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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2021/07/pm_067.php 23.07.2021 22:20:30 Uhr 26.07.2021 19:36:51 Uhr
Meldung vom 20.07.2021

Stadt legt neuen Fachplan für Seniorenarbeit und Altenhilfe 2021 vor

Begegnung, Gemeinwesenarbeit, Teilhabe und Beratung stehen im Zentrum

In Dresden sind 27,2 Prozent der Menschen 60 Jahre oder älter. Das wirft viele praktische Fragen auf. Wie können Senioren in Dresden ihre Wohnung altengerecht gestalten? Wo können ältere Menschen ihre Freizeit verbringen? Wie können sie ihre Erfahrungen und Ideen einbringen? Wo erhalten sie Unterstützung?

Mit dem neuen Fachplan Seniorenarbeit und Altenhilfe 2021 nimmt die Landeshauptstadt Dresden die Menschen ab dem 60. Lebensjahr in den Blick, erfasst ihre unterschiedlichen Bedürfnisse und leitet daraus kommunale Aufgaben und entsprechende Angebote ab. Ganz konkret sollen zum Beispiel das Miteinander und der Generationenaustausch gefördert werden. Stadtteilhäuser wie der Palitzschhof könnten künftig zu Orten der Begegnung für Jung und Alt werden. Eine Entwicklung, die sich an den neuen Bedarfen ausrichtet und weg geht von der reinen Seniorenbegegnung. Auch der Aktionsplan für gesundes und aktives Altern ist im Fachplan enthalten. Einen Fokus richtet die Stadt dabei auf die Bewegungsförderung, denn ausreichend Bewegung erhöht die Lebensqualität und stärkt das Miteinander. So sollen die erfolgreichen Dresdner Projekte „Bewegung im Stadtteil“, „Fit im Park“ und „Senior Fit“ fortgeführt und ausgebaut werden.

Dr. Kristin Klaudia Kaufmann, Beigeordnete für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen erklärt: „Der neue Fachplan eröffnet Perspektiven für ein besseres Miteinander der Generationen in Dresden. Ältere und alte Menschen sollen mehr denn je Teilhaberinnen und Teilhaber des gesellschaftlichen Lebens sein. Sie sollen soweit wie möglich Verantwortung für sich selbst und für andere übernehmen und sich gleichzeitig auf die Solidarität jüngerer Generationen verlassen können. Denn die zweite Lebenshälfte ist ungemein facettenreich und voller gesellschaftlicher Gestaltungskraft. Seniorinnen und Senioren übernehmen vielfältige Verantwortung. Sie sind unter anderem als Senior-Experten in Unternehmen, als Ehrenamtliche in Sport, Kultur, Bildung und Umweltschutz, als Nachbarschaftshelfer, als helfende Hände für Pflegebedürftige, als Zeitzeugen für Heimatgeschichte und als Mitwirkende im Seniorenbeirat für uns unverzichtbar. Damit bilden sie das Rückgrat unser Stadtgesellschaft – ohne sie läuft in Dresden nichts.“ Damit einhergehend verweist die Sozialbürgermeisterin auch auf neue Handlungsbedarfe aufgrund der fortschreitenden Alterung der Stadtbevölkerung: „Unsere Gesellschaft wird immer älter. Darauf müssen wir uns heute einstellen. Der Fachplan sieht deshalb insbesondere den Ausbau der Gemeinwesenarbeit und den Ausbau der Seniorenberatung vor. In jedem Stadtbezirk und in jeder Ortschaft braucht es ausreichend Freiräume für Lebenserfahrene, damit sie sich vor Ort entfalten können und Hilfe finden, wenn sie selbst darauf angewiesen sein sollten. Alte und ältere Menschen sollen keineswegs isoliert unter ihresgleichen bleiben. Wenn es uns gelingt, attraktive Begegnungsorte zu schaffen, wo sich alle Generationen wohlfühlen und füreinander einstehen, dann haben wir ein zentrales Anliegen des Fachplans verwirklicht.“

Historie Fachplan Seniorenarbeit und Altenhilfe

Den ersten Fachplan Seniorenarbeit und Altenhilfe legte das Sozialamt im Jahr 1999 vor. 2003 sowie 2010 wurde dieser fortgeschrieben. Die zweitägigen Seniorenkonferenzen 2015 und 2017 legten den Grundstein für den neuen Fachplan. Viele Akteure haben mit ihrer Expertise zu dem 77 Seiten umfassenden Strategiepapier beigetragen, darunter Geschäftsführer und Leiter von Beratungs- und Begegnungsstätten und Fachplanungsgremien in den Stadtbezirken. Der neue Fachplan kann unter www.dresden.de/senioren eingesehen werden.

Statistische Zahlen

Der Anteil der Menschen in Dresden, die 60 Jahre und älter sind, beträgt 27,2 Prozent an der Gesamtbevölkerung; im Jahr 2020 lebten insgesamt 86.403 Frauen und 66.421 Männer im Alter ab 60 Jahren in der Stadt. Seit Jahrzehnten werden die Menschen immer älter, insbesondere aufgrund deutlich verbesserter Arbeits- und Lebensbedingungen sowie besserer medizinischer Versorgung. Für Deutschland ist prognostiziert, dass die Lebenserwartung der Frauen von 85 Jahre (2018) bis 2035 auf 86,5 Jahre und bei Männern von 79,4 auf 81,2 Jahre steigen wird.

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