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Meldung vom 11.04.2016

Denkmalgerechte Instandsetzung der Augustusbrücke

Investitionen von 22,6 Millionen Euro - Bau soll 2017 starten

Das Hochwasser 2013 hinterließ an der Augustusbrücke und angrenzenden Bauwerken massive Schäden, besonders an den Treppen und der Arkadenstützwand auf der Neustädter Seite sowie am Pegelhaus und der Stützwand auf der Altstädter Seite. Außerdem muss die über einhundertjährige Augustusbrücke grundhaft saniert werden. Deshalb wird das Straßen- und Tiefbauamt die Elbquerung nun denkmalgerecht instand setzen.

Die Bauarbeiten an Treppen und Stützwand auf der Neustädter Seite begannen im Januar 2015. Sie waren vom 21. September 2015 bis zum 28. Februar 2016 wegen der erforderlichen Neuvergabe von Leistungsanteilen unterbrochen und enden nun voraussichtlich am 15. Juli 2016. Die denkmalgerechte Instandsetzung des Pegelhauses und der angrenzenden Stützwand am Altstädter Brückenkopf beginnt am 18. April 2016. Sie soll ebenfalls bis zum 15. Juli 2016 abgeschlossen sein.

Instandsetzung der Brücke

Das Brückentragwerk ist ein Dreigelenkbogen. Deshalb ist es zwingend erforderlich, dass eine durchgehende funktionstüchtige Fuge durch alle darüber liegenden Bauteile im Bereich der Gelenke vorhanden ist. Wo dies z. B. durch den Hochwasserschaden nicht mehr gegeben ist, treten unkontrollierte Zwängungen (horizontale Kräfte) auf und führen zu Verschiebungen und irreversiblen Schäden an Bauwerksteilen, die für eine solche Belastung nicht ausgelegt sind. Deshalb sind zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit auf und unter der Brücke einige Bereiche abgesperrt oder sogar zurückgebaut. Für die eigentliche Brückeninstandsetzung läuft der Bauantrag. Mit dem Bau soll am 2. Januar 2017 begonnen werden. Die Fertigstellung ist im Jahr 2018 geplant.

Im Einzelnen sollen dabei folgende Arbeiten ausgeführt werden:

  • Wiederherstellen der Funktionsfähigkeit der Bewegungsfugen
  • Ersatzneubau Bogen 1 und der Ersatz des Füllbetons im Bogen 7
  • Instandsetzung aller Ansichtsflächen einschließlich verformter Brüstungen
  • Trockenlegung der Hinterfüllbereiche
  • Instandsetzung der Treppen auf der Unterstromseite an der Neustädter Brückenrampe
  • Ausbau aller Verkehrsanlagen einschließlich Straßenbahn auf der Brücke
  • Verengung des Einmündung Sophienstraße/Theaterplatz durch die elbseitige Gehwegverbreitung am Schloßplatz
  • Erneuerung der elektrischen Beleuchtung sowie der Fahrleitungsanlage
  • Erneuerung bzw. Änderungen an den Anlagen der Ver- und Entsorgung

Der Schiffsverkehr auf der Elbe ist in beiden Richtungen während der gesamten Bauzeit gewährleistet. Fußgänger und Radfahrer können die Brücke jederzeit überqueren. Die Sperrung für den Straßenbahnverkehr ist für etwa zwölf Monate geplant. Für den Kraftfahrzeugverkehr wird die Brücke während der gesamten Bauzeit gesperrt sein. Für den Neubau des Bogens 1 wird es mehrere Vollsperrungen des Terrassenufers an Wochenenden geben.

Die Gesamtkosten für die Landeshauptstadt Dresden betragen voraussichtlich 22,8 Millionen Euro. Im Rahmen der Hochwasserschadensbeseitigung gibt es 17,6 Millionen Euro Fördermittel.

Geschichte

Die Augustusbrücke zählt zu den ältesten Elbebrücken in Sachsen. Das erste Brückenbauwerk an gleicher Stelle ist in der Meißner Landchronik für das Jahr 1070 belegt. Die von Matthäus Daniel Pöppelmann in den Jahren 1727 bis 1731 errichtete 402 Meter lange Brücke mit 17 Bögen wurde im Laufe der Jahre den Anforderungen aus Schiffsverkehr und Straßenverkehr nicht mehr gerecht. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Brücke abgerissen. Es entstand zwischen den Jahren 1907 und 1910 eine Bogenbrücke mit neun Bögen, die über der Elbe deutlich weiter gespannt sind. Im Jahre 1945 kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurden der sechste Pfeiler und die angrenzenden Bögen durch deutsche Truppen gesprengt und von 1947 bis 1949 wiederaufgebaut. Die Augustusbrücke prägt bis heute die historische Stadtsilhouette. Deshalb wird sie als Kulturdenkmal im Sinne des Sächsischen Denkmalschutzes geführt. Sie befindet sich innerhalb der Flächen des Flora-Fauna-Habitats „Elbtal zwischen Schöna und Mühlberg“.

Bauwerk

Die Augustusbrücke besteht aus neun Bögen, von denen vier die Elbe überspannen. Die Gesamtlänge des Bauwerks (einschließlich der Rampe) beträgt etwa 390 Meter. Die Bögen haben lichte Weiten von 17,60 Meter bis 39,30 Meter. Die Nutzbreite auf der Brücke beträgt 18 Meter. Im Bereich der Pfeilerkanzeln sind es 25 Meter. Das Tragwerk der Augustusbrücke wird aus einer Bogenreihe aus Dreigelenkbögen gebildet. In jedem Bogen ist mittig ein Scheitelgelenk und an den Übergängen zu den Pfeilern je ein Kämpfergelenk vorhanden. Bei den Gelenken handelt es sich um Wälzgelenke aus bewehrten Stahlbetonquadern, die im Jahr 1910 als Fertigteile vor Ort hergestellt wurden. Die Brückenpfeiler sind flach gegründet. Die Bögen zwischen den Gelenken bestehen aus Stampfbeton. Die Stirnflächen sind mit Sandstein verkleidet. Brüstung, Gesims und Konsolen bestehen ebenfalls aus massivem Sandstein.

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