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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/archiv/2015/11/pm_028.php 10.11.2015 09:29:30 Uhr 08.08.2020 14:27:20 Uhr
Meldung vom 09.11.2015

Wohnungen für Flüchtlinge gesucht

Oberbürgermeister Dirk Hilbert bittet die Dresdnerinnen und Dresdner um Unterstützung

„Liebe Dresdnerinnen und Dresdner, die aktuelle Situation der Flüchtlingsströme insbesondere aus dem Nahen Osten beschäftigen uns in einer nie für möglich gehalten Art und Weise. Die Kriege und Konflikte zwingen Millionen Menschen ihre Heimat zu verlassen – nicht in der Hoffnung auf ein besseres Leben, sondern um ihr Leben zu retten. Und zu aller erst, unabhängig von allen Debatten und Auseinandersetzungen, unabhängig von allen aktuellen Problemen und Herausforderungen, sei eines vorangestellt: Ich hoffe für all diese Menschen, für die Männer, Frauen und Kinder, dass der Friede in ihre Heimat, in ihre Städte und Dörfer zurückkehrt.

Mit Stand heute befinden sich über 3 500 Asylbewerber in der Obhut der Stadt Dresden, mehr als 800 wurden uns alleine in den vergangenen vier Wochen zugewiesen. Um diese Aufgabe zu bewältigen mussten wir auch auf die Notunterbringung in Turnhallen zurückgreifen. Fakt ist, dass der Druck, die Menschen in den Städten und Gemeinden unterzubringen, mit jeder Woche steigt. Die Erstaufnahmekapazitäten des Freistaates sind heute schon nahezu erschöpft, die Überweisung der Menschen an die Kommunen eine Konsequenz. Deshalb wird die Stadt auch weiter geeignete Objekte und Angebote prüfen und notfalls auch kurzfristig belegen. Betrachtet man die Prognosen des Freistaates, müsste die Stadt Dresden noch rund 3 000 Asylbewerber bis Jahresende aufnehmen. Ich gehe nicht davon aus, dass diese Zahl so eintreffen wird. Zwischen den Kommunen und dem Ministerpräsidenten wurde klar vereinbart, dass nur ausländerbehördlich registrierte und gesundheitlich untersuchte Flüchtlinge mit einer hohen Bleibeperspektive an die Städte und Gemeinden überwiesen werden. Insofern rechnen wir derzeit mit rund 100 Asylbewerbern pro Woche. Klar ist aber, dass für das Jahr 2016 mit einem deutlichen Anstieg der Zuweisungszahlen zu rechnen ist. Darauf müssen wir uns innerhalb der Verwaltung, aber auch innerhalb der Politik und der Bürgerschaft einstellen. Deshalb rufe ich die Dresdnerinnen und Dresdner auf, uns bei der Unterbringung zu unterstützen. Bieten Sie uns freie Wohnungen und Immobilien an, damit wird den Menschen, die bei uns Hilfe suchen, diese angemessen bieten können“.

 

Welche Immobilien werden gesucht?

Gesucht werden Wohnungen aller Größen, einzelne Zimmer, Objekte mit vielen Zimmern und Sanitärbereichen wie ehemalige Wohnheime, Ferienobjekte, Schulungsgebäude etc. Die angebotenen Räume und Immobilien sollten in einem nutzbaren Zustand, oder kurzfristig in diesen Zustand zu versetzten sein. Die Räume müssen beheizbar sein. Ofenheizungen werden nicht akzeptiert. Die Sanitäreinrichtungen sollen entsprechend der Wohnungsgröße ausreichend und in nutzbarem Zustand sein. Es sollte mindestens ein Bad mit Toilette, Waschbecken und Dusche geben. Eine Küche für die Selbstversorgung ist erforderlich. Sie muss nicht ausgestattet sein. Medienanschlüsse wie Wasser, Abwasser und Strom für einen Herd müssen vorhanden sein. Die angebotenen Immobilien dürfen nicht durch bauordnungsrechtliche Anordnungen in der Nutzung eingeschränkt sein. Wer eine Immobilie oder Wohnung anbietet, sollte Eigentümer sein oder über eine Handlungsvollmacht zur Abgabe des Angebotes verfügen.

 

Welche Informationen muss ein Angebot enthalten?

Adresse, kurze Beschreibung der Immobilie/Wohnung und deren Zustand, Anzahl und Größe der Räume, Grundrisse, wer ist Eigentümer oder Vermieter, ab wann steht das Angebot zur Verfügung, Kontakt für Abstimmungen und Ortsbesichtigungen. Außerdem Bedingungen und Vorstellungen zu den Konditionen der Vermietung.

 

Welche Personengruppen sollen untergebracht werden?

Vordergründig sollen Familien und Frauen in den Wohnungen untergebracht werden. Der überwiegende Teil der hilfesuchenden Menschen allerdings sind Männer aus Syrien, Afghanistan, Kosovo, Irak und Pakistan, Albanien, Eritrea, Marokko und Tunesien.

 

Wie werden Probleme vor Ort gelöst?

Grundsätzlich kann der Vermieter Wünsche äußern, an welche Personengruppe vermietet werden soll. Jedoch wird es nicht immer möglich sein, diesen Wünschen immer zu entsprechen. Sollte es nach der Vermietung zu Konflikten kommen, stehen im Sozialamt Mitarbeiter des Belegungsmanagements hilfreich zur Seite. In Einzelfällen kann die untergebrachten Personen aus der Wohnung genommen und andere Personen zugewiesen werden. Außerordentliche Kündigungen aus solchen Gründen hat es bisher allerdings noch nicht gegeben. Darüber hinaus werden die in den Wohnungen untergebrachten asylsuchenden Menschen durch Sozialarbeiter betreut, welche ebenfalls als Ansprechpartner verfügbar sind.

 

Kontakt und Fragen?

Fragen und Informationen zum Thema im Projektbüro Unterbringung asylsuchender Menschen unter Telefonnummer 03 51 - 4 88 11 76.

 

Wohin soll das Angebot gehen?

Landeshauptstadt Dresden, Geschäftsbereich Finanzen und Liegenschaften, Projektbüro Unterbringung asylsuchender Menschen per E-Mail: projektbuero-unterbringung-asyl@dresden.de oder per Post an Landeshauptstadt Dresden, Geschäftsbereich Finanzen und Liegenschaften, Projektbüro Unterbringung asylsuchender Menschen, Ferdinandplatz 2, 01069 Dresden. In Vorbereitung ist ein Angebotsformular unter www.dresden.de/asyl - ab Mitte November.

 

Wer kümmert sich um das Angebot und wann meldet sich die Stadt?

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Projektbüros sowie Mitarbeiter des beauftragten Dienstleisters STESAD GmbH kümmern sich um die Angebote, nehmen zeitnah Kontakt mit dem Anbieter auf und organisieren die Ortsbesichtigungen

 

Wer bezahlt die Miete?

Vertragspartner ist die Landeshauptstadt Dresden, welche auch die Mieten zahlt.

 

Wie viele Wohnungsangebote sind bisher bei der Stadt gemeldet worden?

Seit dem 1. Oktober sind beim Projektbüro Unterbringung 118 Angebote eingegangen. Davon sind etwa zehn Prozent abgelehnt worden, weil beispielsweise der Zustand der Wohnungen schlecht, ungünstiger Raumzuschnitt, konditionelle Vorstellungen, Restriktionen der Belegung durch Vermieter etc.)

 

 

 

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