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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2021/07/pm_019.php 16.07.2021 15:39:29 Uhr 02.12.2021 08:21:32 Uhr
Meldung vom 07.07.2021

Sanierung der Augustusbrücke ist fast geschafft

Fahrbahnfreigabe im September, Straßenbahn fährt im Dezember 2021 wieder

Die im April 2017 begonnene, denkmalgerechte Sanierung der Augustusbrücke ist fast geschafft. Im September 2021 kann die Fahrbahn der Brücke für den Radverkehr freigegeben werden und Fußgänger können die beiden Gehwege auf ganzer Breite nutzen. Die Straßenbahn fährt voraussichtlich ab Dezember 2021 wieder auf der Augustusbrücke. Voraussetzung ist die Fertigstellung der Bauarbeiten der Dresdner Verkehrsbetriebe am Gleisdreieck Neustädter Markt.

Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn: „Die Augustusbrücke ist eine wichtige Fußgänger- und Radfahrerachse zwischen Alt- und Neustadt. Glücklicherweise können wir jetzt auch wieder Touristen in Dresden begrüßen. Diese Elbquerung wird also stark begangen und befahren. Da ist es gut, wenn sich jetzt auch die Bauarbeiten dem Ende zuneigen.“

„Wir freuen uns darauf, die langjährigen Arbeiten an der Augustusbrücke bis Ende des Jahres weitestgehend abschließen zu können, sodass es keine Einschränkungen mehr auf der Brücke geben wird. Die Sanierung war ein Kraftakt mit vielen unerwarteten Herausforderungen. Es war wichtig, sich die Zeit zu nehmen, den hohen Ansprüchen einer denkmalgerechten Instandsetzung gerecht zu werden“ betont Simone Prüfer, Leiterin des Straßen- und Tiefbauamtes.

Amtsleiterin Prüfer wurde oft gefragt, warum eine denkmalgerechte Sanierung so lange dauert: „Für die Baufirma bedeutete das vor allem viel sorgsame und schonende Handarbeit. Im Umgang mit Sandstein braucht man Fingerspitzengefühl, um möglichst viele Blöcke wiederverwenden zu können. Eine besondere Herausforderung stellte vor allem der hartnäckige Fugenmörtel dar. Auch wenn die Sandsteine von außen teilweise verwittert und lose aussahen: Die meisten klebten zusammen wie Pech und Schwefel. Schweres Gerät ist da tabu, um die Steine nicht zu beschädigen. Hier wurde mit kleineren Sägen, Keilen und viel Kraftaufwand gearbeitet“, erklärt Prüfer. Anschließend wurden die alten Steine nummeriert, damit jeder wieder an seinen ursprünglichen Platz zurückkommt. Nach Aufarbeitung der alten Steine mussten Altbestand und Neumaterial aufeinander angepasst werden, um Passgenauigkeit zu erreichen.

Viele alte Steine waren trotz sorgsamer Behandlung nicht wiederverwendbar. Ob ein Stein beispielsweise innerliche Risse aufweist, zeigt sich erst nach dem Ausbau. „Es war schlichtweg mehr Neumaterial nötig als geplant. Und das hat Zeit gekostet. Im Endeffekt sind es viele kleine Rückschläge, die sich zu einer langen Verzögerung aufsummiert haben“. Ein um mehrere Monate verspäteter Start durch ein verzögertes Planverfahren im Jahr 2017, aufwendige Schutzmaßnahmen für die ansässigen Mehlschwalben und nicht zuletzt pandemiebedingte Lieferengpässe bei den Brüstungssteinen und Personalausfall sind nur einige weitere Faktoren.

„Die denkmalgerechte Sanierung einer Brücke ist immer ein Prozess, der sich im Vorhinein schlecht planen lässt. Niemand kann vorher in das Brückeninnere schauen und sagen, was einen bei der Sanierung dort erwartet. Das ist nicht vergleichbar mit einem Brückenneubau. Die Baufirma musste Schritt für Schritt vorgehen“, so Prüfer. Das Brückeninnere hielt dann tatsächlich einige Überraschungen bereit: nicht dokumentierte Sanierungen von Kriegsschäden in Form von Betonauffüllungen, unbekannte Leitungen und Kabelrohre und unerwartete Geometrieabweichungen, die viele Anpassungen, auch bei der aufzubringenden neuen Stahlbewehrung, erforderten. Der Fund von Brückenüberresten aus dem Mittelalter und Außenwänden des Narrenhäusels zog aufwendige archäologische Grabungen nach sich.

Aktuelle Arbeiten

Bis zur Fertigstellung muss noch einiges geschafft werden: Die letzten Meter des Gehweges sowie des Brüstungsmauerwerks auf der Unterstromseite werden bis Ende Juli fertiggestellt. Anschließend kann die provisorische Querung auf der Brückenmitte abgebaut werden. Parallel dazu verlegen und betonieren Arbeiter gerade die Straßenbahngleise weiter in Richtung Neustädter Seite. Im Anschluss pflastern sie die Fahrbahnbereiche.

Auch die Arbeiten an den Außenseiten setzen sich schrittweise fort. Dazu wird in den Kanzelbereichen jeweils ein Hängegerüst errichtet. Im Bereich der Elbe erfolgen die Arbeiten unterhalb der Brückenbögen und an den Pfeilern wieder von einem Ponton bzw. einer Schubeinheit vom Wasser aus. Am Neustädter Elbufer können diese Arbeiten parallel von einem Gerüst aus durchgeführt werden.

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