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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/055/06/Glossar-A-Z.php 24.09.2020 17:03:04 Uhr 20.06.2021 03:48:30 Uhr

Glossar A-Z zum Thema Regenwasser

Auf den Seiten zum Thema Regenwasser begegnen Ihnen zuweilen Fachbegriffe oder unvertraute Formulierungen. Wir haben Ihnen ausgewählte Begriffe von A bis Z zusammengestellt und bieten Erläuterungen:

A

Abfluss

ist das durch die Schwerkraft auf der Erdoberfläche (oberflächlicher Abfluss) und unter der Erdoberfläche (Grundwasserbewegung) im Wasserkreislauf sich bewegende Wasser, auch Wassermenge, die in einer Zeiteinheit einen Abflussquerschnitt durchfließt.

Abflussbeiwert

ist das Verhältnis der Summe aller Regenabflussmengen zum Regenvolumen eines Regenereignisses.
Der Abflussbeiwert dient zur Ermittlung der abflusswirksamen Fläche indem der Flächeninhalt der an eine Versickerungsanlage angeschlossene undurchlässige mit dem zugehörigen mittleren Abflussbeiwert multipliziert wird.

Abflusswirksame Fläche

s. auch Abflussbeiwert
Anwendungsbezogener Rechenwert zur Qualifizierung des Anteils einer zu entwässernden Fläche, von der Niederschlagsabfluss nach Abzug aller Verluste vollständig in ein Entwässerungssystem gelangt.

Ableitung, gedrosselt

Durch die Größe der Ableitungsöffnung auf ein bestimmtes Maß gedrosselte Ableitung in l/s.

Abminderungsfaktor

ist eine im Rahmen der Abwassergebührensatzung festgelegte Größe. Ein Abmiderungsfaktor von 0,7 bedeutet, dass 70 Prozent der in die Kanalisation angeschlossenen Flächen in die Berechnung der Niederschlagswassergebühr eingehen.

Altlasten

Wo Regenwasser versickert, darf der Untergrund keine mobilierbaren Schadstoffe enthalten. Besteht ein Verdacht auf Bodenverunreinigung am Versickerungsstandort, sind spezielle Untersuchungen für den Nachweis notwendig, dass es durch den Sickerprozess zu keiner Mobilisierung von Schadstoffen kommt und dadurch das Grundwasser nicht belastet wird.
Ob für Ihr Grundstück ein Altlastenverdacht besteht, können Sie schriftlich mit eigentümernachweis (Grundbuchauszug) gebührenpflichtig im Umweltamt anfragen.

B

Bewirtschaftung von Regenwasser

Unter naturnaher Bewirtschaftung des Regenwassers versteht man, die ortsspezifischen Komponenten des natürlichen Wasserhaushaltes »Verdunstung«, »Grundwasserneubildung« und »oberflächlicher Abfuss« durch naturnahe maßnahmen der »Versickerung«, »Speicherung« und »gedrosselte Ableitung« im Sinne einer Eingriffsminimierung vor Ort zu erhalten bzw. wieder herzustellen.

Bodenzone, belebt

(Oberboden, Mutterbodenhorizont)
Oberer Teil des Mineralbodens, der einen der jeweiligen Bodenbildung entsprechenden Anteil an Humus und Bodenorganismen enthält un der sich meist durch eine dunlere Bodenfarbe vom Unterboden abhebt.
In der belebten Bodenzone erfolgt bei der Sickerpassage des Regenwassers hauptsächlich die sorptive physiko-chemische Bindung, Filterung undder mikrobielle Abbau von Schadstoffen.

C

D

Dachbegrünung

kompensiert die Flächenversiegelung, reinigt das Regenwasser und hält die Niederschläge ganz oder teilweise zurück.

Deckschicht

Gesteinskörper oberhalb einer Grundwasseroberfläche

Dezentrale Anlagen zur Regenwasserbewirtschaftung

Anlagen zur Bewirtschaftung der auf dem Grundstück anfallenden Niederschlagsabflüsse.

Durchlässigkeit des Bodens

ist die Fähigkeit des Bodens, Flüssigkeit oder Gas durch die offenen Pren einer Bodensäule durchströmen zu lassen. Sie ist vornehmlich von der Bodenstruktur abhängig.

Durchlässigkeitswert

ist ein Maß der Durchgangsgeschwindigkeit für Fließvorgänge in der wassergesättigten Zone. Bei den hier betrachteten entwässerungstechnischen Versickerungsvorgängen ist der verringerte Durchfluss der ungesättigten Zone zu berücksichtigen und die Verringerung während der Betriebszeit des Versickerungsanlage zu beachten. Für Versickerungsanlagen kommen Durchlässigkeitsbeiwerte im Bereich von 4 bis 225 cm/h in Betracht.

E

Eingriff in den Wasserhaushalt

Unter »Eingriff« in den Wasserhaushalt wird eine Regenwasserentsorgung verstanden, die das im natürlichen Zustand vorhandene Verhältnis der Wasserhaushaltskomponenten Verdunstung, Grundwasserneubildung und oberflächlicher Abfluss deutlich stört.

Eingriffminimierung in der Wasserhaushalt

bedeutet, durch Maßnahmen der naturnahen Regenwasserbewirtschaftung dem Wasserhaushalt eines bebauten Gebietes dem des unbebauten Gebietes weitgehend anzugleichen.

Einleiten von Regenwasser

in oberirdische Gewässer muss grundsätzlich von der Wasserbhörde erlaubt werden.

Entsiegeln von Flächen

Erhöung der Verickerungsleistung abgedichteter, befestigter Flächen.

F

Festgestein

ist ein Gemenge gleicher oder verschiedener Minerale mit primär festem Kornverband.

Flächengrundlagenbescheid

auf der Grundlage der Erklärung des Grundstückseigentümers über an das Kanalnetz angeschlossenen versiegelten Flächen wird von der Stadtentwässerung Dresden GmbH ein Bescheid zur Festsetzung der Höhe der Niederschlagswassergebühr erteilt.

Flächenversickerung

Flächenhafte Versickerung von Niederschlagsabflüssen ohne zeitweilige Speicherung.

G

Gebietstypen des Wasserhaushaltes

Es ist gängige Praxis, die Wasserbilanz auf verschiedene Raumeinheiten zu beziehen und Regionalsierungen vorzunehmen. Es werden Gebiete abgegrenzt mit generalisierend annähernd gleicher Aufteilung des Niederschlages in die Bilanzgrößen Verdunstung, Grundwasserneubildung und oberflächlicher Abfluss. Grundlage der Abgrenzung bildeten in Dresden geomorphologische und hydrogeologische Gebietseigenschaften.

Grundwasserflurabstand

Lotrechter Abstand zwischen einem Punkt der Erdoberfläche und der Grundwasseroberfläche des ersten Grundwasserstockwerkes.

Grundwasserneubildung

geschieht, wenn Regenwasser das Grundwasser speist.

H

I

J

K

Kanalisation

bauliche Einrichtung zum Sammeln und Ableiten von Abwasser in meist geschlossenen Rohrleitungen.

L

M

Mittlerer höchster Grundwasserstand

arithmetisches Mittel der Jahreshöchstwerte mehrerer Jahre mit Angabe des Zeitraumes.

Mulden-Rigolen-Element

Anlage aus begrünten Mulden mit darunter liegender Rigole zur Versickerung von Niederschlagsabflüssen.

Mulden-Rigolen-System

mehrere Mulden-Rigolen-Elemente, bei denen mit Drosseleinrichtungen das in den Rigolen gespeicherte Wasser in einem vernetzten System abgegeben werden kann.

Muldenversickerung

Die Versickerung von Niederschlagsabflüssen erfolgt in einer flach geformten Geländemulde mit zeitweiliger oberirdischer Speicherung.

N

Nutzung von Regenwasser

bedeutet, Niederschlagsabflüsse in Zisternen zu speichern und sie als Brauchwasser für verschiedene Nutzungszwecke vorzuhalten, z. B. Grünflächenbewässerung, Toilettenspülung, Waschmaschine, Betriebswasser in Gewerbe und Industrie.

O

Oberflächengewässer

natürliches oder künstliches oberirdisches Gewässer

Oberflächlicher Abfluss

s. Abfluss

P

Q

R

Rigolenversickerung

linien- oder flächenförmige Versickerung von Niederschlagsabflüssen in einen mit speicherfähigem Material versehenen Aushub mit oberirdischer Zuleitung.

Rohr-Rigolenversickerung

Kombination von Rohr- und Rigolenversickerung

Rohrversickerung

linienförmige unterirdische Versickerung von Niederschlagsabflüssen in einem in speicherfähiges Material gebettetes Rohr mit unterirdischer Zuleitung.

Rückhaltung von Regenwasser

ist die Speicherung von Niederschlagswasser vor Ort im Siedlungsgebiet (wird auch als Retention bezeichnet)

S

Schachtversickerung

punktförmige unterirdische Versickerung von Niederschlagsabflüssen in einem Schacht mit durchlässiger Sohle und/oder Wandung

Speisung des Grundwassers

bzw. Grundwasserneubildung

Standortbedingungen

sind Bedingungen am geplanten Standort von Versickerungsanlagen, die wesentlich für die Dimensionierung sowie den störungsfreien Betrieb sind, zum Beispiel
- Durchlässigkeit des Sickerraumes,
- Mächtigkeit des Sickerraumes,
- Stoffrückhaltevermögen des Sickerraumes,
- Schadstoffpotenzial des Sickerwassers,
- Abstand von Gebäuden und Grenzen,
- Gebäudeneigung,
- Notentlastung.

T

U

V

Verdunstung

ist der Übergang des Wassers vom flüssigen in den gasförmigen Zustand. Je höher die Temperatur, je niedriger der Luftdruck, je größer das Sättigungsdefizit und je intensiver die Luftbewegung sind, umso größer wird die Verdunstung.

Versickerung

ist die Sickerwassermenge, die unmittelbar unterhalb des verdunstungsbedingten Bodenbereiches eindringt. Die Menge, die die Grundwasseroberfläche erreicht, wird als Durchsickerung bzw. Grundwasserneubildung bezeichnet.

W

Wasserhaushalt

Wasserhaushalt, Wasserkreislauf und Wasserbildung sind eng miteinander verknüpfte Begriffe. Diese drei Themenbereiche können in allen Rau- und Zeitbezügen betrachtet werden. Die Bilanzierung des Wasserhaushaltes erfolgt ganz allgemein mit der sogenannten Wasserbilanzgleichung N = V + GWN + A. D. h., die Wasserhaushaltskomponenten Verdunstung (V), Grundwassernaubildung (GWN) und oberflächlicher Abfluss (A) werden aus dem Niederschlag (N) gespeist.

Wasserrechtliche Erlaubnis

Die Benutzung von Gewässern bedarf in der Regel einer wasserrechtlichen Erlaubnis. Das Grundwasser wird bei Versickerung »benutzt«, die Oberflächengewässer durch Einleitungen.

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