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https://www.dresden.de/de/stadtraum/planen/stadtentwicklung/stadterneuerung/brachflaechenentwicklung.php 20.02.2019 08:08:59 Uhr 17.09.2019 11:50:30 Uhr

Brachflächenentwicklung in Dresden

Die Stadt Dresden hat seit 1990 zahlreiche städtebauliche und wirtschaftliche Probleme gelöst. In allen Stadtteilen wurden Wohngebäude saniert und neu errichtet, zahlreiche Gewerbeflächen wurden entwickelt, bestehende Gewerbestandorte mit großem Aufwand den heutigen Nutzeransprüchen angepasst. Der größte Teil dieser Leistungen wurde von privaten Grundstückseigentümern und Unternehmen aus Bauwirtschaft, Industrie und Handwerk erbracht. Nicht immer reichten diese Potenziale aus, um brach gefallene Grundstücke wiederzubeleben und mit neuen Nutzungen zu versehen.

Zu den Brachflächen gehören leer stehende Gewerbebauten, ungenutzte Industrieareale, nicht mehr benötigte Verkehrsflächen, aber auch ruinöse Wohngebäude. Teilweise sind diese Grundstücke mit Altlasten behaftet und können erst nach deren Sanierung weiter entwickelt werden.

Manchmal ist die Beeinträchtigung für die Bewohner angrenzender Bereiche so stark, dass sehr schnelles Eingreifen erforderlich ist. Dies geschieht durch Mitarbeiter des Umweltamtes.

Die mit verwahrlosten Grundstücken einher gehenden Probleme können allein mit den Möglichkeiten des Abfallrechtes nicht gelöst werden.

Das Sachgebiet Abfall und Brachflächen sorgt sich dabei um die auf dem Grundstück lagernden Abfälle. Zumeist wird die Abfallberäumung angeordnet, wobei in Abhängigkeit von der Gefährlichkeit und der Menge der Abfälle zu entscheiden ist, ob eine vorübergehende Sicherung des Grundstückes ausreicht oder aber eine sofortige Beräumung angeordnet werden muss.

Von der Öffentlichkeit wird häufig eine schnellere Abfallberäumung auf diesen Grundstücken angemahnt. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Einhaltung des Rechtswegs in Abhängigkeit vom Ermittlungsaufwand mitunter sehr langwierig sein kann. Zusätzlich ist die Verhältnismäßigkeit behördlicher Eingriffe zu beachten.

Die größte Ballung von Brachflächen befindet sich entlang der Eisenbahntrasse in Richtung Pirna, an der sich wegen der guten Erschließung früher zahlreiche Gewerbe ansiedelten. Eine Konzentration brach liegender Grundstücke befindet sich ebenfalls im Südwesten und im Nordwesten der Stadt.

Die Stadt hat sich die Aufgabe gestellt, ausgewählte Brachflächen zu entwickeln und damit auch einem der wichtigsten Ziele der Stadtentwicklung, der Nutzung der innenstädtischen Bauflächenpotenziale, zu entsprechen.

Die Strategie zur Reaktivierung von Brachflächen besteht einerseits mit hoher Priorität in der baulichen Entwicklung von Flächen, die eine Impulswirkung aus städtebaulicher Sicht für ganze Stadtteile auslösen können (z.B. Ostragehege; Dresdner Westen), von Flächen, die aufgrund der von ihnen ausgehenden Umweltgefährung die Beseitigung von Altlasten erfordern und von größeren Bereichen, die als Gewerbestandorte entwickelt werden können. Darüber hinaus stellen die innerstädtischen Brachflächen ein bedeutendes stadtentwicklerisches Potenzial für attraktives Wohnen in der Stadt dar. Außerdem dienen geeignete Brachen auch der Stärkung des Grünsystems, dessen Leistungsfähigkeit letztlich auch der Reduzierung der Auswirkungen des Klimawandels dient.

Seit 1990 werden vor allem kleinere Brachflächen in den Fördergebieten der Stadterneuerung entwickelt. Zu diesem Zweck kommen Fördermittel der EU, des Bundes und des Freistaates Sachsen zum Einsatz. Die Brachflächensanierung ist ein Baustein der Stadtteilentwicklung.

Grundlage der Brachflächensanierung in Dresden ist u. a. ein umfassendes und ständig fortgeschriebenes städtisches Brachflächenkataster. Im Stadtplanungsamt wird dazu eine Datenbank geführt, in welcher alle wesentlichen Merkmale dieser Flächen erfasst werden und daraus eine Prioritätensetzung für die Entwicklung abgeleitet wird.

Zur Entwicklung dieser Flächen arbeiten verschiedene Ämter der Stadtverwaltung eng zusammen (Umweltamt, Amt für Wirtschaftsförderung, Stadtplanungsamt, Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung). In mehreren Fällen wurde die praktische Umsetzung der Brachflächenentwicklung durch die STESAD GmbH betreut, so auch die EFRE-Projekte zur Brachflächensanierung. Auf den Internetseiten des Umweltamtes können Sie sich zu Projekten der Brachflächensanierung ausführlicher informieren.

Förderprogramme zur Brachflächensanierung

EFRE-Projekt: Ostragehege (DGI GmbH)

Seit vielen Jahren wird für den nördlichen und westlichen Teil des Ostrageheges nach Entwicklungsmöglichkeiten gesucht. Bislang fanden sich keine Investoren, um diesen Standort zu entwickeln. So verfielen die ehemals zum städtischen Schlachthof gehörenden Gebäude und Werkanlagen. Im Rahmen der EFRE-Förderung wurden die nicht unter Denkmalschutz stehenden Baulichkeiten abgebrochen.

Damit wurden Voraussetzungen für künftige Investitionen geschaffen. Die Flächen wurden begrünt und damit Bestandteil der landschaftlich reizvollen Teiles der Halbinsel.

 

Gesamtkosten:

 

ca. 675.000 €

davon Fördermittel des EFRE: 

200.000 €

Fertiggestellt im Jahr:

2010

EFRE-Projekt: Ostragehege (Landeshauptstadt Dresden)

Große Teile des Ostrageheges wurden bis in die 1990er Jahre durch den städtischen Schlachthof genutzt. Mit der Schließung des Schlachthofes sind große städtebauliche Chancen verbunden. Auf der mehr als 50 Hektar großen Schlachthofinsel standen ca. 20 Hektar gut erschlossenes Bauland in Innenstadtnähe für eine hochwertige Entwicklung zur Verfügung. Bisherige Schritte zur Umstrukturierung und Aufwertung des Ostrageheges waren der Bau der Messe und der daran anschließende Neubau des Dresdner Sportgymnasiums, beide unter Nutzung denkmalgeschützter Bausubstanz des Erlweinschen Schlachthofensembles.

Neben dem ebenfalls durch den EFRE geförderten Abbruch der Gebäude auf dem Areal der DGI GmbH stellte der Abbruch des in kommunalem Eigentum befindlichen ehemaligen Verwaltungsgebäudes einen weiteren Schritt zur Entwicklung der brach liegenden Teile des Ostrageheges dar.

 

Gesamtkosten:

 ca. 62.000 €

davon Fördermittel des EFRE:

47.000 €

Fertiggestellt im Jahr:

2010

EFRE-Projekt: Rosenstraße 77

 

Der Gewerbebereich zwischen Freiberger Straße und Budapester Straße gehört zu den ältesten Dresdner Gewerbegebieten. Im zweiten Weltkrieg schwer zerstört, wurden in diesem Areal nach 1945 neue Betriebe angesiedelt, die heute nicht mehr existieren.

Der ehemalige Chemiehandel Rosenstraße 77 gehört zu diesen Betrieben. Nach der verheerenden Weißeritzflut im Jahr 2002 wurde er endgültig von seinen Besitzern aufgegeben. Der Abbruch aller Gebäude und eine umfassende Altlastenbeseitigung sind erforderlich, um den Standort langfristig wieder für gewerbliche Zwecke nutzen zu können.

Kalkulierte Gesamtkosten:

ca. 1.900.000 €

In der EFRE-Förderphase 2007-2013 erfolgte keine Bewilligung

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