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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/archiv/2016/07/pm_026.php 22.07.2016 14:04:12 Uhr 30.09.2020 16:30:52 Uhr
Meldung vom 14.07.2016

Weidigtbach kann wieder frei fließen

Am heutigen Donnerstag, 14. Juli, findet eine der ehrgeizigsten Baumaßnahmen an Dresdner Gewässern ihren offiziellen Abschluss: Der seit den 1970er Jahren in unterirdischen Betonrohren in Dresden-Gorbitz fließende Weidigtbach wurde wieder an die Oberfläche gebracht. Der Abschnitt zwischen Schlehen- und Coventrystraße schließt die letzte Lücke des Gesamtprojekts „Renaturierung, Verbesserung Hochwasserschutz und Erlebbarkeit des Weidigtbaches“, an dem bereits seit 2000 gearbeitet wird.

„Solche renaturierten Gewässer sind ein echtes Kapital in einer wachsenden Stadt“, erklärt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen. „Der Weidigtbach ist ein wichtiger Teil des ökologischen Netzes in Dresden. Er sichert den Luftaustausch mit dem kühleren Umland und ist eine wichtige Kaltluftschneise in Richtung Innenstadt. Das Gewässer und der Grünbereich sorgen damit für ein angenehmes Stadtklima im Sommer. Durch die Aufweitung des Gewässers hat sich auch der Abfluss im Falle von Starkregenereignissen wesentlich verbessert. So können Überflutungen besser vermieden werden“, verweist die Jähnigen auf die Bedeutung für den Hochwasserschutz. „Am Beginn des Weidigtbaches unterhalb der Ockerwitzer Allee wurden im Rahmen des Gesamtprojekts zudem Rückhaltemöglichkeiten für Hochwasser geschaffen“, ergänzt sie. „Die Offenlegung wertet den Zustand des Gewässers ökologisch auf. Der Weidigtbach ist nun wesentlich robuster, er kann sowohl Hochwasser als auch Trockenperioden besser ausgleichen.“

Die Erlebbarkeit der Gewässer ist ein wichtiger Bestandteil des Projektes. Von der Ockerwitzer Allee bis zur Julius-Vahlteich-Straße exisitiert nun ein durchgehender Wanderweg entlang des Grünzugs. Interessierte können das Gewässer spielerisch als „Naturspielplatz“ erkunden und typische Pflanzen und Tiere an den Ufern und im Wasser entdecken.

„Der jetzt fertig gestellte Abschnitt zwischen Schlehen- und Coventrystraße stellte den technisch schwierigsten Teil des Projektes dar“, erläutert Umweltamtsleiter Dr. Christian Korndörfer. „Hier musste der verrohrte Bach in ein naturnahes Gewässerbett umgewandelt werden. Die Herausforderung bestand darin, mehrere Verkehrswege wie die Straßenbahntrasse und den Omsewitzer Ring zu queren. Deshalb war der Bau von Brücken und Stützmauern notwendig“, ergänzt er.

Der oberhalb des Straßenbahndamms befindliche Gewässerabschnitt ist Teil der Ausgleichsmaßnahmen für den Ausbau Schandauer Straße/Borsbergstraße. Das Projekt haben Umweltamt und Straßen- und Tiefbauamt gemeinsam umgesetzt. Die Kosten für diesen Abschnitt betrugen insgesamt 1,6 Millionen Euro. Der Freistaat Sachsen hat den Bau der Brücke Omsewitzer Ring zu 75 Prozent in Höhe von 290 000 Euro gefördert. 175 000 Euro wurden als Ausgleichsmaßnahme für das Straßenbauvorhaben Schandauer Straße teilfinanziert.

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