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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/klima-und-energie/klima-von-dresden/stadtklima/waermebelastung.php 11.06.2026 10:19:50 Uhr 12.07.2026 23:06:39 Uhr

Wärmebelastung in der Stadt

In einer Stadt wirken sich Bebauung, Flächenversiegelung, ein geringer Grünanteil und Emissionen auf Wind, Temperatur und Luftfeuchtigkeit aus, sodass sich ein spezifisches Klima – das Stadtklima – einstellt.

Methodik

Die vorliegende Modellierung wurde mit dem Stadtklimamodell PALM (Parallelized Large-Eddy Simulation Model) durchgeführt. PALM ist ein hoch- und gebäudeauflösendes 3D-Stadtklimamodell, das atmosphärische Prozesse simuliert. Es berechnet detailliert Wind, Temperatur und Luftfeuchtigkeit, um die Temperaturverteilung – im speziellen Hitzeinseln – zu identifizieren. Es basiert auf dem Large-Eddy Simulation (LES) Modell der Universität Hannover, welches turbulente Luftströmungen um Gebäude und durch Straßenschluchten darstellt. Es berücksichtigt die Wechselwirkungen zwischen

  • Atmosphäre (Temperatur, Wind und Feuchtigkeit),
  • Oberflächen (Aufheizung von Asphalt, Fassaden und Dächern) und
  • Vegetation (Kühlung durch Verschattung und Verdunstung von Bäumen und Grünflächen).

Für das Stadtklima sind höhere Temperaturen ebenso charakteristisch wie eine allgemein niedrigere Luftfeuchtigkeit und reduzierte Windgeschwindigkeit im Vergleich zum unbebauten Umland.

Das Amt für Gesundheit und Prävention und das Umweltamt haben nachgemessen und im Themenstadtplan der Landeshauptstadt Dresden neues Kartenmaterial modelliert.

Kartenmaterial zur gefühlten Temperatur zeigt Gefahr für Hitzestress

Die Karte zur gefühlten Temperatur stellt die Wärmebelastung an einem wolkenfreien, windschwachen, heißen Tag (Tagesmaximumtemperatur erreicht oder übersteigt 30 Grad Celsius) um 15 Uhr im Stadtgebiet dar. Sie veranschaulicht die Wärmebelastung als subjektives Wärmeempfinden und berücksichtigt neben der Lufttemperatur auch Luftfeuchtigkeit, Wind, Strahlung sowie den Wärmehaushalt des Menschen. Damit erlaubt sie eine genauere Einschätzung des Hitzestresses für den Menschen.
Meist liegt der Zeitpunkt der höchsten Temperatur am Nachmittag. Besonders in stark versiegelten Bereichen ohne Schatten, wie z.B. dem Neumarkt und dem Altmarkt, treten hohe bis sehr hohe Werte und damit eine starke bis extreme Wärmebelastung für den Menschen auf. Die Modellierung verdeutlicht damit die Gefahr für Hitzestress im innerstädtischen Raum und macht kleinräumige Unterschiede innerhalb des Stadtteils sichtbar.
Bürgerinnen und Bürger können so nachvollziehen, an welchen Orten es zu höherer Wärmebelastung und Hitzestress kommt und welche Orte dagegen trotz großer Hitze immer noch angenehm sind, wie z.B. schattige Bereiche im Großen Garten. Diese kühlen Orte sind immens wichtig, um an heißen Tagen Abkühlung und Erholung finden.

Kartenmaterial zur Lufttemperaturverteilung zeigt Abkühlung in der Nacht

Im Themenstadtplan sind außerdem Karten zur Lufttemperaturverteilung

  • am Abend (23 Uhr) und
  • am frühen Morgen (5 Uhr)

zu finden. Diese Karten zeigen, wie sich die tagsüber aufgewärmte Stadt am Abend und im Laufe der Nacht abkühlt.

Zusammenfassend betrachtet kann sich die Wärmebelastung in den innerstädtischen Gebieten negativ auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Dresdnerinnen und Dresdner auswirken:

  • Ab +32 Grad Celsius gefühlter Temperatur wird die nahe Umgebung als heiß empfunden und es ist von einer starken Wärmebelastung auszugehen, bei der eine hohe gesundheitliche Gefährdung besteht.
  • Die hohen abendlichen Lufttemperaturen wirken sich erheblich auf die (Ein-)Schlafqualität und das Wohlbefinden.
  • Fallen die Temperaturen nicht unter 20 Grad Celsius im Laufe der Nacht, gilt dies als besonders belastend, da der Körper keine Möglichkeit zur nächtlichen Erholung von der Tageshitze findet. Denn der Körper benötigt eine kühlere Umgebung (optimal 16–18 Grad Celsius) zur Schlafförderung. Ist dies nicht gegeben, führt die Wärme oft zu Unruhe und schlechtem Schlaf (Met Office, 2025).
Schwitzen gehört im Sommer in der Dresdner Innenstadt und anderen dicht bebauten Gebieten längst zum Alltag. Im Zuge der rasch voranschreitenden Klimaveränderungen mit steigenden Temperaturen werden sich der Hitze- und der Wärmeinseleffekt in den Städten weiter verschärfen.
René Herold, Leiter des Umweltamts
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