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https://www.dresden.de/de/stadtraum/brennpunkte/carolabruecke/geplante-massnahmen.php 18.08.2020 11:08:49 Uhr 23.10.2020 07:29:00 Uhr

Geplante Maßnahmen an der Carolabrücke Zug A

Skizze der Carolabrücke

Die Brückenkappen mit Geländern und Beleuchtungsmasten werden abgebrochen und neu errichtet. Dabei wird die oberstromseitige Kappe verbreitert, um mehr Platz für den Geh- und Radweg zu erhalten. Der vorhandene Fahrbahnbelag einschließlich der Brückenabdichtung wird erneuert, am Spannbetontragwerk werden schadhafte Stellen saniert. Weiterhin werden die Fahrbahnübergangskonstruktionen ausgetauscht und die Brückenentwässerung instandgesetzt.

Um die eigentlichen Sanierungsarbeiten durchführen zu können, wurde der Kfz-Verkehr mittels zweier Behelfsüberfahrten auf den Brückenzug „B“ verschwenkt. Die alte Fahrbahndecke und der Asphaltbelag der oberstromseitigen Kappe wurden bereits abgefräst, zurzeit werden die Bestandsborde aufgenommen. In den nächsten Wochen erfolgt der Rückbau der oberstromseitigen Kappe. Dazu wird das Bauteil in Segmente geschnitten, dann herausgehoben und abtransportiert.

Bei der Sanierung der Carolabrücke sollen breitere Geh- und Fahrradwege gebaut werden. Dafür reicht allerdings der vorhandene Brückenquerschnitt nicht aus. Deshalb müssen die Kappen entsprechend verbreitert werden. Brückenkappen sind die nicht befahrenen Ränder der Brücke aus Stahlbeton. Sie schützen die tragende Brückenkonstruktion und dienen beispielsweise dem Verankern des Geländers sowie als Fahrrad- und Fußgängerweg. Wegen ihrer exponierten Lage sind sie besonders stark beansprucht, zum Beispiel durch das Eindringen von Frost und Tausalzen. Hinzu kommen dynamische Beanspruchungen durch den Verkehr auf der Brücke.

Um trotz Verbreiterung der Brückenkappen die auf das Bauwerk wirkenden Lasten gering zu erhöhen, macht sich der Einsatz neuartiger Baustoffe erforderlich. Die zum Einsatz kommende Carbon- und Basaltbewehrung trägt diesem Ansinnen der Planer Rechnung und eröffnet in Verbindung mit Beton als leichterer und flexiblerer Materialverbund gegenüber dem üblichen Stahlbeton ganz neue Möglichkeiten der Brückensanierung. Das Material erlaubt es, den Geh- und Radweg von 3,60 Meter auf 4,25 Meter zu verbreitern. Mit herkömmlichen Materialien wäre das aus statischen Gründen nicht möglich.

Mit dieser Bauweise soll in Zusammenarbeit mit der TU Dresden die nichtmetallische Bewehrung im Bauwesen etabliert werden. Der Einsatz auf der Carolabrücke ist so auch als Referenzprojekt zu sehen, welches die zahlreichen Vorzüge der nichtmetallischen Bewehrung im Bauwesen verdeutlichen und damit den Standort Dresden als besonders innovationsstark herausstellen soll. Nichtmetallische Bewehrung fasst als Überbegriff verschiedene Bewehrungen zusammen. Neben dem Carbon sind dies auch Glas oder Basalt. Allen gemein ist der Vorteil, dass sie nicht rosten und gegen Salze resistent sind.

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