Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2022/08/pm_121.php 18.08.2022 13:55:01 Uhr 02.10.2022 23:41:23 Uhr
Meldung vom 18.08.2022

Hitze 3.0: Drei Veranstaltungen informieren über Hitzeperioden und Folgen

34 Grad am Tag, 22 Grad in der Nacht, kein Lüftchen weht – die Hitze steht förmlich zwischen den Häuserzeilen Dresdens. Durch die Lage im Elbtalkessel entstehen sogenannte „Hitzeinseln“, die es in ländlichen Gegenden so nicht gibt. Doch diesem Effekt sind die Stadt und ihre Bewohnerinnen und Bewohner nicht schutzlos ausgeliefert. Im fünfjährigen Verbundprojekt „HeatResilientCity“ wurde seit 2017 untersucht, wie sich Stadtquartiere an die Sommerhitze anpassen lassen. Die Forschungsergebnisse stellen Hitze-Expertinnen des Amts für Gesundheit und Prävention in drei Veranstaltungen im September vor.

Dr. Kristin Klaudia Kaufmann, Dresdens Beigeordnete für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen erklärt: „Wir zeigen Lösungen, wie die Hitzebelastung erkannt und verringert werden kann. Manches kann kurzfristig umgesetzt werden, anderes benötigt mehr Zeit für die Umsetzung. Es kommt darauf an, die entscheidenden Hebel rechtzeitig in Bewegung zu setzen. Die Veranstaltungen bieten Fachkräften der sozialen Arbeit, interessierten Dresdnerinnen und Dresdnern, Ingenieurinnen und Ingenieuren, Architektinnen und Architekten sowie Akteurinnen und Akteuren aus Politik und Verwaltung dafür einen Raum.

Fachtag „Hitze: Das schafft mich!“ am Mittwoch, 7. September 
„Hitze: Das schafft mich!“ ist das Motto des Fachtages der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit im riesa efau, Wachsbleichstraße 4a. In der Zeit von 10 bis 15.30 Uhr geht es speziell um das Thema Klimaveränderungen und ihre gesundheitlichen Auswirkungen auf ältere Menschen. Der Bevölkerungsanteil der über 60-Jährigen nimmt in Sachsen stetig zu und auch die Hitzetage werden hier immer häufiger. Diese Wetterextreme belasten Senioren besonders oder gefährden sie sogar. 
Marit Gronwald vom Amt für Gesundheit und Prävention hält einen Impuls-Vortrag. Sie widmet sich unter anderem den Auswirkungen hoher Temperaturen auf ältere Menschen und wichtige vorbeugende Maßnahmen. Dr. Paula Aleksandrowicz, Teilprojektleiterin von HeatResilientCity II, gestaltet einen Workshop für Mitarbeitende von Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Dabei werden praxisnahe Ideen aus anderen Kommunen und Einrichtungen vorgestellt und erörtert, wie sie sich übertragen lassen.
Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte in der Seniorenarbeit und interessierte Bürger. Sie ist kostenfrei. Um Anmeldung wird unter https://www.p-sachsen.de/event/fachtag-hitze-das-schafft-mich/ bis Sonntag, 28. August 2022, gebeten.

Fortbildung „Zwischen Klimaschutz, Klimaanpassung und Wirtschaftlichkeit“ am Mittwoch, 14. September
Die Ingenieurkammer Sachsen, Annenstraße 10, bietet eine Fortbildung an zum Thema „Zwischen Klimaschutz, Klimaanpassung und Wirtschaftlichkeit: Energieeffizienz und Hitzeschutz kosteneffizient in Bau- und Sanierungsplanung integrieren“. Es geht um praxisnahe Erkenntnisse, die im Rahmen von HeatResilientCity gewonnen wurden. Das Projektteam erläutert, welche Schwachstellen Wohnhäuser aufweisen und welche Auswirkungen lange Hitzeperioden auf das Innenraumklima haben. Durch Anpassung der Baustruktur oder der Gebäudetechnik lässt sich viel erreichen. Auch Bewohnerinnen und Bewohnern können an heißen Sommertagen einiges dafür tun, dass sich Wohnräume nicht so stark aufheizen.
Dr. Paula Aleksandrowicz vom Amt für Gesundheit und Prävention berichtet in ihrem Vortrag, wie überhitzte Räume auf die Gesundheit und die Produktivität wirken und wie Hitze die Lebensqualität und die Nutzerzufriedenheit beeinflusst.
Dieses Seminar ist Teil einer Reihe und richtet sich an Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Architektinnen und Architekten mit Planungs-, Bauüberwachungs- und Bauherrenaufgaben. Die Teilnahme kostet 120 Euro für Gäste, 60 Euro für Kammermitglieder. Weitere Informationen und Hinweise zur Anmeldung: www.heatresilientcity.de/weiterbildung

Abschlusskonferenz Forschungsprojekt „HeatResilientCity“ am Donnerstag, 22. September
Das fünfjährige Forschungsprojekt „HeatResilientCity“ endet am Donnerstag, 22. September 2022, im Deutschen Hygiene-Museum mit einer Abschlusskonferenz. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Amtes für Gesundheit und Prävention Marit Gronwald stellt das Hitze-Handbuch für Dresden-Gorbitz vor. Sie sagt: „Das Handbuch informiert über geeignete Maßnahmen zum Schutz der durch Hitze besonders belasteten Personengruppen und bietet auch gleichzeitig praktische Hilfestellungen.“ Darüber hinaus wird am Beispiel von Dresden und Erfurt diskutiert, welche Erfolge durch das Projekt im städtischen Handeln erzielt werden konnten und wie sich Klimaanpassung besser in das Verwaltungshandeln implementieren lässt. Interessant sind die Ergebnisse für Praktiker aus Planungsbüros und Verwaltungen. In der Zeit von 14 bis 17.20 Uhr werden sie in zwei Dialog-Sessions erörtert. Im ersten Teil geht es um praxisrelevante Forschungsergebnisse zur Hitzeanpassung sowie Aspekte der Gesundheitsvorsorge. Der zweite Teil thematisiert Erkenntnisse, Fortschritte und Hemmnisse bei der Anpassung an Hitze. Frage- und Diskussionsrunden in Kleingruppen ermöglichen im Anschluss einen intensiven Austausch. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung unter heatresilientcity.de/registrierung-workshop
Weitere Informationen zum Programm: heatresilientcity.de/projekt/abschlussveranstaltung

Hintergrund
In dem Projekt „HeatResilientCity“ erforschen Partner aus Wissenschaft und Praxis, wie sich dicht bebaute Stadtquartiere und die dort lebende Bevölkerung nachhaltig vor Sommerhitze schützen lassen. Die Federführung hat das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) übernommen. Zu den Partnern gehören unter anderem das Umweltamt und das Amt für Gesundheit und Prävention der Landeshauptstadt Dresden. „HeatResilientCity“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung als Vorhaben der „Leitinitiative Zukunftsstadt“ im Themenbereich „Klimaresilienz durch Handeln in Stadt und Region“ gefördert. Im Dezember 2021 wurde der Projekt-Verbund mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung 2022 ausgezeichnet.

Weitere Informationen:
www.dresden.de/hitze
www.heatresilientcity.de

Thermometer in der Sonne, 35 Grad Celsius auf der Skala

Drucken