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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2026/03/pm_031.php 11.03.2026 09:42:19 Uhr 17.04.2026 14:25:58 Uhr

Tuberkulose-Untersuchung an zwei Dresdner Schulen

Kontaktpersonen werden vorsorglich getestet

Das Amt für Gesundheit und Prävention untersucht derzeit zwei Dresdner Schulen, nachdem bei zwei Personen eine ansteckende Tuberkulose nachgewiesen wurde. Alle Kontaktpersonen im schulischen Umfeld werden vorsorglich getestet. Die Erkrankten befinden sich in Isolation und werden medizinisch behandelt.
Die betroffenen Familien der Schülerinnen und Schüler wurden über die notwendigen Maßnahmen informiert. Die Gesundheitsbehörde und die Schulleitungen arbeiten eng zusammen, um eine zeitnahe Untersuchung der betroffenen Personen zu ermöglichen. 

Zweite Testung erforderlich

Gemäß Tuberkulose-Leitlinien ist bei Kindern und Jugendlichen nach acht bis zwölf Wochen eine zweite Testung erforderlich, wenn der erste Test negativ ausfiel. Erst nach dieser Zeit kann bei Kontaktpersonen eine Ansteckung sicher ausgeschlossen oder nachgewiesen werden.

Seltene Krankheit

Tuberkulose ist in Deutschland selten. Die Inzidenz liegt bei etwa 5,2 Fällen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Eine Impfung wird in Deutschland nicht mehr empfohlen. Das Infektionsrisiko in der Öffentlichkeit ist sehr gering.
In Dresden wurde Tuberkulose im Jahr 2024 bei 34 Personen festgestellt, im Jahr 2025 bei 39 Personen.

Krankheitsbild

Tuberkulose zählt in Deutschland zu den seltenen Krankheiten, ist nicht hochansteckend und kann gut mit Medikamenten behandelt werden. Die Infektionskrankheit wird durch Tuberkulosebakterien hervorgerufen. Am häufigsten ist die Lunge betroffen. Es können auch andere Organe oder mehrere Organe gleichzeitig befallen sein. Die Erkrankung verursacht uncharakteristische Beschwerden wie länger anhaltenden Husten mit oder ohne Auswurf, Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, leichtes Fieber, Nachtschweiß oder selten Bluthusten. Nicht alle Patienten und Patientinnen fühlen sich krank, besonders zu Beginn der Erkrankung können Symptome nur gering ausgeprägt sein oder sogar fehlen.

Ansteckungs- und Erkrankungsrisiko

Tuberkulose ist prinzipiell schwer übertragbar. Je enger und häufiger der Kontakt zu einer ansteckenden Person ist, desto höher ist das Ansteckungsrisiko. Kinder haben ein höheres Risiko als Erwachsene. Außerdem ist das Risiko, schwer zu erkranken, bei Kindern höher, denn deren Immunsystem ist weniger entwickelt als das von Erwachsenen. Symptome wie Husten, Fieber und Nachtschweiß sind bei Kindern weniger ausgeprägt. Eine erkrankte Person ist bei wirksamer medizinischer Behandlung meist schon nach einigen Wochen nicht mehr ansteckend. Wenn in der Umgebungsuntersuchung eine Infektion mit Tuberkuloseerregern festgestellt wird, die Person aber nicht erkrankt ist, wird in der Regel eine vorbeugende Behandlung mit speziellen Medikamenten eingeleitet, um ein späteres Ausbrechen der Erkrankung zu verhindern. Eine Übertragung durch Menschen, die mit einem an ansteckender Tuberkulose Erkrankten Kontakt hatten und nicht selbst erkrankt sind, ist nicht möglich.