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https://www.dresden.de/de/stadtraum/planen/hochbau/abgeschlossen/07/vitzthum_gymnasium.php 28.05.2015 15:57:06 Uhr 19.06.2019 04:04:29 Uhr

Neubau des Vitzthum-Gymnasiums

Bauvorhaben

Neubau Vitzthum Gymnasium
Paradiesstraße 35 in 01217 Dresden

Bauzeit

  • Planung: von April 2008 (Lph 5) bis Mai 2009
  • Ausschreibung/Vergabe: von Juni 2008 bis Okt. 2009
  • Durchführung: von September 2008 bis Juli 2010

Baukosten (brutto)

  • Planung: 2.010.000 EUR
  • Durchführung: 18.490.000 EUR
  • Gesamtsumme: 20.500.000 EUR

davon Fördermittel:

  • Schulgebäude: 7.144.963,80 EUR
  • Sporthalle und Freianlagen: 2.252.208,81 EUR

Das Schulgebäude wurde mit Zuwendungen aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), die Sporthalle einschl. der Freianlagen mit Fördermitteln des Freistaates Sachsen unterstützt.

Baubeschreibung

Am Schulstandort befinden sich zur Zeit zwei Schulgebäude vom Typ Dresden (Baujahr 1973) sowie zwei Turnhallen des Typs KT-60L. Da eine Sanierung der vorhandenen Gebäuden aus wirtschaftlichen und schulorganisatorischen Gründen nicht sinnvoll ist, sind diese Gebäude abzubrechen und durch neue Bausubstanz zu ersetzen, die den Ansprüchen an ein vierzügiges Gymnasium entspricht inklusive einer Dreifeldsporthalle.

Städtebauliche Einordnung

Entlang des Straßenzuges Räcknitzhöhe wird ein »Aktivitätsband« aufgespannt, auf dem sich die beiden Baukörper des Schulbaus und der Sporthalle mit den verschiedenen Freiräumen für Ankommen, Entspannung und Aktion verknüpfen. Dieses Band folgt der Topographie entlang der Straße, die Terrassierung der Flächen wird teilweise in die Gebäude integriert.
Der Baukörper der Schule umfasst durch seine mäandrierende Form zwei unterschiedliche Freiräume.Am Vorplatz, der das vorhandene Geländeniveau aufnimmt, weicht der Baukörper aus der Straßenflucht zurück und öffnet den Platz zum Straßenraum, so dass der Zugang gleichberechtigt von beiden Straßen her erfolgt. Der Pausenhof ist von der Eingangshalle und der Passage aus erreichbar und öffnet sich zum Tal hin.
Zwischen Schulgebäude und Sporthalle öffnet sich ein weiterer Vorplatz, der einen separaten Zugang der Sporthalle ermöglicht. In östlicher Richtung wird das Aktivitätsband durch ein etwas tieferliegendes Kleinspielfeld abgeschlossen.
Die Höhenentwicklung der Baukörper unterstreicht die in Richtung Osten abfallende Topographie des Bandes, die horizontale Gliederung der Gebäude setzt einen wirksamen Kontrapunkt zu den dominanten Hochhäusern im Hintergrund des Schulgebäudes.

Innere Erschließung

Das Rückgrat des Gebäudes bildet die Passage, die sich zum talwärts gerichteten Pausenhof öffnet und mit einer breiten einläufigen Treppe die vertikale Erschließung aufnimmt. Die Passage beginnt in der Eingangshalle und wird bis in die Erschließung der Sporthalle weitergeführt. Damit ist eine klare Orientierung innerhalb des Gesamtkomplexes angelegt.
Die Mensa mit ihren notwendigen Nebenflächen und die Aula sind im nördlichen Flügel zusammengefasst und erlauben durch die direkte Anbindung an die Eingangshalle eine separate Nutzung, unabhängig vom Schulbetrieb, so dass das Schulgebäude auch für Veranstaltungen von externen Bildungsträgern etc. aus dem Umfeld offen steht und damit die Funktionen eines »Stadtteilhauses« selbstverständlich mit erfüllen kann.
Entlang der Passage reihen sich einige Funktionen wie Bibliothek, Facility-Manager, Werkräume etc., die häufig wechselnd frequentiert werden und die sich auch zur Passage hin öffnen können. Die Obergeschosse nehmen die Klassen- und Gruppenräume sowie die Fachkabinette und Lehrerräume auf.
Die Sporthalle stellt mit einem auskragenden Vordach über dem gemeinsamen Vorplatz die Verbindung zum Baukörper der Schule her. Der Zugang kann unabhängig vom Schulgebäude erfolgen, so dass eine Nutzung für den Vereins- und Freizeitsport ohne Beeinflussung des Schulbetriebs möglich ist.

Gebäudehülle

Die Fassaden des Schulgebäudes werden durch wenige, eindeutig definierte Themen geprägt:Die klare Ablesbarkeit der horizontalen Schichtung des Baukörpers durch die

  • Eigenständigkeit der erdgeschossigen Bereiche und die Zusammenfassung der Obergeschosse.
  • Die Markierung von Sonderräumen durch baukörperliche Hervorhebungen
  • Eine den großen Baukörper spielerisch umfassende Farbgebung der geschlossenen Flächen in den Obergeschossen, die die Abfolge von geschlossenen Wandflächen und transparenten Bereichen gleichermaßen thematisiert und umspielt.
  • Die großflächige Verglasung von Eingangshalle und Passage als flächige, zwischen die Bänder der Obergeschosse eingespannte Elemente.

Bei der Konstruktion der Gebäudehülle werden einfach, dauerhafte Materialien vorgesehen, so z.B. Pfosten-Riegel Konstruktionen in Stahl und Aluminium für die verglasten Elemente, hinterlüftete Konstruktionen aus farbig beschichteten Paneelen, z.B. aus Faserzement oder Aluminium-Glattblechen. In den EG-Bereichen sind für die geschlossenen Wandflächen Sichtbetonoberflächen vorgesehen.
Das Schulgebäude ist als fugenloser, Stahlbetonskelettbau konzipiert.Für das Dachtragwerk der Sporthalle wurde eine Stahlkonstruktion mitStahltrapezblecheindeckung gewählt.

Gebäudetechnik

Basis der energietechnischen Standards für den Neubau des Vitzthum-Gymnasiums ist die Anforderung des Niedrig-Energiestandards. Dies heißt, dass der spezifische Primärenergiebedarf Qp und der spezifische Transmissionswärmeverlust Ht jeweils maximal 70% der Werte nach ENEV (ENEV minus 30%) betragen.
Die Konstruktion wird so ausgeführt, dass der Aufschlag für die Wärmebrücken auf die U-Werte nach ENEV max. 0,05 W/m²K beträgt. Die Erfüllung der damit verbundenen Anforderungen wird u.a. durch einen Blower-Door-Test nachgewiesen.Die Heizungsanlage wird an die anliegende Fernwärmeversorgung angebunden.

Freiraumplanung

Der Freiraum unterstreicht bewusst mit unterschiedlichen Gestaltungselementen die Funktionsbereiche und -abläufe des Schulalltages. Das heißt, für Ankommen, Pause, Sport und Freizeit wurden Kompositionen gewählt, die wechselnde Atmosphären erzeugen, auf die die Schüler bewusst/unbewusst reagieren, ihre Wahrnehmung schulen, Wohlbefinden auslösen - mit dem Ziel, sich mit ihrem Schulkomplex zu identifizieren und die Freiräume kreativ zu nutzen.

Hauptzugang

Der Schulvorplatz mit halböffentlichem Charakter wird mit einem Plattenbelag als Fläche der Begegnung und Kommunikation, für Schulaktionen und Ausstellungen konzipiert. Einschnitte in die vorhandene Böschung zum Straßenraum definieren den Abschluss des Hofraumes und nehmen eine Rampe und einen überdachten Fahrradstellplatz auf. Der Baumblock bietet Schatten und Raum für Bänke, der abgesenkte Bereich vor der Mensa erhält ein Holzdeck.

Pausenhof - Pausenpark

Durch das U-förmige Gebäude geschützt, erhält der Pausenhof mit der lockeren Baumpflanzung (Großbäume) einen heiteren Charakter und leitet in den vorhandenen Grünzug über. Mehrere Holzdecks, die die Proportionen der Treff- und Kommunikationsräume in der Passage des Gebäudes aufnehmen, sind Aufenthalts- und Bühnenflächen für kleine Veranstaltungen zugleich. Die Sonnenbank markiert die obere Pausenterrasse und leitet über in den östlichen Sportpark. Diese Bank ist für die Zugänglichkeit des Medienkanals demontierbar angelegt.

Wirtschaftshof

Nordseitig am Küchentrakt werden Anlieferung / Müllplatz/Feuerwehrzufahrt kombiniert und durch 24 Stellplätze ergänzt. Im Pausenparkbereich kann gewendet werden (Durchmesser 22m), ggf. ist eine Feuerwehrumfahrt mit Ausfahrt zwischen Schule und Sporthalle möglich.

Sportbereich - Kleinspielfeld

Entsprechend der Morphologie des Geländes wird analog zur Bebauung im Freiraum die Terrassierung der Funktionsebenen mitgeführt. Das Kleinspielfeld und der Spielpark werden nochmals abgesenkt. Das Kleinspielfeld aus Kunststoffbelag mit fünf Meter hohem Ballfangzaun liegt 1,20m tiefer. Drei Sitzstufen geben die Möglichkeit der Zuschauerbeteiligung am Spiel. Die Spielarten Volleyball, Basketball und Handball werden abgedeckt. Weitsprung, 100m und 400m Laufbahn sind im Großspielfeld integriert.

Sportbereich - Großspielfeld

Das vorhandene Großspielfeld ist bezüglich des Baugrundes und der Drainage zu prüfen. Allein durch die Höhenlage ist nach heutigem Standard und der vorhandenen Gesamtneigung der Anlage stadtwärts um 50 bis 70 Zentimeter der vollständige Neuaufbau erforderlich.

Beteiligte Planungsbüros

Gesamtplanung: ARGE (Arbeitsgemeinschaft):

  • meyer und bassin architekten, Dresden
  • Heinle, Wischer und Partner, Architekten,Dresden
  • Leonhardt, Andrä und Partner, Ingenieure, Dresden
  • Decon GmbH, Ingenieure, Dresden
  • Kretschmar und Partner, Landschaftsarchitekten,Dresden

Ansprechpartner

Landeshauptstadt Dresden
Hochbauamt
Projektleiter:
Herr Torsten Pfeil


Besucheranschrift

Lingnerallee 3
01069 Dresden


Themenstadtplan

Öffentlicher Personennahverkehr

Haltestelle Pirnaischer Platz

Telefon 0351-488 3868
Fax 0351-488 3805
E-Mail TPfeil@Dresden.de


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01001 Dresden

Alle Fotos dieser Seite:
M. Salisch, Leipzig

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