl der abgestorbenen Straßenbäume nochmals drastisch auf 385 (Stand: November 2019).

Vorerkrankung und extreme Trockenheit: Die Blutbuche am Albertplatz konnten die Baumexperten nicht mehr retten, sie musste im Herbst 2019 gefällt werden.
Vorerkrankung und extreme Trockenheit: Die Blutbuche am Albertplatz konnten die Baumexperten nicht mehr retten, sie musste im Herbst 2019 gefällt werden.

Vor allem schwächeln große Altbäume, da diese oft eine Vorerkrankung haben. Die Trockenheit setzt ihnen zusätzlich zu und kann schließlich zum Absterben des Baums führen. So erging es zum Beispiel auch der Blutbuche am Albertplatz.

Sollte sich die trockene Witterung in diesem Jahr fortsetzen, wird sich die Anzahl der Baumausfälle vermutlich weiter drastisch erhöhen. Damit ist auch ein Umdenken erforderlich. Das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft testet derzeit 20 Baumarten im Stadtgebiet, die besser auf die klimatischen Bedingungen Hitze, Trockenheit, aber auch Frost angepasst sind. Dies sind zum Beispiel der Amberbaum, die Hopfenbuche sowie der italienische und französische Ahorn. In den nächsten Jahren wird geprüft, wie gut diese Arten in der Stadt gedeihen, damit der Baumbestand nach und nach an die veränderten Klimabedingungen angepasst werden kann. Weitere Informationen zu Baumarten, deren jeweilige Standorteignung und Pflege werden von der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz unter www.galk.de bereitgestellt.

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