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Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2026/05/pm_066.php 22.05.2026 13:40:46 Uhr 15.06.2026 07:19:46 Uhr |
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Pride Month in Dresden: Queere Perspektiven sichtbar machen
Der Pride Month ist eine nationale und globale Feier der Vielfalt der LGBTQ+-Community. Jedes Jahr im Juni wird so auf sexuelle und geschlechtliche Vielfalt und deren Diskriminierung aufmerksam gemacht. Das ist wichtig, denn Menschen, die sich als bi- oder homosexuell, als trans oder intersexuell bezeichnen, erleben in Deutschland zunehmen Anfeindungen und Übergriffe. Diese Personengruppe, zu der sich elf Prozent aller Bürger der BRD zählen, bezeichnet sich selbst als queer. Während des Pride Month finden Veranstaltungen statt, die über historische Entwicklungen, aktuelle Themen und Rechte aufklären, Netzwerke stärken und ein inklusives Miteinander fördern. Unternehmen, Organisationen und Institutionen nutzen diese Zeit, um ihr Engagement für Gleichberechtigung, Respekt und Zugehörigkeit sichtbar zu machen. Die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Dresden, Dr. Alexandra-Kathrin Stanislaw-Kemenah, lädt gemeinsam mit dem Gerede e. V. zu zwei Veranstaltungen ein.
Podiumsdiskussion über queere Elternschaft am 1. Juni
Am Montag, 1. Juni 2026, 18 Uhr gibt es eine Podiumsdiskussion über queere Elternschaft im riesa efau Saal, Runde Ecke auf der Wachsbleichstraße 4A, 01067 Dresden. Queere Elternschaft macht sichtbar, wie vielfältig Lebensrealitäten von Familien sind und wo gesellschaftliche sowie rechtliche Gegebenheiten auseinandergehen. Welche Hürden im Umgang mit Behörden und im Familienrecht bestehen aktuell in Deutschland? Welche Entwicklungen zeichnen sich ab? Und was zeigt der Blick nach Europa? Gesprochen wird über unterschiedliche Familienrealitäten, rechtliche und soziale Herausforderungen sowie die Bedarfe der Communities. Moderieren wird Lisa Bendiek, Autorin, Moderatorin und queere Mutter, hauptberuflich Referentin in der diskriminierungskritischen Bildungsarbeit. Ins Gespräch kommen Constanze Körner (1), Juli Heinicke (2), Mooooon (3). Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Der Zugang ist barrierefrei.
Erzählcafé „Queeres Leben in der DDR" am 29. Juni
Am Montag, 29. Juni 2026, wird um 17 Uhr eingeladen zum Erzählcafé „Queeres Leben in der DDR" in der Gedenkstätte Bautzner Straße, 01099 Dresden. Dort sprechen Menschen unterschiedlicher Generationen über die Handlungsspielräume queerer Personen in der DDR. Mit dabei sind die Zeitzeugen Samirah Kenawi (4) und Hans-Jürgen Barth (5) sowie Kulturwissenschaftler Bob Sieber (6).
Das Erzählcafé ist eine offene Gesprächsrunde. Alle sind eingeladen, sich aktiv einzubringen und ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven mitzubringen. Die Veranstaltung findet mit Unterstützung der Stiftung Sächsische Gedenkstätten statt, sie ist kostenfrei und erfolgt ohne Anmeldung.
Informationen zu den Teilnehmenden:
(1) Körner engagiert sich seit mehr als 25 Jahren für Regenbogenfamilien. Seit der Gründung von LesLeFam e. V. übernimmt sie die leitenden Aufgaben des Vereins und verantwortet die geschäftsführende Leitung sowie die Projektkoordination. Gemeinsam mit dem Team entwickelt sie Projekte für Lesben und queere Menschen und macht Vernetzungsarbeit in Berlin auf Landes- und Bundesebene. 2019 erhielt sie den Magnus-Hirschfeld-Preis und ist zudem Beirätin beim LesbenRing e. V.
(2) Heinicke ist Rechtsanwältin mit Kanzlei in Berlin. Sie berät insbesondere Menschen der LGBTQIA+-Community im Bereich des Familienrechts. Zudem ist sie Mitglied der Familienrechtskommission des Deutscher Juristinnenbund e. V. und engagiert sich ehrenamtlich als Rechtsberaterin für die TIN*-Rechtshilfe und den Verband Queere Vielfalt (LSVD).
(3) Mooooon arbeitet als Choreograf, Performer, Videoproduzent und Kurator mit einem Schwerpunkt auf Aktivismus und Community-Building
(4) Kenawi, geboren 1962 in Ostberlin, war an der Gründung von Gerede beteiligt. Dieser erste Arbeitskreis „Homosexualität“ traf sich regelmäßig außerhalb kirchlicher Räume im damaligen Jugendclub Scheune in der Alaunstraße. Allen Engagierten war klar, dass dieser Arbeitskreis ständig unter Beobachtung durch die Stasi stand. In Berlin gründete Kenawi dann im Rahmen des Frauenzentrums Fennpfuhl eine Frauenbibliothek und ein Frauenarchiv. Daraus entstanden 1990 die Frauenbibliothek im EWA-Frauenzentrum sowie das Archiv GrauZone, das Dokumente der DDR-Frauen- und Lesbenbewegung bewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich macht.
(5) Barth, geboren 1951 in Berlin war als Kind in verschiedenen Heimen und bei Pflegeeltern, absolvierte er eine Ausbildung zum Chemiefacharbeiter und studierte an der Offiziershochschule in Zittau. 1974 kam der Wendepunkt: Nach seinem Outing als schwul und der anschließenden Scheidung wurde er vom Parteisekretär diskriminiert und aus seiner Tätigkeit als Redakteur gedrängt. 1976 lehnte er eine Anwerbung als inoffizieller Mitarbeiter ab und stellte einen Ausreiseantrag. Am 14. April 1977 bekräftigte er dies durch eine Plakataktion auf der Prager Straße. Infolgedessen wurde er wegen mehrfacher „staatsfeindlicher Hetze" verurteilt und war von April 1977 bis Juni 1978 in politischer Haft (U-Haft Bautzner Straße, Zuchthaus Cottbus, Karl-Marx-Stadt). Im Juni 1978 wurde er von der Bundesrepublik freigekauft. Nach der Wiedervereinigung kehrte Barth nach Dresden zurück. Heute gibt er Bildungsveranstaltungen in der Gedenkstätte Bautzner Straße und leitet den Gay-Stammtisch des Gerede e. V.
(6) Sieber, geboren 1998, Kulturwissenschaftler und Erziehungswissenschaftler. Interessiert sich für Gender/Queer Studies, Kulturgeschichte und forscht zum Thema Trans in der DDR.