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Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2026/04/pm_022.php 09.04.2026 15:09:48 Uhr 16.05.2026 19:31:06 Uhr |
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Trachau: Unerwarteter Fund von Gräbern auf dem Heidefriedhof
Bau neuer Grabanlage unterbrochen
Auf dem Heidefriedhof in Trachau plant der Eigenbetrieb Städtisches Friedhofs- und Bestattungswesen Dresden eine neue naturnahe Grabanlage. Die bauvorbereitenden Arbeiten haben bereits begonnen und die Fertigstellung ist noch für dieses Jahr geplant. Am 24. Februar 2026 wurde bei Grabungsarbeiten südlich des Ehrenhains unerwartet ein menschliches Skelett in etwa 70 Zentimetern Tiefe vorgefunden.
Das Städtische Friedhofs- und Bestattungswesen Dresden informierte unverzüglich die Kriminalpolizei Dresden sowie den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. über diesen Fund. Das Vergabeverfahren zum Bau der neuen naturnahen Grabanlage wurde vorläufig gestoppt.
49 Kriegsopfer gefunden
Vom 17. bis 19. März 2026 erfolgten daraufhin auf dem Heidefriedhof weitere Grabungen unter der Leitung des Umbettungsdienstes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge sowie der Kriminalpolizei Dresden.
Dabei wurden in der Nähe des ersten Fundortes zwei Sammelgräber entdeckt. Im ersten mit einer Größe von zehn-mal-zwei Metern wurden 17 Kriegsopfer festgestellt, im zweiten mit einer Größe von 20-mal-zwei Metern 30 Kriegsopfer. Zwei Kriegsopfer konnten bei Einzelfunden ausgebettet werden.
Insgesamt wurden 49 Kriegsopfer vorgefunden, welche nicht in den Unterlagen und Plänen des Eigenbetriebs verzeichnet waren.
Es folgten weitere Untersuchungen. Bei 15 Probegrabungen im rückwärtigen Teil der geplanten neuen naturnahen Grabanlage ergaben sich keine weiteren Verdachtsfälle von möglicherweise beigesetzten Kriegstoten.
Woher weiß man, dass es sich um Kriegsopfer handelt?
Die in den Sammelgräbern vorgefundenen Gegenstände und die Beschaffenheit der Knochen lassen sich Kriegstoten des Zweiten Weltkrieges zuordnen.
So geht es weiter
Die beiden Sammelgrabflächen der Kriegsgräber sind nach dem Gräbergesetz in ihrem dauernden Bestand zu schützen und werden entsprechend würdevoll, ansprechend und kontextualisiert hergerichtet. Außerdem wird im Umfeld der geplanten neuen Grabanlage geprüft, ob es noch weitere Grabstellen gibt. Danach können die Arbeiten für die neue Grabanlage beginnen. Eventuell muss die Planung beispielsweise hinsichtlich der Wegeführung angepasst werden.
Neue Grabanlage für mehr Wahlmöglichkeiten
Die Bestattungskultur befindet sich seit einigen Jahren in einem spürbaren Wandel. Immer mehr Menschen wünschen sich naturnahe, individuell gestaltete Formen des Abschieds, die sowohl ökologische Aspekte als auch persönliche Vorstellungen von Ruhe und Erinnerung berücksichtigen. Mit der neuen Grabanlage wird diesem Wunsch der Dresdnerinnen und Dresdner nachgekommen und es können noch mehr Wahlmöglichkeiten für Beisetzungen angeboten werden.