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Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2026/03/pm_008.php 03.03.2026 16:22:52 Uhr 16.03.2026 13:12:24 Uhr |
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Bundesverdienstorden für Renate Aris und Dr.-Ing. Hans-Joachim Jäger
Auszeichnung für jahrzehntelanges Engagement für Erinnern, Versöhnen und Mahnen
Stellvertretend für den Bundespräsidenten hat Ministerpräsident Michael Kretschmer heute, Dienstag, 3. März 2026, den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an Renate Aris und Dr.-Ing. Hans Joachim Jäger überreicht.
Renate Aris, 1935 in Dresden geboren, ist eine der letzten noch lebenden Zeitzeugen des Holocaust in Sachsen. Sie war nach der Friedlichen Revolution maßgeblich am Wiederaufbau der Jüdischen Gemeinde Chemnitz beteiligt und gründete 1999 den Frauenverein der Jüdischen Gemeinde Chemnitz. Seit Jahrzehnten engagiert sich Renate Aris als Zeitzeugin – in Schulen, Gedenkstätten und bei Veranstaltungen. Für ihr Engagement wurde sie im Juni 2016 bereits mit dem Sächsischen Verdienstorden geehrt. Nun folgt der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.
Dr.-Ing. Hans Joachim Jäger erwarb sich als Gründungsmitglied der Bürgerinitiative für den Wiederaufbau der Frauenkirche, als Mitunterzeichner des „Rufs aus Dresden – 13. Februar 1990“ und in mehr als 30-jähriger Tätigkeit als Geschäftsführer der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. – zuvor Gesellschaft des Wiederaufbaus - große Anerkennung. Darüber hinaus war er ehrenamtlich in den Bereichen Heimatgeschichte/Denkmalpflege tätig. Für seine jahrzehntelangen, herausragenden Verdienste um das international bedeutsame Wiederaufbauvorhaben der Dresdner Frauenkirche, verbunden mit in die Dresdner Tradition übergegangenen Veranstaltungen der Frauenkirche, wurde er nun mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland geehrt.
Oberbürgermeister Dirk Hilbert nahm an der Feierstunde teil und beglückwünschte Aris und Jäger„Renate Aris gibt dem Erinnern ein Gesicht und eine Stimme. Mit großer Offenheit spricht sie – auch immer wieder vor jungen Menschen – über ihre bewegte Lebensgeschichte, über Verfolgung, Überleben und den Neuanfang nach der NS-Zeit. Dass sie sich auch mit 90 Jahren unermüdlich gegen das Vergessen engagiert, ist zutiefst beeindruckend. Dr. Hans Joachim Jäger hat mit seinem unermüdlichen Engagement für den Wiederaufbau der Frauenkirche ein weithin sichtbares Zeichen der Versöhnung und des Friedens geschaffen. Beide mahnen uns auf unterschiedliche Weise, Geschichte nicht zu vergessen und aus ihr zu lernen. Dafür gebührt ihnen unser tief empfundener Dank und großer Respekt.“
Hintergrund
Verliehen wird der Verdienstorden vom Bundespräsidenten. Es handelt sich dabei um die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Der Verdienstorden wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, wie zum Beispiel im sozialen und karitativen Bereich. Eine finanzielle Zuwendung ist mit der Verleihung des Verdienstordens nicht verbunden.