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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2026/04/pm_001.php 01.04.2026 12:08:49 Uhr 14.05.2026 10:35:32 Uhr

Kommunaler Wärmeplan: Überarbeitete Fassung geht in den Stadtrat

Maßnahmen bis 2028 fokussieren auf Wärmenetze, lokale Lösungen und Zukunft des Gasnetzes

Die überarbeitete Version des kommunalen Wärmeplans der Landeshauptstadt Dresden wird ab April 2026 im Stadtrat beraten. Nachdem der Plan bereits im Herbst 2025 öffentlich ausgelegt und in den Ortschafts- sowie Stadtbezirksräten vorgestellt wurde, hat ihn nun der Oberbürgermeister bestätigt.

Wärmenetze als Schlüssel zur sicheren Wärmeversorgung

Aktuell werden rund 93 Prozent der Wärme in Dresden mit Erdgas erzeugt. Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist deshalb eine bezahlbare, sichere und klimafreundliche Wärmeversorgung, die stärker auf lokale Energiequellen und verschiedene Energieträger setzt. Eine zentrale Rolle spielen dabei Wärmenetze. Sie können unterschiedliche Wärmequellen miteinander verbinden und gleichzeitig die Stromnetze entlasten. Perspektivisch sollen sie etwa zwei Drittel des Dresdner Wärmebedarfs decken. 

„Wärmenetze helfen, die Wärmeversorgung unabhängiger von internationalen Krisen zu machen und langfristig Versorgungssicherheit für alle Dresdnerinnen und Dresdner zu gewährleisten – besonders auch für Familien und Haushalte mit geringem Einkommen.“

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen

Auch das Fernwärmenetz ist ein wichtiger Baustein der Wärmewende.

„Der wirtschaftliche Ausbau und die Verdichtung des Dresdner Fernwärmenetzes sind zentraler Baustein und Rückgrat für eine erfolgreiche Wärmewende in Dresden. SachsenEnergie ist bereits auf einem guten Weg, verschiedene erneuerbare Energiequellen und Technologien zur Dekarbonisierung der Fernwärme einzusetzen.“ 

Frank Wustmann, Abteilungsleiter Umweltschutz der SachsenEnergie

In Stadtteilen ohne Anschluss an zentrale Wärmenetze werden vor allem Wärmepumpen, Biomasseanlagen oder kleinere Gebäudenetze als geeignete Alternativen gesehen.

Hinweise aus der Bevölkerung wurden berücksichtigt

Viele Rückmeldungen aus der öffentlichen Beteiligung sind in die neue Fassung eingeflossen. Besonders häufig ging es um: das Zieljahr der Planung, die Zukunft des Gasnetzes, die Rolle von Wasserstoff, energetische Gebäudesanierung, den Ausbau von Nahwärmenetzen sowie um Beratungsangebote für Eigentümerinnen und Eigentümer. Darauf wurde reagiert. Fachbegriffe wurden verständlicher formuliert, die Nutzung von Wasserstoff kritischer bewertet und die Bedeutung von Sanierungsmaßnahmen stärker berücksichtigt.

Konkrete Schritte bis 2028

Bis 2028 stehen vor allem konkrete Prüfaufträge im Fokus. Dazu gehören die Untersuchung von 16 Gebieten auf ihre Eignung für Wärmeverbünde sowie die Erarbeitung eines Entwicklungsplans für das Gasverteilnetz. Parallel werden wichtige Maßnahmen zur Dekarbonisierung der Fernwärme umgesetzt, etwa Großwärmespeicher und weitere Großwärmepumpen. Außerdem wird der digitale „Dresdner Energielotse“ unter www.dresden.de/energielotse weiterentwickelt. Er soll ab Juni 2026 mit neuen interaktiven Funktionen Bürgerinnen und Bürger bei Fragen zur Wärmeversorgung unterstützen.

Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse wird die Wärmeplanung ab 2029 fortgeschrieben.

Was die kommunale Wärmeplanung bedeutet

Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Planungsinstrument und hilft Gebäudeeigentümern, Energieversorgern und der Verwaltung bei Entscheidungen für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung. Sie ist jedoch rechtlich unverbindlich und verpflichtet niemanden zu konkreten Maßnahmen.