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https://www.dresden.de/de/stadtraum/brennpunkte/robotron-kantine.php 14.11.2019 13:28:34 Uhr 21.11.2019 22:56:55 Uhr
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© Marco Dziallas

Robotron-Kantine

Mitten im Herzen der Stadt entstand zwischen 1969 und 1972 die Kantine des VEB Robotron. Bis 1990 diente das Gebäude als Betriebskantine für die Beschäftigten. Nach der Wende wurde es bis 2016 u. a. für kulturelle Veranstaltungen, als Probebühne oder Lagerraum genutzt. Seit Ende 2016 ist das Gebäude ungenutzt. Nachdem zwischenzeitlich ein Abriss zur Debatte stand, haben sich verschiedene Dresdner Akteure für den Erhalt des Gebäudes zwischen Lingnerstadt und Deutschem Hygiene-Museum Dresden eingesetzt und erste Nutzungsideen erarbeitet.

Am 4. Juli 2019 hat der Stadtrat nun beschlossen, die ehemalige Robotron-Kantine zu erwerben und ein Nutzungs- und Betreiberkonzept für das Gebäude erarbeiten zu lassen. Ziel des Stadtratsbeschlusses ist es, die Kantine als ein Leitprojekt für die Dresdner Bewerbung um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ zu entwickeln.

Leitprojekt der Kulturhauptstadtbewerbung

Dresden bewirbt sich mit dem Motto „Neue Heimat Dresden 2025“ um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“. Als ein Leitprojekt der Bewerbung soll in der ehemaligen Robotron-Kantine ein sogenannter „Dritter Ort“ entstehen, an dem sich Kultur- und Wissenschaft sowie Besucherinnen und Besucher begegnen und gemeinsam neue Formen von Kultur schaffen. Produzenten und Rezipienten beteiligen sich quer durch alle Disziplinen gemeinsam an kreativen Projekten. On- und Offline-Realität verschmelzen, die Verhältnisse zwischen Metropolen und Nationen verschieben sich. Bildung, Sport, Stadtentwicklung, Forschung und Kultur als gesellschaftliche Aktionsfelder durchdringen sich gegenseitig. Gemeinsam mit verschiedenen Akteuren aus Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft sowie den Dresdnerinnen und Dresdnern soll dieser Dritte Ort mit Leben gefüllt werden und dazu beitragen, eine Neue Heimat Dresden 2025 mitzugestalten.

Bürgerdialog am 8. November 2019 - Ergebnisse

Am Freitag, 8. November, 17 Uhr, lud die Landeshauptstadt Dresden interessierte Dresdnerinnen und Dresdner zu einem Bürgerdialog ins Deutsche Hygiene-Museum Dresden, um im gemeinsamen Gespräch mit verschiedenen Akteuren und allen Interessierten Ideen, Visionen und Konzepte für die Robotron-Kantine zu diskutieren. Im interaktiven Format eines so genannten World Cafés diskutierten die Teilnehmenden an mehreren Tischen in Kleingruppen. 

Ein Ort des Austauschs

Die Auswertung des Bürgerdialogs zeigt, dass den Dresdnerinnen und Dresdnern vor allem daran gelegen ist, dass die ehemalige Robotron-Kantine zu einem offenen und flexiblen Ort des Austauschs und der Integration entwickelt wird. Die Nutzung soll Kunst und Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft miteinander verknüpfen, Kooperationen mit Hochschulen und regionalen Institutionen bzw. Verbänden eingehen, Ressourcen für temporäre Nutzungen bereitstellen und dabei vor allem eines: Jedem Bürger und jeder Bürgerin die freie Teilhabe ermöglichen. 

Leuchtender Anziehungspunkt und Öffnung nach außen

So viel Flexibilität verlangt auch der Architektur und städtebaulichen Einbindung einiges ab. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellen sich das Gebäude als leuchtenden Anziehungspunkt im Stadtbild vor, mit einer möglichst mobilen und damit anpassungsfähigen Innengliederung. Nach außen soll sich der Pavillonbau öffnen, zum Beispiel durch mehr und barrierefreie Zugänge, den Abbau der Brüstung oder überdachte Freiräume. Eine intuitive Wegeführung oder sogar Brücken könnten die ehemalige Robotron-Kantine besser mit dem Rathaus und dem Deutschen Hygiene-Museum verbinden. Dabei sollte die geplante Blockbebauung der Lingnerstadt aufgebrochen werden, um das Areal zugänglicher und einladender zu gestalten. 

Erhalt der Zeugnisse ostdeutscher Architekturmoderne

Wichtig ist vielen Bürgerinnen und Bürger außerdem der Erhalt elementarer Zeugnisse der ostdeutschen Architekturmoderne wie des bekannten Reliefs von Eberhard Wolf, der Terrazzo-Fliesen, der Decken oder des äußeren Erscheinungsbildes mit den umlaufenden Terrassen. Notwendige Modernisierungen aber sollten zeitgemäß oder gar futuristisch gestaltet werden, ohne die Beziehung zu den historischen Elementen zu verlieren. Die Teilnehmenden sprachen auch ökologische Aspekte wie eine Dachbegrünung oder Vertical Gardening an. 

Weitere Ideen

Einige Dresdner brachten ganz konkrete Nutzungsideen mit zur Veranstaltung oder entwickelten solche im Dialog. Dazu gehörten zum Beispiel Museen für Digitalisierung, für regionale Gegenwartskunst oder Architekturausstellungen; ein Schaufenster für eine transparente Stadtverwaltung, eine Gedenkstätte für Kriegsopfer, ein Probenraum für ein Bürgerorchester oder die Etablierung einer Begegnungsstätte für mehr Bürgerteilhabe an der Stadtentwicklung.

Leitprojekt der Kulturhauptstadtbewerbung

Der Bürgerdialog fand im Rahmen des Showrooms "Neue Heimat Dresden 2025" der Dresdner Kulturhauptstadtbewerbung statt, in dem vom 11. Oktober bis 15. Dezember im Deutschen Hygiene-Museum Dresden die Inhalte des Bewerbungsbuches der Kulturhauptstadt präsentiert und alle Kooperationspartner sowie Leitprojekte ausgestellt werden.

Wie geht es weiter?

Die Ergebnisse und Ideen des Bürgerdialogs fließen nun in die Entwicklung des Nutzungs- und Betreiberkonzepts ein, das bis März 2020 vom Amt für Hochbau und Immobilien zusammen mit Alexander Poetzsch Architekten und der Henkel Projektmanagement GmbH ausgearbeitet wird und in die Bedarfsplanung für die Entwicklung der Robotron-Kantine mündet. Die Eröffnung der Robotron-Kantine ist für 2025 geplant.

Kontakt

Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung

Romy Schröder


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