Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/stadtraum/brennpunkte/augustusbruecke/geschichte-der-augustusbruecke.php 08.05.2017 10:22:47 Uhr 19.11.2019 13:52:39 Uhr
Entwicklung der Augustusbrücke
© Landeshauptstadt Dresden, Straßen- und Tiefbauamt

Die Geschichte der Augustusbrücke

Die Geschichte der Stadt Dresden ist untrennbar mit der Geschichte und dem Bestand der Augustusbrücke verbunden. Sie zählt zu den ältesten Elbebrücken in Sachsen und war im Mittelalter die längste Brücke Deutschlands und eine der längsten Europas. Das erste Brückenbauwerk über die Elbe in Dresden ist in der Meißner Landchronik für das Jahr 1070 belegt.

Die erste urkundliche Erwähnung einer Steinbogenbrücke stammt aus dem Jahre 1287. Baumeister dieser ersten Steinernen Brücke soll ein Herr Matthaeus Focius, in anderen Quellen auch Matteo Foccio, oder auf gut Deutsch Matz Votze sein. Seine wahre Geschichte, ob es sich um einen deutschen Baumeister handelte der auch in Italien baute oder einen Italiener, welcher sich in Dresden verdingte, darüber streiten die verschiedenen Quellen. Unbestritten, weil in Stein verewigt, ist demgegenüber sein Abbild. Bekannt als „Brückenmännchen“ verziert es am Pfeiler I elbeabwärtsblickend die Brücke bis zum heutigen Tag. Eisgang und Hochfluten führten regelmäßig zu schweren Schäden und erforderten in den folgenden Jahrhunderten regelmäßige Reparaturen und Umbauten.

Die früheren Brücken wiesen eine ganz andere Dimension als das heutige Bauwerk auf. Sie waren zwar viel schmaler, dafür aber wesentlich länger. Bezogen auf die heutige Bebauung reichten sie etwa vom Georgentor (damals Stadttor) bis zum heutigen Blockhaus. Die erste Steinbogenbrücke besaß 24 Bögen. Sie war etwa 560 m lang und hatte eine Breite von gut 7 m. Sie besaß in zwei Feldern jeweils eine Zugbrücke und eine mittlere Brückenöffnung, bestehend aus Holz, um diese zur Verteidigung Dresdens abbrennen zu können. Damit war diese Brücke neben der Funktion als Verkehrsader auch Teil der Befestigungsanlage.

Da das Magdalenenhochwasser von 1342 und ein erneutes Hochwasser im Jahre 1343 das Bauwerk erheblich beschädigten, wurde es Mitte des 14. Jahrhunderts umfassend repariert, die Pfeiler verstärkt und das mittlere Brückenfeld in Stein überwölbt.

Der Aufschwung Sachsens unter Kurfürst August führte zu einem enormen Anwachsen des Verkehrs, was einen massiven Umbau erforderte. Dieser wurde nach Plänen Daniel Pöppelmanns in den Jahren 1727 bis 1731 ausgeführt. Die Brücke wurde erhöht sowie die Kragsteine deutlich verbreitert. Über den verstärkten Pfeilern errichtete man halbrunde Austritte. Im Zuge von Umbauten an Schloss und Festung wurden die ersten vier Bögen auf der Altstädter Seite verschüttet. Sie liegen noch heute unter dem Georgentor und dem Schlossplatz. Mit diesen Umbauten wurde die Brücke zu einem der bedeutendsten Bauwerke des Dresdner Barock. Seitdem gilt der offizielle Name Augustusbrücke. Die Brücke besaß eine Länge von 402 m und hatte 17 Bögen. Die Breite von ca. 11 m mit einer 6,80 m breiten Fahrbahn, war für damalige Verhältnisse enorm und wurde als äußerst großzügig empfunden. Bereits 1737 wurden beim Bau der Hofkirche zwei weitere Bögen zugeschüttet, womit nur noch 15 Gewölbe sichtbar blieben.

Während der Befreiungskriege sprengte die französische Armee am 19. März 1813 den vierten Pfeiler der linken Elbeseite, was die benachbarten Bögen IV und V zum Einsturz brachte. Dabei ging auch das Relief des Brückenmännchens verloren. Eine Kopie wurde beim Wiederaufbau 1814 eingesetzt. Das Original fand man erst bei den Aufräumungsarbeiten im Trümmerschutt nach 1945 wieder.

Nach den schweren Hochwässern vom 31. März 1845 und vom 6. September 1890 war die Brücke baufällig. Aufgrund des engen, mittelalterlichen Pfeilerabstandes hatten viele Schiffe große Mühe die Augustusbrücke zu passieren. Die Brücke musste daher komplett abgetragen und neu aufgebaut werden. 1907 begann man mit dem Abbruch. 1910 konnte die neue Augustusbrücke eingeweiht werden. Entworfen von Wilhelm Kreis und Hermann Klette hat die neue Brücke nur noch neun Bögen.

Im Jahre 1945 kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges wird der 6. Pfeiler und die angrenzenden Bögen durch deutsche Truppen gesprengt. Der Wiederaufbau in unveränderter Form erfolgt in den Jahren 1947 bis 1949. Zur Wiederinbetriebnahme erhielt die Brücke den Namen Georgi-Dimitroff-Brücke.

Das 1990 wieder in Augustusbrücke rückbenannte Bauwerk prägt bis heute die historische Stadtsilhouette Dresdens und ist als Kulturdenkmal im Sinne des Sächsischen Denkmalschutzes geführt. Sie befindet sich außerdem innerhalb der Flächen des Flora-Fauna-Habitats „Elbtal zwischen Schöna und Mühlberg“.

Drucken

Partner