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10.08.2015

Zeckenalarm in Sachsen – gilt dies auch für Dresden?

Dr. med. Jörg Wendisch, Sachgebietsleiter der städtischen Impfstelle, gibt wichtige Tipps

Seit geraumer Zeit warnen Medien vor der Ausbreitung der Zecken. Diese sind nun auch in Sachsen auf dem Vormarsch. Was das für die Stadt Dresden bedeutet, weiß auch der Leiter des Sachgebietes Impfen im städtischen Gesundheitsamt, Dr. med. Jörg Wendisch:

„Nach milden Wintern gehen wir davon aus, dass aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen die Zahl der Zecken zunimmt. Zecken sind meist im hohen Gras und in niedrigen Büschen versteckt. Wer dort durchläuft kann sich Zecken einfangen. Das trifft auch für die Stadt Dresden zu. Gefährlich werden Zeckenstiche dann, wenn dabei für den Menschen gefährliche Krankheitserreger übertragen werden.“

Zwei Krankheitserreger sind dabei von großer Bedeutung: Borrelien, eine Bakterienart, die neben Hautreaktionen auch Entzündungsreaktionen an Gelenken und an Nervenzellen hervorrufen können und Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis(FSME)-Viren, die eine Sommergrippe, aber auch eine Entzündungsreaktion im Gehirn oder an den Hirnhäuten auslösen können.

In allen Bundesländern muss mit der Übertragung von Borrelien gerechnet werden.
Das Robert-Koch-Institut erklärte im letzten Jahr zu den üblichen Gebieten auch Teile von Thüringen und den Vogtlandkreis in Sachsen zu Risikogebieten für die Übertragung von FSME-Viren durch einen Zeckenstich. Dresden gehört bislang noch nicht dazu.

Zum Schutz vor einer FSME-Infektion stehen für Aufenthalte in Risikogebieten Impfstoffe zur Verfügung. Risikogebiete sind in Deutschland: Bayern, Baden Württemberg, Teile von Hessen, des Saarlandes und Rheinland-Pfalz. Die Impfempfehlung gilt neben diesen auch für Aufenthalte mit Risiko im Ausland. Das betrifft zum Beispiel Reisen nach Österreich, Tschechien, Polen, in die baltischen Republiken und weitere beliebte Reiseziele in Europa.

Aber auch bei Reisen in die Russische Föderation oder nach China kann ein spezieller Typ des FSME-Virus gefährlich werden. Auslandsreisende sollten deshalb das Risiko für eine Infektion mit dem FSME-Virus hinterfragen.

Dr. med. Jörg Wendisch empfiehlt grundsätzlich: „Nach Aufenthalten im Freien mit Streifzügen durch Gebüsch und hohem Gras sollte die Haut abgesucht und Zecken schnell entfernt werden. Das kann am besten mit einer Splitterpinzette, die zwischen dem Körper der Zecke und der Haut angesetzt wird, erfolgen. Entfernt man die Zecke innerhalb von acht bis zwölf Stunden kann eine Borrelien-Infektion oft noch verhindert werden. FSME-Viren werden meist schon beim Stich übertragen. Wenn beim Herausziehen der Zecke der Stachel abreißt ist das kein Problem. Die Haut sollte jedoch danach desinfiziert werden.“

„Wer eine Zecke entfernt hat, sollte die Stelle in den nächsten zwei bis drei Wochen beobachten“, ergänzt der Leiter der Impfstelle. Denn nach einer Übertragung von Borrelien entwickelt sich an der Stichstelle der Zecke in 90 bis 95 Prozent der Fälle eine größer werdende Hautrötung, oft mit einer Abblassung im Zentrum (Wanderröte). Wer so etwas bemerkt, übrigens auch ohne die Zecke gesehen zu haben, sollte seinen Hausarzt aufsuchen.

Lange, helle Kleidung erschwert den Weg der Zecken auf die Haut und die dunklen Zecken werden besser auf der Kleidung wahrgenommen. Zusätzlich kann Kleidung imprägniert und die Haut, ähnlich wie zum Schutz vor Mücken, mit einem Repellent eingerieben werden. Apotheken, Reiseausstatter und Drogerien führen entsprechende Präparate.

Der Schutz wird nicht in jedem Fall den Zeckenstich verhindern. Wer ganz sicher gehen will, der sollte die Impfstelle des städtischen Gesundheitsamtes aufsuchen. 

Informationen

  • Impfstelle des Gesundheitsamtes Dresden,
  • Bautzner Straße 125
  • Impfzeiten: Dienstag von 9 bis 11 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 14 bis 17 Uhr
  • ohne Voranmeldung: Montag, Donnerstag und Freitag vormittags nach telefonischer Terminvergabe

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