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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/hochwasser/oeffentlich/hochwasserschutz_Kaditz_Uebigau.php 15.08.2019 12:02:22 Uhr 21.11.2019 07:53:53 Uhr

Hochwasserschutz in Kaditz/Übigau südlich der Flutrinne Kaditz

Im August 2002 wurden auch im Gebiet südlich der Flutrinne Kaditz Bevölkerung und Unternehmen, darunter die zentrale Kläranlage Kaditz der Stadtentwässerung Dresden GmbH, durch das höchste bislang in Dresden gemessene Hochwasser der Elbe (Scheitelwasserstand 940 cm Pegel Dresden am 17.08.2002) schwer getroffen. Beim Elbe-Hochwasser im Juni 2013 konnten durch die gute Vorbereitung und das außerordentliche persönliche Engagement der Betroffenen mit Maßnahmen der Hochwasserabwehr größere Schäden weitgehend verhindert werden.
Elbe-Hochwasser August 2002 – in Bildmitte Siedlungsgebiet südlich der Flutrinne
Bei einem Elbe-Hochwasser mit einem statistischen Wiederkehrintervall von 100 Jahren (HQ100), das hinsichtlich Durchflussmenge bzw. Scheitelwasserstand zwischen den Hochwassern von 2002 und 2013 liegt, würden die im Juni 2013 erfolgreich realisierten Hochwasserabwehrmaßnahmen allerdings nicht ausreichen.

Deshalb ist in der Hochwasserschutzkonzeption (HWSK) Elbe des Freistaates Sachsen von 2004 festgelegt, dass folgende baulich-technische Hochwasserschutzmaßnahmen zu verfolgen sind:

  • Neubau Deich an südlicher Begrenzung der Flutrinne Kaditz von BAB 4 bis Brücke Sternstraße (Abschnitte M 53.1 und M 53.2)
  • Hochwasserschutzanlage Altmickten (M 54)
  • Hochwasserschutzanlage Altübigau (M 55)
  • Erhöhung/Ertüchtigung Deich vor der Kläranlage Kaditz (Abschnitte M 59.1 bis 59.3) bzw. Aufhöhung Gelände oberhalb Autobahn Dresden (Abschnitte M 59.4 bis 59.5)

Im Rahmen der wasserrechtlichen Planfeststellung der Hochwasserschutzanlage an der Nordseite der Kaditzer Flutrinne wurde festgelegt, dass die o. g. Maßnahmen noch zu ergänzen sind durch eine Hochwasserschutzanlage von der Brücke Sternstraße bis zum Einlauf der Flutrinne Kaditz (Abschnitte M 53.3 und M 53.4)

Sämtliche Maßnahmen werden durch die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen geplant und errichtet. Die Maßnahmen in den Abschnitten M 59.4 und M 59.5 werden nicht weiter verfolgt, da keine baulichen Nutzungen in diesen Bereichen gefährdet sind. Zurzeit wird geprüft, wie die Fläche hinter dem bestehenden Deich als Retentionsraum wiedergewonnen werden kann.

Übersicht über die im HWSK Elbe vorgesehenen Hochwasserschutzmaßnahmen

Bis zur Fertigstellung der Maßnahmen gemäß HWSK Elbe können die hochwassergefährdeten Bereiche der Kläranlage Kaditz sowie von Altmickten und Altübigau nur durch Maßnahmen der Hochwasserabwehr verteidigt werden.

Für die Hochwasserabwehr bei der Kläranlage Kaditz betreibt die Stadtentwässerung Dresden GmbH das mobile System AquaBarrier. Mit einer Verbaulänge von etwa 700 Metern ist es abwehrwirksam bis zu einer Wasserspiegellage von etwa 110,8 m NHN am Standort; dies entspricht einem Wasserstand von etwa 980 cm Pegel Dresden (Modell 2017). Beim Elbe-Hochwasser im Juni 2013 bestand es seine erste Bewährungsprobe und verhinderte eine Überschwemmung der Kläranlage Kaditz, sodass deren Entwässerungsfunktion für das gesamte Stadtgebiet auch während des Hochwassers aufrechterhalten werde konnte.

AquaBarrier-System vor der Kläranlage Kaditz beim Elbe-Hochwasser 2013
Auf Grundlage eines Stadtratsbeschlusses vom 3. September 2015 unterstützt das Brand-und Katastrophenschutzamt (BKSA) die in einer Bürgerinitiative organisierte Bevölkerung in Altmickten und Altübigau bei der Vorbereitung und Errichtung von Sandsackverbauen. Durch das Umweltamt wurden dazu zwei Arbeitshilfen veröffentlicht; siehe Rubrik Dokumente und Materialien.

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