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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2020/07/pm_079.php 31.07.2020 11:01:15 Uhr 06.08.2020 03:41:18 Uhr
Meldung vom 31.07.2020

Haltestelle „Wilhelminenstraße“ wird barrierefrei

Linie 11 fährt verkürzte Strecke - Baustelle mit komplizierter Technologie:

Gemeinsame Presseinformation mit der DVB AG

Ab Montag, 3. August 2020, bauen Stadt Dresden, Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), DREWAG, Stadtentwässerung Dresden sowie weitere Versorgungsunternehmen gemeinsam einen 315 Meter langen Abschnitt der Bautzner Straße neu. Die Baustelle beginnt stadtauswärts ein Stück nach der Einmündung Fischhausstraße und endet in Höhe Brockhausstraße. Bis Ende Oktober 2021 haben die Firmen dort zu tun.

Die Straßenbahnlinie 11 wird ab dem 3. August 2020 4.15 Uhr auf den Streckenteil Zschertnitz bis Waldschlößchen eingekürzt. Zwischen Waldschlößchen und Bühlau fahren Busse als Ersatzverkehr „EV11“. In der Hauptverkehrszeit und nachts verkehren einzelne Wagen weiter bis Weißig oder zum Fernsehturm. Das erspart den DVB-Fahrgästen ein Umsteigen in Bühlau.

„Es handelt sich um eine wichtige Baumaßnahme zur Förderung des immissionsarmen Umweltverbunds. Damit verbessern wir die Situation für die Straßenbahn, die Radfahrer und Fußgänger. Erstmals wird es in beide Richtungen eigene sichere Radwege geben“, stellt Gunther Hentschelmann, stellvertretender Leiter des Straßen- und Tiefbauamts der Landeshauptstadt Dresden, fest.

Ines Fröhlich, Staatssekretärin für Mobilität, sagte beim Baustart: „Die sächsische Landeshauptstadt bietet eine hohe Lebensqualität und ist ein attraktiver Standort für Investoren. Seit der Jahrtausendwende verzeichnet Dresden einen anhaltenden Einwohnerzuwachs. Eine solche dynamische Stadtentwicklung stellt auch erhöhte Anforderungen an eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur. Deshalb unterstützt der Freistaat Sachsen diese Gemeinschaftsmaßnahme der Stadt Dresden und der DVB sowohl beim kommunalen Straßenbau als auch im Bereich des ÖPNV mit Fördermitteln in Höhe von rund 3,3 Millionen Euro.“

Anlässlich des heutigen Baubeginns hat Staatssekretärin Fröhlich eine weitere Förderung angekündigt. So werden auch mehr als 1,7 Millionen Euro in den Ausbau des Straßenbahnbetriebshofes in Dresden-Gorbitz fließen. So soll u.a. die Wartung der neuen breiteren Stadtbahnwagen sichergestellt werden. Den Förderbescheid des Freistaates hat die DVB heute erhalten. „Ein zukunftsfähiger ÖPNV braucht eine verlässliche und leistungsfähige Infrastruktur. Nur so können wir die Mobilität unserer Bürgerinnen und Bürger auch morgen sicherstellen.


„Nach dem barrierefreien Ausbau der Haltestelle „Wilhelminenstraße“ können unsere Fahrgäste dort bequem, aber vor allem sicher ein- und aussteigen. Gleichzeitig wird damit ein weiteres Stück der Linie 11 für den Einsatz unserer neuen Stadtbahnwagen vorbereitet. Bevor es allerdings soweit ist, müssen wir gemeinsam die noch fehlenden Abschnitte der Bautzner Landstraße und den Ausbau des Ullersdorfer Platzes in Angriff nehmen“, sagt DVB-Vorstand Lars Seiffert.

Bequem und sicher in die Straßenbahn

Bestandteil der Arbeiten ist ein barrierefreier Ausbau der bisherigen Straßenbahnhaltestelle „Wilhelminenstraße“. Nach ihrer Fertigstellung können Fahrgäste dort ebenerdig ein- oder aussteigen. Eine Signalanlage sichert durch rotes Licht den Fahrgastwechsel. Die Anlage hält den nachfolgenden Verkehr aber nur an, wenn sich eine Bahn der Haltestelle nähert. Die stadteinwärts gelegene Station wird beim Umbau ein Stück Richtung Zentrum verschoben und befindet sich anschließend hinter der Einmündung Wilhelminenstraße. Beide Stationen erhalten moderne Fahrgastunterstände, Sitzgelegenheiten sowie elektronische Abfahrtstafeln. Parallel bekommt die Straßenbahn im Bauabschnitt eine neue Fahrleitungsanlage. Die vorhandenen Masten werden vorübergehend demontiert, vier kommen neu hinzu.

Komplizierter Bauablauf

Die Bauarbeiten müssen ohne längere Sperrung des Autoverkehrs auskommen. Das heißt, in jeder Richtung bleibt eine Fahrspur frei oder es wird ein Provisorium errichtet. Kompliziert wird es durch die Neuverlegung eines wichtigen Entwässerungskanals sowie zahlreicher Versorgungs- und Medienleitungen. Außerdem kreuzt der unterirdische Durchlass des Eisenbornbaches die Bautzner Straße. Komplett neu entstehen Straßenbahngleise, Fahrbahnen, öffentliche Beleuchtung sowie Rad- und Fußwege. Die Bauleiter müssen all diese Arbeiten koordinieren und können den Gesamtabschnitt nur in kleinen Etappen bauen.

Querungshilfe für Amphibien

In Kombination mit dem unterirdischen Bett des Eisenbornbaches unter der Bautzner Straße wird mit Ortbeton ein Amphibientunnel angelegt. Dieser begehbare Durchgang kurz vor der Brockhausstraße ist 1,90 Meter hoch und 3,80 Meter breit. Der Tunnel ist für den sicheren Weg von Kleintieren und Amphibien auf ihrem Weg von der Heide zu den Elbwiesen gedacht, die dabei keine Straße queren müssen. Den Bauarbeiten müssen 49 Bäume weichen, von denen aber etwa 30 Bäume nur einen sehr geringen Stammdurchmesser haben. Als Ausgleich werden verschiedene landschaftspflegerische Begleitmaßnahmen umgesetzt. Dazu zählen Entsiegelungen, 39 neue Baumpflanzungen, vor allem Eschen, Ulmen und Buchen. Ferner sind Strauchpflanzungen sowie der Ausbau von vorhandenen Tierleiteinrichtungen vorgesehen.

Förderung durch das Land Sachsen

Die Gesamtkosten für den kommunalen Straßenbau betragen 2,3 Millionen Euro, welche der Freistaat Sachsen mit 1,8 Millionen Euro fördert. Zu den weiteren Baukosten von rund 2,5 Millionen Euro, die auf die Dresdner Verkehrsbetriebe entfallen, steuert der Freistaat Sachsen 1,5 Millionen Euro Fördermittel bei.

Linie 11 pausiert vorübergehend

Für die Bauarbeiten pausiert die Straßenbahnlinie 11 vom 3. August 2020 bis 19. Juli 2021 und später noch einmal vom 4. bis 30. Oktober 2021.

Weitere Reparaturen am Straßenbahngleis

Während der Straßenbahnsperrung finden im weiteren Verlauf der Bautzner Straße und Bautzner Landstraße zwischen Mordgrundbrücke und Elisabethstraße an einigen Stellen Reparaturen am Straßenbahngleis statt. Insgesamt 1.670 Meter Gleis werden dort vorrangig in den Zeiten der Schulferien instandgesetzt. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse wird der Autoverkehr dann durch eine Ampel geregelt.

Die Bauarbeiten werden von der Firma STRABAG AG ausgeführt.

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