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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2022/01/pm_068.php 26.01.2022 15:50:37 Uhr 20.05.2022 18:53:00 Uhr
Meldung vom 26.01.2022

Stilles Gedenken am ehemaligen Zwangsarbeiterlager Hellerberg

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (li.) und Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch legen Blumengebinde im stillen Gedenken an die Zwangsarbeiter in der NS-Diktatur nieder
Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (li.) und Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch legen Blumengebinde im stillen Gedenken an die Zwangsarbeiter in der NS-Diktatur nieder)

In einem stillen Gedenken legten die Bürgermeisterinnen Eva Jähnigen und Annekatrin Klepsch am Mittwoch, 26. Januar 2022, auf dem Areal des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers Hellerberg Blumen nieder.

Jedes Jahr am 27. Januar gedenken wir in Dresden der Opfer des Nationalsozialismus und damit auch der Opfer des Zwangsarbeiterlagers am Hellerberg sowie der Opfer von Zwangsarbeit und Internierung in Dresden. Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten wurden Menschen aus ideologischen oder Gründen der nationalsozialistischen Rassenhygiene verfolgt, verhaftet, gequält und ermordet. Viele Opfer wurden über die Internierung in Konzentrationslagern zur Zwangsarbeit herangezogen, um den kriegsbedingten Arbeitskräftemangel auszugleichen.

Das Lager Hellerberg wurde am 23./24. November 1942 von der Zeiss-Ikon AG, der Dresdner Gestapo und der Kreisleitung der NSDAP eingerichtet. Es befand sich auf einem Grundstück zwischen Hammerweg, Radeburger Straße und heutiger Stauffenbergallee. Die Gefangenen mussten im Rüstungsbetrieb Goehle-Werke der Zeiss-Ikon AG in der Großenhainer Straße Zwangsarbeit leisten. Am 27. Februar 1943 wurde Hellerberg zum „Polizeihaftlager“ erklärt. In der Nacht vom 2. zum 3. März 1943 wurden die Gefangenen nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch mahnt anlässlich des Gedenktages 27. Januar: „Es ist die Aufgabe der nachgeborenen Generationen, wiederkehrend an die nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen zu erinnern und der Opfer zu gedenken, nicht zuletzt, weil es in der Gegenwart immer wieder Versuche der Leugnung und Instrumentalisierung gibt. Der Hellerberg ist ein authentischer Ort, den es in den nächsten Jahren als Gedenkort weiterzuentwickeln gilt. Deshalb wird dieser Ort Teil eines Ideenwettbewerbs Gedenkkonzept Dresdner Norden sein.“

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen betrachtet den Hellerberg als gemeinsame Aufgabe für die Stadtverwaltung und die Dresdnerinnen und Dresdner: „Dieser Ort ist heute ein Refugium der Natur und zugleich ein Ort der Erinnerung. Diese besondere Verbindung gilt es zu bewahren und gemeinsam mit der Stadtgesellschaft als Stätte des Gedenkens und der Erinnerung weiterzuentwickeln“.

Weitere Informationen unter: https://13februar.dresden.de/de/

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