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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/klima-und-energie/stadtklima/Klima_von_Dresden.php 16.09.2019 13:12:38 Uhr 21.11.2019 20:51:35 Uhr
Bestimmend für das Dresdner Klima: die Elbtalweitung (Foto: Jan Teller)
© Bestimmend für das Dresdner Klima: die Elbtalweitung (Foto: Jan Teller)

Das Klima von Dresden

Der Dresdner Raum ist der Klimazone des feuchtgemäßigten Klimas der mittleren Breiten zuzuordnen. Er wird durch den stetigen Wechsel maritimer und kontinentaler Witterungseinflüsse geprägt. Obwohl der ozeanische Einfluss überwiegt, ist im Vergleich zu den westlichen Teilen Deutschlands jedoch eine stärkere Kontinentalität zu verzeichnen, erkennbar beispielsweise an der größeren Jahresschwankung der Lufttemperatur.

Bestimmend für das Klima der Stadt Dresden ist die Lage im thermisch begünstigten Elbtal mit seinen bis zu 200 m hohen durch Seitentäler gegliederte und nur teils bebauten Randhöhen. Die Jahresmitteltemperatur Dresdens beträgt 8,9 °C (30-jähriges klimatologisches Mittel 1961 bis 1990, gemessen in Dresden-Klotzsche oberhalb des Talkessels). In Tallage herrscht ein milderes Klima. Mit zunehmender Nähe zum dichtbebauten Stadtzentrum steigen Monats- und Jahresmitteltemperaturen um 1 bis 2 K. An sonnenscheinreichen, windschwachen Sommertagen liegen die Abweichungen zwischen Stadtzentrum und Außenbereich im Mittel bei 3 bis 4 K (siehe Abbildung). Bis zu 10 K Temperaturdifferenz wurde zwischen Innenstadt und Umland bereits registriert. Bei windschwachen Wetterlagen tritt der städtische Wärmeinseleffekt am deutlichsten hervor. Die Anzahl der Tage mit Wärmebelastung liegt im Stadtgebiet entsprechend doppelt bis 3,5mal höher als im Umland. Auch reichert sich bei einer solchen Witterung die Stadtluft im Tal rasch mit Schadstoffen an, was bis zur Ausbildung einer Dunstglocke führen kann.

Im Vergleich zu anderen Ballungsräumen in Beckenlage (z. B. Erfurt und Stuttgart) ist Dresden jedoch relativ gut durchlüftet, bedingt durch den starken orographischen Einfluss auf das Windfeld. Trotz großräumiger Anströmung aus West-Südwest erfährt die Strömung eine Ablenkung entsprechend des Talverlaufes nach Südost. Die kanalisierende Wirkung des Elbtals wird umso deutlicher erkennbar, je tiefer und enger die Talsohle. Im Elbtal werden daher zwei Windrichtungsmaxima gemessen: ein stärkeres bei südöstlichen, ein etwas schwächeres bei nordwestlichen Richtungen. Der für Dresden typische vorwiegend im Winter auftretende "böhmische Wind" verstärkt das Windrichtungsmaximum aus Südost. Dieser böige Süd bis Südostwind führt teilweise sehr kalte Luft aus dem Böhmischen Becken nordwärts über die Kämme des Erzgebirges ins Elbtal.

Neben dem beschriebenen Elbtalwind sind die Zuflüsse von Kaltluft für das Dresdner Stadtklima von entscheidender Bedeutung. Kaltluft wird nachts auf den unbebauten Hochflächen produziert und strömt über Quer- und Seitentäler ins Stadtgebiet. Dort sorgt sie sowohl für eine Abmilderung des nächtlichen Überwärmungseffekts als auch für eine Verdünnung der mit Schadstoffen angereicherten Stadtluft.

Eine wichtige reduzierende Wirkung auf den Wärmeinseleffekt haben auch die städtische Parks und Grünflächen. Im Großen Garten liegt beispielsweise die Temperatur in Strahlungsnächten im Mittel um 2 bis 3 K niedriger als in der bebauten Umgebung. In einigen Stadtteilen, die sich durch einen hohen Versiegelungsgrad, kompakte Bebauungsstrukturen sowie einen geringen Vegetationsanteil auszeichnen, wie z. B. Altstadt, Neustadt, Pieschen, findet die natürliche nächtliche Abkühlung durch Vegetationsflächen und Kaltluftflüsse nur unzureichend statt. Dies sind die von sommerlicher Überwärmung am stärksten betroffenen Stadtquartiere.

Die stadtklimatischen Verhältnisse im Dresdner Stadtgebiet sind in einem kurzen Bericht zusammengefasst:

Klimatische Situation in Dresden (*.pdf, 1,4 MB)

Die durchschnittlichen Überwärmungsraten für das Dresdner Stadtgebiet sowie die bedeutenden Klimafunktionen zeigt die interaktive Karte im Themenstadtplan:

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