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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2026/03/pm_054.php 19.03.2026 15:40:04 Uhr 06.09.2026 14:49:18 Uhr

Reallabor AUTOmobil zeigt: Wohnort und Lebenssituation bestimmen Autonutzung

20 Haushalte geben Einblick in ihre Mobilität – Ergebnisse fließen in den Mobilitätsplan 2035+ ein

Im Rahmen des Reallabors AUTOmobil befragte die Stadtverwaltung zwischen Mai und Dezember 2025 insgesamt 20 Dresdner Haushalte mit PKW. Sie gaben dem Amt für Stadtplanung und Mobilität ein halbes Jahr lang vielfältige Auskünfte zu ihrem Mobilitätsverhalten. Die Ergebnisse zeigen: Die Lebensumstände prägen die Verkehrsmittelwahl. Wohnort, Arbeitswege, familiäre Verpflichtungen und feste Alltagsziele führen häufig zu einer starken Bindung an das Auto. Gleichzeitig äußerten die Teilnehmer klare Ideen, wie sie künftig öfter auf Alternativen umsteigen würden.

„Wir machen Verkehrsplanung für alle Dresdnerinnen und Dresdner – ob sie mit Bus und Bahn, dem Rad, zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs sind. Für den Dresdner Mobilitätsplan 2035+ wollten wir wissen, welche Gründe Dresdnerinnen und Dresdner für eine häufige Nutzung des Autos im Alltag haben. Diese Menschen haben gute Ideen, was sie brauchen, um das Auto für manche Wege stehen zu lassen, die wir in den Mobilitätsplan eingearbeitet haben. Das kann eine Vorreservierung am P+R-Platz sein, die direkt mit dem ÖPNV-Ticket gebucht wird oder mehr Komfort und schnellere Reisezeiten bei Bus und Bahn.“

Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn

Alltag, Zeitdruck und Komfort als zentrale Faktoren

Die Auswertung des Reallabors AUTOmobil zeigt vier Hauptgründe für die Nutzung des privaten Pkw:

  • Zeitersparnis und Flexibilität
  • Transportbedarf, etwa für Kinder, Einkäufe oder sperrige Gegenstände
  • gesundheitliche oder körperliche Einschränkungen
  • Komfort und Bequemlichkeit

In der Auswertung zeigte sich, dass bei der Wahl des Wohnortes die verfügbaren Mobilitätsangebot oft eine nachgeordnete Rolle spielen. Damit verfestigen sich Routinen, für die häufig das Auto die erste Wahl ist. Das sind beispielsweise ein Job mit schlechter ÖPNV-Anbindung, der Arztbesuch am anderen Ende der Stadt oder die Kita oben auf dem Berg. Alternative Verkehrsmittel kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn das Auto beispielsweise in der Werkstatt ist, das Parken schwierig wird oder Bus und Bahn tatsächlich schneller sind. 

Welche Erkenntnisse fließen in den Dresdner Mobilitätsplan 2035+ ein?

Die befragten Haushalte wünschen sich eine Mobilität mit Augenmaß für ein lebenswertes Dresden. Platz, Umwelt und Lebensqualität sehen sie als gemeinsames Anliegen aller. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse für den Dresdner Mobilitätsplan 2035+:

  • Flexible Mobilität nach Zweck und Situation: per Auto, ÖPNV, Rad oder zu Fuß
  • mehr Mobilitätskultur: Aufklärung, Information und Kampagnen für Verständnis und Akzeptanz
  • das Auto als Backup, nicht als Standard – bewusste Nutzung statt Verzichtsdebatte

Die Ergebnisse sind in 18 der insgesamt 70 Maßnahmen des Dresdner Mobilitätsplans 2035+ eingeflossen. Dazu zählen unter anderem Verbesserungen im Wirtschaftsverkehr, bei Park-and-Ride-Angeboten, der Ausbau der Ladeinfrastruktur, verlässliche Echtzeitinformationen bei Baustellen sowie mehr Komfort, Sicherheit und kürzere Reisezeiten im öffentlichen Verkehr.

Teilnehmer brachten vielfältige Perspektiven ein

Aus den knapp 350 Bewerbungen wählte das Amt für Stadtplanung und Mobilität gemeinsam mit dem beauftragten Dresdner Büro Mobilitätswerk GmbH 20 Haushalte aus. Diese unterschieden sich hinsichtlich des Stadtteils als Wohnort, der Haushaltsgröße, der Altersgruppe, der Tätigkeit, der Nutzung von Verkehrsmitteln. Darunter waren unter anderem Haushalte mit Alleinerziehenden, Familien mit und ohne Kinder, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sowie Beschäftigte im Schichtdienst. Voraussetzung zur Teilnahme als Haushalt war der Wohnort Dresden, Führerschein- und Autobesitz sowie die Nutzung des Autos an mindestens drei Wochentagen.

Die Teilnahme am Reallabor umfasste ein Tiefeninterview, zwei Erfahrungsaustausche, zwei Gruppendiskussionen und das Führen eines Mobilitätstagebuchs über die gesamte sechsmonatige Laufzeit. Die Haushalte erhielten eine Aufwandsentschädigung von monatlich 50 Euro pro Person, jedoch maximal 150 Euro pro Monat und Haushalt.