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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2020/05/pm_082.php 18.06.2020 11:51:00 Uhr 04.07.2020 00:11:59 Uhr
Meldung vom 29.05.2020

Corona hat die Dresdner zusammengeschweißt

Tag der Nachbarn am 29. Mai: positive Bilanz zur Nachbarschaftshilfe in Corona-Zeiten

Am heutigen Tag der Nachbarn, Freitag, 29. Mai 2020, zogen Stadtverwaltung und Bürgerstiftung Dresden eine positive Bilanz zu der in Zeiten der Corona-Pandemie geleisteten Nachbarschaftshilfe. „Ehrenamt ist wieder angesagt. Besonders die Nachbarschaft erlebt buchstäblich eine Renaissance. Das ist ein wohltuendes Signal in dieser für viele schwierigen Zeit“, so Sozialbürgermeisterin Dr. Kristin Klaudia Kaufmann. „Ich danke allen, die ihre Ideen, ihre Zeit und Mittel zur Verfügung gestellt haben, um Menschen in der Nachbarschaft zu helfen.“

Koordiniert vom Gesundheitsamt können Dresdnerinnen und Dresdner in Zeiten der Corona-Pandemie ihren Nachbarn Hilfe anbieten oder selbst um Unterstützung bei der Erledigung alltäglicher Dinge bitten. Kontaktwege sind das Corona-Bürgertelefon 0351-4885322, das Seniorentelefon 0351-4884800, die Stadtbezirkstelefone der Offenen Altenhilfe, der Abreißzettel und die Faltkarte "Sie sind uns wichtig!" des Sozialamtes, die E-Mail-Adresse gesundheitsamt-corona@dresden.de und die Online-Plattform ehrensache.jetzt der Bürgerstiftung Dresden.

Nachbarschaftshilfe: mehr Angebote als Hilfegesuche

Rund 130 konkrete Hilfsangebote von Bürgerinnen und Bürgern gingen von Mitte März bis Mitte Mai beim Gesundheitsamt ein. Auch über das Corona-Bürgertelefon haben sich viele Dresdnerinnen und Dresdner gemeldet und Nachbarschaftshilfe angeboten. Insgesamt rund 18 000 Anrufe verzeichnete das Bürgertelefon. Davon betrafen schätzungsweise fünf bis zehn Prozent die Nachbarschaftshilfe. Hilfegesuche dagegen gehen hauptsächlich am Seniorentelefon, per Falt-Postkarte und direkt bei Wohlfahrtsorganisationen ein. Das Seniorentelefon wird seit Beginn der Corona-Pandemie von den Seniorinnen und Senioren verstärkt genutzt: Klingelt das Telefon vor der Pandemie monatlich etwa 30 bis 40-mal, nahmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialamts im März bereits 91 (davon ca. 35 Prozent im Zusammenhang mit Corona), im April 461 (davon ca. 80 Prozent im Zusammenhang mit Corona) und vom 1. bis 15. Mai 240 Anrufe entgegen (davon ca. 90 Prozent im Zusammenhang mit Corona). Das Sozialamt hat in mehreren Wellen Merkblätter zur Nachbarschaftshilfe, Abreißzettel und die Falt-Postkarte "Sie sind uns wichtig!" verteilt – unter anderen an Apotheken, Supermärkte, Bäcker, Tankstellen, Arztpraxen und Einrichtungen für Senioren. Im Schnitt kommen zehn Karten pro Woche zurück. Da in der Falt-Postkarte "Sie sind uns wichtig!" auch das Seniorentelefon der Landeshauptstadt Dresden angegeben ist, um Hilfe und Unterstützung an und für Risikogruppen zu vermitteln, dürften viele Menschen auch den direkten Draht zum Seniorentelefon gewählt haben.

Kaufmann hofft, dass die Angebote auch zukünftig wahrgenommen werden: „Noch bestimmt die Corona-Pandemie, trotz der aktuell sehr geringen Infektionszahlen, unseren Alltag. Dies geht, vor allem bei vielen älteren Menschen in unserer Stadt, einher mit Einschränkungen, Sorgen und Ängsten. In diesem Zusammenhang ist es mir wichtig zu betonen: Hilfe anzunehmen ist keine Schande. Nachbarn sind füreinander da. Hilfe gebende und Hilfe annehmende Menschen vermitteln wir auch weiterhin gern. Und ich bin froh, dass wir hierfür die Freiwilligenagentur der Bürgerstiftung als starken Partner haben. Unsere langjährige Verbindung mit der Bürgerstiftung ist nun sogar mit einem Vertrag besiegelt. Damit sind beste Voraussetzungen geschaffen, Bürgerschaftliches Engagement in Dresden weiter auszubauen.“

Freiwilligenagentur ehrensache.jetzt verdoppelt Nutzerzahlen

Katrin Sachs, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Dresden: „Für das Ehrenamt war und ist die Corona-Krise eine ganz besondere Zeit. In der Freiwilligenagentur ehrensache.jetzt der Bürgerstiftung Dresden war die große Hilfsbereitschaft und Solidarität der Dresdnerinnen und Dresdner deutlich zu spüren. Die Anzahl der Plattformnutzer hat sich mehr als verdoppelt: Im Februar 2020 waren es knapp 1400 Nutzerinnen und Nutzer, die sich auf der Plattform über Ehrenämter in Dresden informiert haben, im März waren es über 2 800. In der Corona-Zeit haben außerdem viele Freiwillige auf der Plattform ein Inserat geschaltet, in dem sie ihre Hilfe anbieten. Für diese Menschen hat die Freiwilligenagentur Corona-kompatible Ehrenämter gesucht, gefunden und vermittelt: Einkaufshilfen, die über Vereine organisiert wurden, oder Schutzmasken nähen und Stoff liefern im Rahmen von privaten Initiativen und Vereinen für verschiedene Einrichtungen im Gesundheitswesen. Weitere Beispiele sind das Projekt Brieffreundschaften mit Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeheimen vom Jugendrotkreuz Sachsen und die Betreuung von Blutspendeterminen“.

Bürgerschaftliches Engagement in der Landeshauptstadt Dresden

Die Themen Bürgerschaftliches Engagement und Gesellschaftlicher Zusammenhalt werden in der Abteilung Bürgeranliegen im Bürgermeisteramt betreut. Dazu zählen Förderprogramme wie das Lokale Handlungsprogramm für ein vielfältiges und weltoffenes Dresden, aber auch das Ausreichen von Zuwendungen im Rahmen des kommunalen Ehrenamtsbudgets des Freistaates Sachsen. Auf Grundlage des Ehrenamtskonzepts der Landeshauptstadt Dresden entstand 2018 eine enge Partnerschaft mit der Bürgerstiftung Dresden, die nun durch den Beschluss des Stadtrates auch in den nächsten Jahren fortgeführt werden soll. „Die intensive Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung Dresden ist ein Gewinn und eine Notwendigkeit für die Stärkung des Bürgerschaftlichen Engagements in Dresden“, so Anja Dietel, Abteilungsleiterin Bürgeranliegen. „Das Ehrenamt des letzten Jahrhunderts ist durch die Digitalisierung und Globalisierung stark im Wandel. So wollen beispielsweise junge Menschen flexibel und punktuell ehrenamtlich tätig sein und vernetzen sich über ein digitales Netzwerk. Das ist eine Aufgabe, für die wir starke Partner in der Stadtgesellschaft brauchen.“ Durch die Corona-bedingte Absage der Ehrenamtsbörse am 4. April 2020 fehlt zwar die öffentliche Debatte zu den existierenden Leit- und Handlungszielen des Ehrenamtskonzepts in der Stadtgesellschaft, jedoch befindet sich die Fortschreibung des Konzepts zur Stärkung des Bürgerschaftlichen Engagements in der Landeshauptstadt Dresden (kurz Ehrenamtskonzept) in Arbeit. Das Konzept soll noch vor den Sommerferien in der Verwaltung abgestimmt sein und später in den Fachausschüssen des Stadtrates sowie in allen Stadtbezirken und Ortschaften vorgestellt werden.

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