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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/archiv/2018/08/pm_039.php 20.08.2018 11:32:50 Uhr 26.09.2020 13:30:45 Uhr
Meldung vom 14.08.2018

Plan der Waldbewirtschaftung bis 2026

Stadtrat beschließt am 30. August darüber

Die Landeshauptstadt Dresden verfügt als Waldbesitzerin nach der Inventur ihres Waldbestandes im letzten Jahr über 957,9 Hektar forstliche Betriebsfläche und einen Holzvorrat von 212 288 Vorratsfestmetern (Erläuterungen im Anhang). Die Inventur des Waldbestandes war Grundlage für die jetzt zur Beschlussfassung vorgelegte Planung zur Bewirtschaftung des Dresdner Stadtwaldes in der Dekade bis 2026. Am Donnerstag, 30. August 2018, entscheidet der Stadtrat darüber.

Die Fachleute gehen für den Bewirtschaftungsplan von folgenden Voraussetzungen aus: Durchschnittlich hat jeder Hektar Holzbodenfläche (Erläuterungen im Anhang) des Stadtwaldes einen Holzvorrat von 242 Vorratsfestmetern. Auf Grundlage bestehender natürlicher Wachstumsgesetze ist mit einem jährlichen Holzzuwachs von 7,2 Vorratsfestmetern pro Hektar und Jahr zu rechnen, das entspricht insgesamt 6.344 Vorratsfestmeter pro Jahr, auf die gesamte Holzbodenfläche bezogen.

Im periodischen Betriebsplan für den Zeitraum 2017 bis 2026 wurden von der Forsteinrichtung als mögliche Holznutzung 3,7 Erntefestmeter pro Hektar und Jahr oder 3.235 Erntefestmeter pro Jahr absolut festgesetzt. Das bedeutet, dass die Holznutzung aus dem Stadtwald deutlich geringer ist als der Zuwachs an Holz insgesamt. Die Holzvorräte im Stadtwald werden auch trotz Pflege, Ernte und Verjüngung zunehmen.

Dresdens Kommunalwald besitzt eine sehr reiche und ausgewogene Baumartenausstattung. Laubhölzer wie Eiche, Buche, Ahorn, Hainbuche dominieren auf etwa zwei Drittel der Fläche. Ein Drittel des Flächenanteils nehmen Nadelhölzer wie Kiefer, Fichte, Lärche ein. Die Flächenanteile der Baumart Gemeine Fichte werden sich durch Wiederaufforstung und Voranbau in der Gemarkung Klingenberg auf 17,9 Hektat zugunsten standortgerechter Baumarten wie Rotbuche, Edellaubhölzer und Weißtanne im kommenden Jahrzehnt verschieben.

Für den kommunalen Wald wurden erstmals Naturschutzziele erarbeitet. Grundlage für die jeweiligen Ziele sind unter anderem der Standort, etwaige Schutzgebiete, Artenschutzhinweise und der Landschaftsplan der Landeshauptstadt Dresden.

„Wir wollen naturnahe Waldgesellschaften unter Beachtung der aktuellen Klimaprognosen erhalten und entwickeln und so die biologische Vielfalt auch im Wald stärken“, erklärt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen. Alt- und Höhlenbäume sollen geschont und die Wälder verstärkt mit stehendem oder liegendem Totholz angereichert werden. Auf 295 Hektar (30,8 Prozent) des Stadtwaldes sind zudem keine Nutzungen geplant.

Im kommenden Jahrzehnt ist auf 51 Hektar die Verjüngung des Waldes vorgesehen. Das entspricht einem Anteil von 5,8 Prozent an der gesamten Holzbodenfläche. Wird das Tempo beibehalten, werden die vorhandenen Waldbaumgenerationen erst in 172 Jahren abgelöst sein. Es ist beabsichtigt, dass das Lebensalter unserer Waldbäume im Hinblick auf eine Ernte steigt.

Die zum Stichtag 1.Januar 2017 erstellte Forsteinrichtung soll für die nächsten zehn Jahre gelten. Gleichzeitig berücksichtigt sie Entwicklungsziele, die in ferner Zukunft liegen. Damit ist die nachhaltige Bewirtschaftung und Erhaltung des Stadtwaldes der Landeshauptstadt Dresden sichergestellt.

Begriffserläuterung

Holzbodenfläche:
Holzbodenflächen sind Flächen, auf denen der Anbau von Waldbäumen möglich ist. Im Gegensatz dazu gibt es auch sogenannte Nichtholzbodenflächen. Das können zum Beispiel Forstwege, Forstgebäude, Wildwiesen oder Wasserflächen sein.

Vorratsfestmeter:
Der Vorratsfestmeter ist eine Maßeinheit für den Holzvorrat und Zuwachs in Kubikmetern Derbholz mit Rinde.
Derbholz sind Baumteile, die mit Rinde stärker als 7 Zentimeter sind. Ein Vorratsfestmeter (Vfm) entspricht circa 0,8 Erntefestmeter (Efm).

Erntefestmeter:
Der Erntefestmeter ist eine Maßeinheit für das Volumen des Rohholzes in Kubikmetern Derbholz ohne Rinde. Die Maßeinheit wird für die Planung, den Holzeinschlag, den Holzverkauf und die Holzbuchung verwendet.

Was geschieht bei der Verjüngung von Waldbeständen?
Die Verjüngung ist der Generationswechsel von Waldbäumen im Wirtschaftswald. Eingeleitet wird der Generationswechsel durch künstliche Baumsaat, künstliche Baumpflanzung oder natürliche Baumsaat.

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