Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2026/03/pm_055.php 20.03.2026 11:23:01 Uhr 17.04.2026 15:12:31 Uhr

Zehn Dresdnerinnen und Dresdner erhalten die Ehrenmünze der Landeshauptstadt

Oberbürgermeister Dirk Hilbert würdigt herausragendes ehrenamtliches Engagement

Am Sonnabend, 21. März 2026, verleiht Oberbürgermeister Dirk Hilbert zum fünften Mal die Ehrenmünze der Landeshauptstadt Dresden an zehn verdienstvolle Persönlichkeiten, die sich ehrenamtlich in besonderer Weise in der Stadt engagieren. In einem Festakt im Neuen Rathaus, Eingang über Goldene Pforte, Rathausplatz 1, zeichnet er sechs Frauen und vier Männer aus.

„Diese zehn Persönlichkeiten stehen stellvertretend für die tausenden Dresdnerinnen und Dresdner, die unsere Stadt jeden Tag noch ein Stück lebens- und liebenswerter machen. Mit der Ehrenmünze sagen wir stellvertretend für die gesamte Stadtgesellschaft: Danke für Ihre Ausdauer und Ihre Leidenschaft.“

Oberbürgermeister Dirk Hilbert

Martina Angermann – Heimatverein Schönfelder Hochland e. V.

Martina Angermann engagiert sich seit über drei Jahrzehnten für die Bewahrung und Vermittlung regionaler Geschichte im Schönfelder Hochland. Als Mitgestalterin des Heimatvereins Schönfelder Hochland e. V. initiierte sie maßgeblich das Kleinbauernmuseum Reitzendorf und entwickelte es zu einem lebendigen Ort der Heimatpflege. Dort vermittelt sie traditionelle Kulturtechniken, organisiert Ausstellungen zur Förderung regionaler Künstlerinnen und Künstler und stärkt mit zahlreichen Veranstaltungen die Identität und das Gemeinschaftsleben der dörflichen Region.

Jürgen Czytrich – Omse e. V.

Jürgen Czytrich engagiert sich seit mehr als drei Jahrzehnten für die Entwicklung des Dresdner Stadtteils Gorbitz. Als Mitbegründer des Omse e. V. setzte er sich früh für soziokulturelle Bildung, demokratische Werte und gesellschaftlichen Zusammenhalt ein und prägte zahlreiche Projekte im Dresdner Westen entscheidend mit. Unter seiner Mitwirkung entstanden unter anderem die Laborschule Dresden sowie verschiedene Kindertagesstätten und Jugendangebote. Darüber hinaus initiierte er als Beauftragter für Soziokultur vielfältige Formate wie das Westhangfest und die „Gorbitzer Nachrichten“, die das Gemeinschaftsgefühl im Stadtteil nachhaltig stärken. Auch sein persönliches Engagement gegen Einsamkeit im Alter zeigt seine besondere Verbundenheit mit den Menschen vor Ort. 

Prof. Dr. Dr. Hartmut Grothkopp – Leichtathletikverband Sachsen e. V., Postsportverein Dresden e. V.

Vom Übungsleiter bis hin zu führenden Funktionen auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene prägte Prof. Dr. Dr. Hartmut Grothkopp die Entwicklung der Leichtathletik maßgeblich, unter anderem als Präsident des Leichtathletik-Verbandes Sachsen und als Vizepräsident Leistungssport im Deutschen Leichtathletik-Verband. Mit großem Engagement setzte er sich zudem für die Weiterentwicklung des Sportstandorts Dresden ein, insbesondere beim Neubau und der internationalen Etablierung des Heinz-Steyer-Stadions. Auch über seine Funktionen hinaus bleibt er der Vereinsarbeit eng verbunden und stärkt damit nachhaltig die Basis des Sports.

Silke Hartmann – Wahlhelferin

Silke Hartmann ist ein Vorbild für gelebte Demokratie. Seit 1998 engagiert sie sich ununterbrochen als Wahlhelferin in Dresden und hat bei inzwischen 30 Wahlen und Bürgerentscheiden die verantwortungsvolle Aufgabe der Wahlvorsteherin übernommen. Im Bürgerhaus Prohlis sorgt sie mit großer Ruhe und Sorgfalt für transparente Abläufe. Ihr über 25-jähriger Einsatz ist ein unverzichtbarer, oft im Hintergrund wirkender Beitrag für das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in demokratische Prozesse.

Anca Kübler – Frauenschutzhaus Dresden e. V., Opferhilfe Sachsen e. V., Weißer Ring e. V, Freundeskreis HELLERAU e. V.

Anca Kübler engagiert sich seit über zwei Jahrzehnten für Opfer von häuslicher und sexueller Gewalt in Dresden. Als Rechtsanwältin verbindet sie juristische Fachkompetenz mit tiefem Mitgefühl und unterstützt Betroffene dabei, ihre Rechte wahrzunehmen und neue Perspektiven zu entwickeln. Ihr ehrenamtliches Wirken umfasst unter anderem die Vorstandsarbeit im Frauenschutzhaus Dresden e. V. sowie im Förderverein Traumanetz Seelische Gesundheit Sachsen e. V. Darüber hinaus setzt sie sich in verschiedenen Netzwerken und Organisationen der Opferhilfe für nachhaltige Strukturen im Gewaltschutz ein. Anca Kübler steht für eine klare Haltung: hinsehen, unterstützen und Verantwortung übernehmen.

André Lang – Förderkreis/Gedenkort Alter Leipziger Bahnhof e. V., Jüdische Gemeinde zu Dresden, Bündnis „Herz statt Hetze“, Dresden Nazifrei

André Lang engagiert sich seit vielen Jahren für Erinnerungskultur, demokratisches Miteinander und jüdisches Leben in Dresden. Als Sohn von Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung bringt er eine persönliche Perspektive in sein Wirken ein, das sich gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus richtet. Er ist in zivilgesellschaftlichen Initiativen aktiv und langjähriges Mitglied der Jüdischen Gemeinde zu Dresden. Sein besonderes Augenmerk gilt dem Alten Leipziger Bahnhof: Als Sprecher des Förderkreises kämpft er dafür, diesen historischen Ort der Deportation als dauerhafte Lern- und Begegnungsstätte im öffentlichen Bewusstsein zu verankern und so ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen.

Joachim Lux – Eisenbahner Sportverein Dresden e. V.

Seit 14 Jahren steht Joachim Lux an der Spitze des ESV Dresden. Unter seiner Führung hat sich der Verein mit rund 1.200 Mitgliedern zu einem Zentrum für Breiten- und Leistungssport entwickelt. Besonders am Herzen liegt ihm die vereinsübergreifende Nachwuchsförderung im Handball sowie die Ausbildung ehrenamtlicher Übungsleiter. Lux versteht Sport als soziale Aufgabe und beweist auch bei infrastrukturellen Herausforderungen großen Weitsinn für die Gemeinschaft im Stadtteil.

Christiane Mennicke-Schwarz – #WOD – WELTOFFENES DRESDEN

Als Gründungsmitglied des 2014 ins Leben gerufenen Bündnisses #WOD setzt sich die Kunsthistorikerin Christiane Mennicke-Schwarz für eine vielfältige Stadtgesellschaft ein. Die studierte Kunsthistorikerin und Kuratorin bringt ihre Fachexpertise in zahlreiche Projekte ein, die weit über klassische Kunstvermittlung hinausgehen. Ob bei großangelegten Plakatkampagnen zur Erinnerungskultur, dem „Fest der Demokratie“ oder Kooperationen gegen Antisemitismus – Christiane Mennicke-Schwarz gelingt es, künstlerische Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischer Relevanz zu verbinden. 

Heike Richter – Denk Mal Fort! e. V. Die Erinnerungswerkstatt Dresden, Freundeskreis Trinitatis- und Johannisfriedhof Dresden

Heike Richter engagiert sich seit vielen Jahren mit außergewöhnlicher Hingabe für den Erhalt und die lebendige Vermittlung der Dresdner Friedhofskultur. Beruflich im Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft tätig, bringt sie ihr umfassendes Fachwissen weit über ihre dienstlichen Aufgaben hinaus ehrenamtlich ein. Als Mitbegründerin mehrerer Initiativen und Vereine setzt sie sich für Denkmalpflege, Erinnerungskultur und bürgerschaftliches Engagement ein. Besonders hervorzuheben sind ihre zahlreichen Grabpatenschaften, mit denen sie den Erhalt historisch bedeutender Grabstätten sichert und oft auch finanziell ermöglicht. Darüber hinaus vermittelt sie ihr Wissen in Führungen und Veranstaltungen und vernetzt engagierte Akteurinnen und Akteure im Hintergrund. 

Sandra Schnitzer – Stadtteilfeuerwehr Dresden-Lockwitz

Sandra Schnitzer engagiert sich seit drei Jahrzehnten mit außergewöhnlicher Beständigkeit in der Freiwilligen Feuerwehr Dresden-Lockwitz. Bereits als Kind in einer Feuerwehrfamilie geprägt, fand sie früh ihren Weg ins Ehrenamt und übernahm schnell Verantwortung – zunächst in der Jugendfeuerwehr und seit 2011 als Leiterin der Stadtteilfeuerwehr Lockwitz. Mit großem Einsatz stärkt sie Strukturen, fördert den Nachwuchs und sorgt dafür, dass Ausbildung, Organisation und Einsatzbereitschaft zuverlässig ineinandergreifen. Ihr Führungsstil ist geprägt von Klarheit, Teamgeist und Bescheidenheit. Sie begleitete maßgeblich den Neubau des Feuerwehrhauses und setzte mit der Initiative für eine Ehrenstele ein bleibendes Zeichen für Kameradschaft und die Anerkennung des Dienstes an der Allgemeinheit.

Das ist die Ehrenmünze

Die Ehrenmünze ist die dritthöchste Auszeichnung Dresdens. Die massive Silbermünze (60 Gramm), gestaltet vom Meißner Medailleur Tilo Kügler, zeigt das Stadtwappen, die Frauenkirche und einen Lorbeerzweig. Sie wird seit 2022 an Personen verliehen, die sich in besonderer Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben.

Vorschläge für nächste Verleihung gesucht

Neue Vorschläge können bis zum 31. August 2026 eingereicht werden – per E-Mail an oberbuergermeister@dresden.de oder per Post an den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden, Postfach 12 00 20, 01001 Dresden. Das dazugehörige Formular ist abrufbar unter www.dresden.de/ehrenmuenze.

„Wenn Sie einen besonders engagierten Menschen kennen, den Sie für auszeichnungswürdig halten, schreiben Sie mir bitte. Ich freue mich, dass wir mit der Ehrenmünze die Möglichkeit haben, ehrenamtliches Engagement in der Landeshauptstadt Dresden zu würdigen.“

Oberbürgermeister Dirk Hilbert

Jedes Jahr können bis zu zehn ehrenamtlich tätige Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die sich insbesondere auf gesellschaftlichem, politischem, kulturellem, religiösem, sozialem, wirtschaftlichem, sportlichem oder wissenschaftlichem Gebiet besondere Verdienste erworben und sich um das Gemeinwohl und das Ansehen der Landeshauptstadt Dresden verdient gemacht haben. Die abschließende Entscheidung über die Ehrungsvorschläge trifft der Oberbürgermeister auf der Grundlage der Empfehlung durch die von ihm berufene Jury „Ehrenmünze“. Das Gremium besteht aus Vertreterinnen und Vertretern von Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft.