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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/hochwasser/eigenvorsorge/Vor_dem_Hochwasser.php 06.07.2018 09:42:23 Uhr 17.11.2018 06:43:55 Uhr

Vor dem Hochwasser

Das richtige Verhalten bei Hochwasser verhindert Schäden für Mensch und Natur. Die folgenden Hinweise sollen ihnen helfen, sich und ihr Eigentum wirksam zu schützen.

Informieren Sie sich über mögliche Gefahren

Nicht alle Stadtgebiete Dresdens sind in gleicher Art von Hochwasser bedroht. Allerdings können Überflutungen auch an Stellen auftreten, die weit entfernt von Flussläufen liegen. Bei Hochwasser müssen häufig Straßen gesperrt werden, was zu Verkehrsbehinderungen im gesamten Stadtgebiet führt. Außerdem könnten öffentliche Einrichtungen wie Behörden, Schulen und Kindertageseinrichtungen geschlossen werden. Sie sollten also das Risiko von Überflutungen durch Hochwasser, Wasser aus der Kanalisation und Grundwasser an ihrem Wohnort und in ihrem Stadtteil kennen. Informieren Sie sich aber auch über mögliche Hochwassergefahren an Orten, die Sie regelmäßig aufsuchen, oder auf dem Weg dorthin. Auf folgenden Seiten finden Sie Informationen, die Ihnen helfen, Hochwassergefahren einzuschätzen:

Erfahrungen nutzen

Wenn Sie erst kürzlich in ein hochwassergefährdetes Gebiet zugezogen sind, dann lassen Sie sich durch alteingesessene Anwohner beraten und nutzen Sie deren Erfahrungen.

Melden Sie Abflusshindernisse

Größere Gegenstände im Wasser und auf dem Gewässerrandstreifen, wie Abfälle, Grasschnitt und sonstige Materialien können bei Hochwasser zu gefährlichem Treibgut werden, das Brücken und Engstellen verstopft. Melden Sie solche Abflusshindernisse dem Umweltamt.

Gewässeranlieger: Halten Sie den Gewässerrandstreifen frei

Als Gewässeranlieger ist es ihre Pflicht den Gewässerrandstreifen selbst frei zu halten. Der Gewässerrandstreifen ist in bebauten Gebieten ein fünf Meter breiter Streifen entlang des Gewässers, der an der Böschungsoberkante beginnt. In der freien Landschaft ist der Gewässerrandstreifen zehn Meter breit. Außerdem sollten Sie die Versieglung von Flächen vermeiden.

Treffen Sie bauliche Vorsorge

Wer in hochwassergefährdeten Gebieten gebaut hat oder bauen möchte, sollte die Bauweise entsprechend anpassen. Dazu gibt es eine Vielzahl verschiedener Lösungsansätze. Ausführliche Informationen und Beratungsangebote finden Sie hier:

Auf jeden Fall sollte ein sachkundiger Entwurfsverfasser zu Rate gezogen werden. Adressen vermitteln die Ingenieurkammer und die Architektenkammer Sachsen:

Ingenieurkammer Sachsen http://www.ing-sn.de/ Besucheradresse: Annenstraße 10

01067 Dresden

Telefon: (03 51) 38 33 60  

Architektenkammer Sachsen http://www.aksachsen.org/ Besucheradresse: HAUS DER ARCHITEKTEN

Goetheallee 37

01309 Dresden

Telefon: (03 51) 31 74 60

Einen guten Einstieg in die Thematik der baulichen Vorsorge bieten Veröffentlichungen des HochwasserKompetenzCentrum (HKC) e. V. Köln zu dem von ihm entwickelten Hochwasser-Pass. Dieser stellt ein innovatives Dokument zur Standortanalyse und Bewertung von bestehenden oder geplanten Privat- und Gewerbe-Immobilien in hochwassergefährdeten Gebieten dar.

Halten Sie Material zur HW-Abwehr bereit!

Außerdem sollten Sie die notwendigen Materialien (z. B. Sand und Sandsäcke) bereithalten, um ihr Eigentum vor eindringendem Wasser zu schützen. Sie können nicht damit rechnen, dass Feuerwehr und Einsatzkräfte auch Private mitversorgen können.

Versichern Sie sich gegen Hochwasserschäden

Bei künftigen Hochwasserereignissen ist eine staatliche finanzielle Hilfe zur Beseitigung von Hochwasserschäden nur noch unter sehr eingeschränkten Ausnahmetatbeständen bei unverschuldeter Notlage und nachgewiesener Bedürftigkeit möglich. Näheres ist in der "Richtlinie Elementarschäden" des Freistaates Sachsen verankert:

Deshalb ist es ratsam, zusätzlich eine Elementarschadensversicherung abzuschließen. Der "Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V." (GDV) hat hierzu das Faltblatt veröffentlicht:
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Umweltamtes beraten gern zum Thema Hochwasservorsorge.

Der Freistaat Sachsen bietet gemeinsam mit der GDV unter "ZÜRS public" eine interaktive grundstücksgenaue Risikoanalyse an

Legen Sie sich eine persönliche Grundausrüstung zu

Wenn Sie in einem hochwassergefährdeten Gebiet wohnen, ist es sinnvoll, eine Grundausrüstung für den Notfall bereitzuhalten. Diese Gegenstände brauchen Sie:

  • netzunabhängiges Rundfunkgerät (Batterien regelmäßig laden)
  • Beleuchtung: Kerzen, Taschenlampe mit Batterien, Petroleumlampe mit Petroleum, Lampenaufsatz für Campinggasflasche, Streichhölzer
  • stromunabhängige Kochstelle: Spirituskocher, Campinggaskocher, Benzinkocher, Trockenspirituskocher mit Brennstoff
  • Heizung: Campinggasflasche mit Heizungsaufsatz, Wärmflaschen, Wolldecken
  • Hausapotheke
  • Utensilien der persönlichen Hygiene: Wenn kein Abwasserabfluss möglich ist, dann Waschschüssel sowie Toiletteneimer mit Deckel oder Campingtoilette verwenden.
  • Gummistiefel und Wathosen.

Weitere Hinweise finden Sie zum Beispiel hier:

Befassen Sie sich mit dem Thema Hochwasservorsorge

Mal vergehen nur einige Monate bis zum nächsten Hochwasser, dann wieder Jahrzehnte – unabhängig davon muss in hochwassergefährdeten Gebieten das Bewusstsein für das Leben am und mit dem Fluss wach gehalten werden. Befassen Sie sich deshalb immer wieder mit dem Thema und prüfen Sie Ihre Vorkehrungen.

Man kann sich auch spielerisch mit dem Thema Hochwasservorsorge befassen. Zum Beispiel mit dem Computerspiel „SchaVIS“ (SchadensVISualisierung). Beauftragt vom Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht des Landes Rheinland-Pfalz und entwickelt von der Hochschule RheinMain möchte dieses Spiel in vier Szenarien am Beispiel eines Eigenheimes die Möglichkeit geben, sich mit der Thematik der privaten Hochwasservorsorge auseinander zu setzen. Die Spielanleitung und das kostenfreie Download für SchaVIS finden Sie unter:

Das Computerspiel "SimFLOOD" wurde an der Universität Karlsruhe konzipiert. Auch hier soll man als hochwassergefährdeter Hauseigentümer einschätzen, wie und zu welchem Preis man sich vor Hochwasserschäden schützen und versichern möchte. Die kostenfreie Anmeldung und die Spielanleitung sind erhältlich unter
Mit verschiedenen Aspekten der konkreten Hochwassergefahr und Hochwasservorsorge in Dresden befasst sich der im Jahr 2006 gemeinsam vom Freistaat Sachsen mit der Landeshauptstadt Dresden geschaffene Hochwasserlehrpfad. Informationstafeln an mehreren Standorten auf beiden Elbseiten zwischen Augustusbrücke und Marienbrücke veranschaulichen die einzelnen Themen
Im Rahmen des transnationalen EU-Projektes LABEL wurde ein Wanderführer entlang der Labe/Elbe von der Quelle im Riesengebirge bis zur Mündung in die Nordsee erstellt. Die Broschüre und weitere interessante Punkte und Informationen zu Sehenswertem an dem Fluss sind einsehbar unter:

Projekt Sächsisch - Tschechisches Hochwasserrisikomanagement (STRIMA)

Seit Mitte 2013 engagiert sich die Landeshauptstadt Dresden, vertreten durch das Umweltamt, gemeinsam mit der tschechischen Agentur für regionale Entwicklung (Agentura regionálního rozvoje, spol. s.r.o. Liberec) unter Führung des Leadpartners, dem Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, im grenzüberschreitenden Projekt Sächsisch - Tschechisches Hochwasserrisikomanagement STRIMA.

Ausführliche Informationen zu STRIMA finden Sie auf der Projekthomepage unter:

Das Projekt fand am 25.11.2014 in Dresden mit der Vorstellung von Projektergebnissen seinen vorläufigen Abschluss.

Ansprechpartner: Landeshauptstadt Dresden

Umweltamt - Abt. Kommunaler Umweltschutz

E-Mail: umwelt.kommunal@dresden.de

Tel.: (0351) 4 88 62 11

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