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https://www.dresden.de/de/stadtraum/planen/hochbau/abgeschlossen/07/62._Grundschule.php 04.07.2019 09:23:29 Uhr 22.09.2019 13:16:13 Uhr

Neubau der 62. Grundschule mit intergrierter Einfeld-Sporthalle im Passivhausstandard

Bauvorhaben

Neubau 62. Grundschule mit intergrierter Einfeld-Sporthalle im Passivhausstandard

Pillnitzer Landstr. 38, 01326 Dresden

Bauherr

Landeshauptstadt Dresden
Schulverwaltungsamt

Bauzeit

Planung: von 08/2007 bis 12/2008

Ausschreibung/Vergabe: von 12/2008 bis 04/2010

Durchführung: von 04/2009 bis 08/2010

Baukosten (brutto)

Planung: 1.130.000 EUR

Durchführung: 7.070.000 EUR

Gesamtsumme: 8.200.000 EUR

davon Fördermittel 5.112.805 EUR

Fördermittelgeber:

Der Bau des Schulgebäudes wird mit max. 3.610.364 Euro (80%) aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union finanziert. Der Bau der Sporthalle sowie der Freianlagen wird mit max. 1.502.44 Euro (80%) aus Mitteln der Schulbauförderung des Freistaates Sachsen finanziert.

Baulose:

Insgesamt wurden 35 Baulose ausgeschrieben, davon 28 im offenen Verfahren.

Baubeschreibung

Architektur und städtebauliche Einordnung

Die Schule gliedert sich in einen großzügigen, offenen Bereich der Bewegung und Kommunikation im Erdgeschoss, sowie einen Bereich der Stille und Konzentration in den Obergeschossen. Die Pausenhalle, die von der Pillnitzer Landstraße direkt über einen kleinen Vorplatz erschlossen wird, verbindet durch das Atrium die beiden Bereiche des Gebäudes und öffnet sich direkt in den Freibereich. Zudem bietet sie unmittelbare Blickbeziehungen in die um ein Geschoss abgesenkte Sporthalle und den zur Pausenhalle öffenbaren Mehrzweck- und Speisebereich.

Die Klassenzimmer und Horträume in den Obergeschossen orientieren sich großzügig nach Süden mit Blick in den ruhigen Grünbereich. Werkraum und Bibliothek sind nach Osten mit Blick zum Vorplatz orientiert. Die Räume der Schulleitung sind zur Winzerstraße hin angeordnet. Als Gegenpol zum offenen Atrium wird ein Raumkern für Nebenräume angeordnet. Die Fassade spiegelt die unterschiedlichen Gebäudezonen wider.

Das Erdgeschoss ist sehr transparent und leicht. Die Obergeschosse kontrastieren mit ihrer massiven und hellen Oberfläche mit horizontal eingeschnittenen Fensterbändern. Die Fassadenöffnungen werden, basierend auf einem gleichmäßigen Grundraster, durch die freie Anordnung einzelner, teilweise öffenbarer Holzelemente rhythmisiert. Die Auskragung des Obergeschosses bietet dem Erdgeschoss Schutz und schafft damit eine Übergangszone, die die Öffnung der Fassade auch bei schlechtem Wetter ermöglicht.

Die stadteinwärts entlang der Pillnitzer Landstraße gelegene dichte Bebauung findet in einem schlichten, kompakten Baukörper, der mit seiner Höhe und Einordnung auf die umgebende Bebauung reagiert, ihren Abschluss.

Das Schulgebäude nimmt die Flucht der Bebauung an der Winzerstraße auf und definiert den Straßenraum. Durch diese Einordnung des Gebäudes weitet sich der Kreuzungsbereich entlang der Pillnitzer Landstraße zu einem kleinen Vorplatz auf, welcher den Auftakt zum Hauptzugang der Schule bildet. Die Erschließungsachse Vorplatz - Pausenatrium wird um einen Erlebnisweg im Freibereich erweitert, über den der Hortfreibereich mit Schulgarten und Gymnastikwiese erschlossen wird. Durch die Konzentration der Baumasse auf dem nordöst-lichen Grundstücksbereich entsteht ein sich nach Südosten hin großzügig öffnender Freibereich, der als Pausenhof und als Sportfläche genutzt wird.

Der begrünte Freibereich liegt damit zugleich als Endpunkt des vorhandenen Grünzugs und als distanzierende Pufferzone zwischen der Schule und der südöstlich gelegenen ruhigen und durchgrünten Einfamilenhausbebauung „Alte Kirschplantage".

Energiekonzept

Die Grundlage der Energieeinsparung ist eine gute Ausrichtung des Gebäudes für solare Energiegewinne und eine hochdämmende, weitestgehend luftdichte thermische Gebäudehülle bei gleichzeitiger Minimierung der Wärmebrücken. Die Zuheizung der erforderlichen Wärme erfolgt mittels einer Wärmepumpenanlage bei Nutzung von Grundwasser, welches im Sommer auch zur Kühlung der Räume dient. Somit wird ein hoher regenerativer Energieanteil gewährleistet.

Zur Sicherung der Raumluftqualität und unter bauphysikalischen Aspekten wird das Gebäude mit maschinellen raumlufttechnische Systemen mit hocheffiziente Wärmerückgewinnung ausgestattet. Die hauptsächlich genutzten Räume, also Klassen- und Gruppenräume, orientieren sich für bestmögliche solare Energiegewinne großzügig nach Südost und Südwest. Räume der Verwaltung sind optimiert für Computerarbeitsplätze hauptsächlich nach Norden orientiert. Die Windfänge an den Haupteingängen sind sehr tief, um zu ermöglichen, dass der Windfang trotz einer großen Personenzahl einseitig geschlossen werden kann, bevor die nächste Tür geöffnet wird. Ziel ist es, den unkontrollierten Luftwechsel trotz häufigen Öffnens und Schließens der Außentüren auf ein Minimum zu begrenzen.

Zum Einsatz kommen nur hochwärmegedämmte Bauteile.

Bauteil U-Wert in W/m²K

  • Erdberührte Außenwände               0,12 ... 0,15
  • Außenwände gegen Außenluft        0,12 ... 0,15
  • Bodenplatte                                  0,11 ... 0,15
  • Dach                                            0,13 ... 0,14
  • Fenster, inkl. Einbauwärmebrücke  0,68 ... 0,85

Wärmebrücken wurden, soweit möglich, vermieden. Zur Beurteilung in der Planungsphase und zum Nachweis der längenbezogenen Wärmeverluste wurden die Wärmebrücken mit dem Finite-Elemente-Programm Therm der University of California nachgewiesen.

Das Gebäude wurde konsequent luftdicht geplant, um den vorgegebenen Luftwechsel mit einem n50-Zielwert ≤ 0,6 h-1 zu erreichen. Im Blower-Door-Test wurde eine sehr gute Luftdichtheit mit n50 < 0,3 h-1 festgestellt.

Energetische Gebäudedaten:

  • 2.777 m²         Energiebezugsfläche PHPP
  • 19.171 m³       Umbautes Gebäudevolumen
  • 109 kWh/m²a  Primärenergiekennwert PHPP
  • 89 kWh/m²a    Primärenergiebedarf EnEV
  • 11 kWh/m²a    Energiekennwert Heizwärme PHPP
  • 0,3 h-1            Ergebnis Blower-Door-Test

Wärmeversorgung

Im Unterschied zum Wohnhaus kann bei einem Schulgebäude ohne interne Wärmegewinne nicht auf eine leistungsfähige Heizungsanlage verzichtet werden. Die Heizungsanlage ist insbesondere erforderlich zum:

  • „Initialheizen" morgens oder nach längerem Leerstand (Wochenenden, Ferien o. ä.)
  •  Abdecken von Spitzen an besonders kalten Tagen

In einer Variantenuntersuchung verschiedener Heizsysteme stellte sich der Einsatz einer Hochtemperatur-Wasser/Wasser-Wärmepumpe (90 kWth) als wirtschaftlichste Lösung dar. Als Wärmequelle wird Grundwasser über einen Förderbrunnen dem Erdreich entnommen und über einen Injektionsbrunnen wird das von der Wärmepupme abgekühlte Grundwasser dem Erdreich wieder zugführt. Die Heizflächen der Gebäudeheizung sind unter Berücksichtigung einer energeieffizineten Wärmeversorgung für Passivhäuser als Niedertempeaturheizsystem vorgesehen.

Es werden Stahlröhrenradiatoren und Fußbodenheizung im Schulgebäude sowie Deckenstrahllatten in der Sporthalle eingesetzt. Die zentrale Trinkwarmwasserbereitung erfolgt über ein Speicherladesystem und dient zur Versorgung der Ausgabeküche und der Sanitärbereiche der Sporthalle. Die übrigen Warmwasserzapfstellen werden bedarfsabhängig dezentral mit Durchlauferhitzern versorgt.

Raumluftechnische Anlagen

Im Gebäude sind drei raumluftechnische Anlagen zur Be- und Entlüftung mit einem Gesamtvolumestrom von 9500 m³ für die folgenden Bereiche vorgesehen:

  • Klassenräume / Hort / Personal / Mehrzweckraum / Speiseraum / Ausgabeküche
  • Sporthalle / Umkeidebereiche
  • Innenigende Sanitärbereiche / Technikräume

Bei Einhaltung des Passivhausstandards ist auf eine Fensterlüftung in den Aufenthaltsräumen im Winter und in der Übergangszeit zu verzichten. Weiterhin verhindert die Lage der Schule an einer verkehrsreichen Staße ganzjährig eine freie Lüftung über die Fenster. Die Lüftungsanlagen für die Aufenhaltsräume ermöglichen die Einhaltung des Passivhausstandards. Die Auslegung der Lüftungsanlagen erfolgt im Hinblick auf die Minimierung der Luftvolumenströme. Die Raumluftqualität wird über CO2-Fühler erfasst, über die luftqualitätsgeführten Volumenstomregler wird die Zuführung des bedarfsabhängigen Volumenstroms in die einzelnen Bereiche bewirkt.

Die notwendige Lufterwärmung wird von einer Wärmerückgewinungseinheit (Wirkungsgrad 80%) übernommen, zur bedarfsabhängige Nachheizung werden nachgeschaltete Luftheizer unter Verwendung von Heizungswasser eingesetzt. Im Sommerbetrieb erfolgt die Kühlung der Zuluft für die Aufenhaltsräume und die Sporthalle über zentrale Luftkühler, die vom Grundwasserkreislauf der Wärmepumpenanlage gespeist werden.

Elektrotechnische Anlagen

Die künstliche Beleuchtung erfolgt mit einer tageslichtabhängigen Beleuchtungssteuerung mit Präsenzmeldersystemen auf Basis eines Elektroinstallations-Bussystems. Zur Ausstattung des Gebäudes gehört eine elektroakustische Anlage, eine Hausalarm- und Einbruchmeldeanlage, sowie eine umfangreiche Datenübertragungsanlage. Eventuelle Störungen an der Haustechnik werden visuell angezeigt. Derzeit werden die Voraussetzungen zur Fernauslesung aller energierelevanten Kenngrößen der technischen Anlagen geschaffen (Monitoring).

Baulich wurden die Voraussetzungen für die Nachrüstung einer PV-Anlage geschaffen.

Beteiligte Planungsbüros mit Planungsleistung

  • Architektur u. Bauüberwachung: Raum und Bau GmbH, Dresden
  • Tragwerksplanung: Engelbach + Partner IG mbH, Dresden
  • Freianlagenplanung: Dietzel + Thiele Landschaftsarchitekten, Dresden
  • Heizungs- und Sanitäranlagen: IB Dr. Scheffler & Partner GmbH, Dresden
  • Lüftungsanlagen: Klemm Ingenieure, Dresden
  • Elektroanlagen: Elektro Ing-Plan GmbH Dresden
  • Aufzugsanlage: IB Dr. Scheffler & Partner GmbH, Dresden
  • Tiefbau: CIC Bauingenieure GmbH Dresden
  • Baugrund u. Altlastenbeseitigung: IB Zimmermann, Dresden
  • Schallschutz und Raumakustik: Hamann Consult AG, Dresden
  • SiGeKo: Bau-Planung Risch IG mbH, Zittau
  • Prüfingenieur Tragwerk: IB B. Borchert, Dresden
  • Vermessung: Vermessungsbüro Kaden, Dresden

Beteiligte Baufirmen mit Fachlos/Gewerk

  • Umverlegung Regenentwässerung: Tief- und Ökobau GmbH, Bischofswerda
  • Baustelleneinrichtung: H. Lange Bauunternehmen GmbH, Ottendorf-Okrilla
  • Erdbau: DT Abbruch und Tiefbau GmbH Dresden
  • Rohbau: Zittauer Hochbau GmbH
  • Gerüstbau: Bindig Gerüstbau GmbH, Heidenau
  • Tiefbau + Medienerschl.: Wilhelm Faber GmbH & Co., Wilsdruff
  • Dachabdichtungsarbeiten: DM C. Dittrich GmbH & Co. KG, Dresden
  • Holz-Alu-Fenster: Tischlerei Pötschke GmbH, Löbau
  • Putzarbeiten Fassade: Siegfried Schur Baubetrieb GmbH, Boxberg
  • Trockenbauarbeiten: Spoma Parkett und Ausbau GmbH, Magdeburg
  • Metallbau-Fassade: Fenster-Türen-Fassaden G. Hölig, Nieschütz
  • Estricharbeiten: Freitaler Fussbodentechnik GmbH
  • Fliesen- und Plattenarbeiten: Fliesenlegermeisterbetrieb H. Siepelt, Pulsnitz
  • Bodenbelagsarbeiten: allbö Raumausstattung GmbH, Görlitz
  • Terrazzobelag: SVF Steinveredelung Finsterwalde GmbH
  • Maler- und Lackierarbeiten: Malerfachbetrieb U.Böhmer, Stolpen
  • Tischlerarbeiten Innentüren: Jaeger Ausbau GmbH + Co. KG Dresden
  • Prallwand/Sportboden/Sportgeräte: Spoma Parkett und Ausbau GmbH, Magdeburg
  • Sonnenschutz: Aschekowski Zaun- u. Bauelemente GmbH
  • Sanitärtechnik: Kluge Klima-Filtertechnik GmbH, Dresden
  • Heizungstechnik: Max Aicher Bischofswerda GmbH & Co. KG
  • Brunnenanlage: Brunnenbau Wilschdorf GmbH, Dürröhrsdorf-Dittersbach
  • Lüftung/Gebäudeautomation: Gebäude- u. Automatisierungstechnik Dresden GmbH
  • Elektroinstallation: Herrmann Elektrotechnische Anlagen, Dresden
  • Fördertechnik: Aufzugbau Dresden GmbH
  • Freianlage + Sportplatz: HSD GmbH, Dresden
  • Mauern + Wände: Kamenzer Ingenieur- u. Straßenbau GmbH
  • Baureinigung: RmTV Dienstleistung GmbH & Co. KG, Bautzen
  • Schließanlage: Ha-Wa Sicherheitstechnik GmbH, Freital
  • Flucht- u. Rettungswegpläne: Brandschutzbüro Schalla, Altenburg
  • Garderoben u. Einbauten: Kessler & Söhne Württ.Eisenwerke GmbH, Stuttgart
  • Baumfällungen: Mörbe Grünanlagen, Kubschütz
  • Feuerlöscher: Frano Feuerschutz-Feuerlöscher J. Nobis, Freital
  • Metallbau-Schlosser: Stahl- und Metallbau C. Künzel, Marienberg
  • Tischler Wandverkleidungen: Hofmann & Großmann GmbH, Ottendorf-Okrilla
  • Tischle Einbauten: Tischlermeister Ulrich Straßberger, Marienberg

Kontakt

Landeshauptstadt Dresden

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Projektleiter: Herr Fritzsche
Fachingen. HLS: Frau Dr. Walther
Fachingen. ELT: Herr Wukasch
Fachingen. Aufzug: Frau Lohberger


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