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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2020/06/pm_002.php 02.06.2020 12:25:00 Uhr 13.07.2020 04:39:23 Uhr
Meldung vom 02.06.2020

Aktion #RotlichtAN

Gesundheitsamt tritt am Welt-Huren-Tag für Anerkennung der Sexarbeit ein  

Alljährlich am 2. Juni wird der Welt-Huren-Tag begangen. In diesem Jahr will dieser Gedenktag ein besonderes Zeichen setzen, denn die Corona-Krise trifft die Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter in ihrer Existenz schwer. Seit März sind Menschen dieser Berufsgruppe von einem Arbeitsverbot betroffen. Während sich Arbeitnehmer und Selbstständige in anderen körpernahen Branchen bereits über erste Lockerungen freuen durften, heißt es für Sexarbeitende noch: Warten. Typische Arbeitsplätze wie Bordelle, Saunaclubs, Studios oder Apartmenthäuser sind nach wie vor geschlossen und auch Selbstständigen ist die Wiederaufnahme der Arbeit noch nicht erlaubt. Viele Sexarbeitende sind deshalb in ihrer Existenz bedroht und hoffen seit zwei Monaten auf Unterstützung seitens des Staates.  

Zu dieser für Sexarbeitende angespannten Situation kommen Initiativen hinzu, die generell die Sexarbeit verbieten wollen. Vor diesem Hintergrund ruft das Gesundheitsamt am Welt-Huren-Tag zu einer originellen Aktion auf. Für die Gleichbehandlung mit anderen Branchen, für echte Hilfen und Unterstützung statt Bußgelder während des Tätigkeitsverbotes und "FÜR legales Arbeiten – GEGEN Sexkaufverbot" wird am internationalen Huren-Tag das #RotlichtAN geschaltet. Unter dem Hashtag sind nicht nur Sexarbeitende eingeladen, Flagge zu zeigen. Geplant ist es, rote Lampen als Zeichen der Solidarität ins Fenster zu stellen. Bilder davon können auf die Website des Berufsverbandes für erotische und sexuelle Dienstleistungen gestellt oder unter #RotlichtAN veröffentlicht werden. Jeder kann sich beteiligen, indem er den Hashtag postet oder auf das eigene Profilbild setzt. Die Initiative wurde vom Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD e. V.) gemeinsam mit dem Bündnis der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter (Bufas e. V.) ins Leben gerufen. 

Broschüre „Dresdens gekaufte Liebe“ veröffentlicht 

Darüber hinaus veröffentlicht die Beratungsstelle für AIDS und sexuell übertragbare Infektionen des Gesundheitsamtes am 2. Juni die Fachbroschüre „Dresdens gekaufte Liebe“. Es handelt sich um die Dokumentation einer Straßenaktion und Abendveranstaltung des Welt-Huren-Tages im vergangenen Jahr. Darin enthalten sind unter anderem drei Vorträge, die die Geschichte der Prostitution im mittelalterlichen Dresden, der DDR-Zeit und aktuell thematisieren. Auch eine Zusammenfassung der Straßenaktion ist neben Bildmaterial darin zu finden. Die Dokumentation wird als Download auf der Homepage www.dresden.de/sexarbeit zur Verfügung gestellt. 

Anlässlich des Welt-Huren-Tags wird jährlich am 2. Juni dem Protest jener Prostituierten gedacht, die 1975 in Lyon eine Kirche besetzten, um auf ihre schlechten Lebens- und Arbeitsbedingungen hinzuweisen. Das Datum gilt heute als Ausgangspunkt der internationalen Bewegung für die Rechte von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern. Menschen, die in den vielfältigen Bereichen der sexuellen Dienstleistungsbranche tätig sind, leiden nach wie vor unter Strafmaßnahmen des Staates, kriminalisierender Gesetzgebung und gesellschaftlicher Ausgrenzung. 

Weitere Informationen: 

  • www.dresden.de/sexarbeit 
  • www.berufsverband-sexarbeit.de 
  • www.bufas.net

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