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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2026/03/pm_011.php 04.03.2026 16:11:16 Uhr 17.04.2026 15:05:39 Uhr

Dresden stellt die Weichen für eine zukunftsfähige Kindertagesbetreuung

Sinkende Geburtenzahlen machen Anpassungen bei der Bedarfsplanung notwendig

Der demografische Wandel stellt die Landeshauptstadt Dresden vor grundlegende strukturelle und fachliche Herausforderungen in der Kindertagesbetreuung. Rückläufige Geburtenzahlen verändern die Bedarfsplanung nachhaltig. Gleichzeitig bleibt der Anspruch unverändert hoch, frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung in verlässlicher Qualität zu sichern und weiterzuentwickeln. Mit der Fortschreibung der Fachplanung Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege 2026/2027 reagiert die Stadt Dresden strategisch auf diese Entwicklung und definiert klare Handlungsfelder für die kommenden Jahre.

Rückläufige Geburtenzahlen erfordern strukturelle Anpassungen

Die aktuelle Bevölkerungsprognose 2025 korrigiert die bisherige Annahme zur Geburtenentwicklung deutlich nach unten. Während bislang von einer durchschnittlichen Geburtenrate (TFR) von 1,4 Kindern pro Frau bis 2035 ausgegangen wurde, geht die Kommunale Statistikstelle der Landeshauptstadt Dresden mittlerweile von einem Durchschnittswert von 1,3 Kindern pro Frau bis zum Jahr 2035 aus, was einen erheblichen Einfluss auf die Betreuungsinfrastruktur bedeutet. Berechnungen ergaben ein deutliches Überangebot von bis zu 7.500 Betreuungsplätzen in den nächsten Jahren in der Stadt. Somit ist ein Handlungsbedarf gegeben, um bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Betreuungsangebote langfristig zu erhalten. 

Standortsicherungskonzept als strategischer Rahmen

Dresden will diesen Herausforderungen mit einem Standortsicherungskonzept begegnen. Das beinhaltet mehrere Stufen, welche in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen – u. a. auch die geplanten Schließungen von Einrichtungen. Dabei gilt: Jede Entscheidung erfolgt auf Grundlage fachlicher Kriterien, transparenter Abwägungsprozesse und mit dem Ziel, die Qualität der Angebote insgesamt zu stärken.

„Trotz der rückläufigen Kinderzahlen und den damit einhergehenden Herausforderungen sehen wir die Chance, Qualität neu zu definieren und gezielt in diese zu investieren“. 

Bildungsbürgermeister Jan Donhauser

Qualitätsentwicklung als gemeinsame Verantwortung

Parallel dazu versteht die Landeshauptstadt Qualitätsentwicklung als dauerhafte Gemeinschaftsaufgabe von Kommunalpolitik, öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe, des Stadtelternrats sowie weiteren Kooperationspartnern. Bestehende Programme und Strukturen bilden dafür ein solides Fundament. Dazu zählen unter anderem das Dresdner Handlungsprogramm „Aufwachsen in sozialer Verantwortung“, bedarfsgerechte Öffnungszeiten sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung kommunaler Unterstützungsstrukturen für Träger, Fachkräfte und Kindertagespflegepersonen. Diese Instrumente sichern nicht nur pädagogische Qualität, sondern stärken auch die soziale Teilhabe von Kindern unabhängig von ihrer Herkunft.

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung wird fristgerecht umgesetzt

Ein zentraler Meilenstein steht mit dem Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf ganztägige Betreuung für Grundschulkinder zum 1. August 2026 bevor. Dresden wird diesen Anspruch fristgerecht erfüllen. Damit verbunden ist die Weiterentwicklung der pädagogischen Qualität ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote im Grundschulalter – sowohl strukturell als auch fachlich.

Vier strategische Ausrichtungen für die kommenden Jahre

Die mittelfristigen Ziele der Dresdner Kindertagesbetreuung orientieren sich an vier zentralen strategischen Leitlinien: Die Teilhabe für alle Kinder sichern und Entwicklung zu ermöglichen, die pädagogische Qualität ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder im Grundschulalter weiterzuentwickeln, die Zukunftsfähigkeit der Dresdner Kindertagesbetreuung zu gestalten und die Anpassungsprozesse in den kommenden fünf Jahren aktiv zu begleiten und zu steuern. Darüber hinaus beteiligt sich die Landeshauptstadt aktiv an der Umsetzung bundes- und landespolitischer Vorhaben. Dazu gehören insbesondere das KiTa-Qualitätsgesetz des Bundes sowie die Einführung des fortgeschriebenen Sächsischen Bildungsplanes als verbindliche Grundlage der pädagogischen Arbeit. 

Ziel bleibt eine starke und vielfältige Betreuungslandschaft

Der demografische Wandel wird die Strukturen der Dresdner Kindertagesbetreuung nachhaltig verändern. Gleichzeitig bleibt das klare Ziel bestehen, die bewährte Trägervielfalt innerhalb der Betreuungslandschaft zu erhalten und qualitativ hochwertige Angebote langfristig zu sichern. Dresden reagiert damit nicht kurzfristig auf sinkende Zahlen, sondern gestaltet aktiv die Rahmenbedingungen für eine moderne, leistungsfähige und verlässliche frühkindliche Bildung.