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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2020/05/pm_014.php 13.05.2020 13:33:40 Uhr 25.10.2020 01:29:18 Uhr
Meldung vom 06.05.2020

Dresden erinnert an den 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa

Gedenkveranstaltung mit feierlicher Übergabe des Sowjetischen Garnisonsfriedhof vom Freistaat Sachsen an die Landeshauptstadt Dresden – Material für Dresdens Zeitzeugenarchiv gesucht

Am Freitag, 8. Mai 2020, jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa zum 75. Mal. Für den Kontinent bedeutete der Tag das Ende von sechs Jahren Krieg, das Ende von Barbarei und menschenverachtender Gewalt, das Ende des unfassbaren Massenmordens und der Vernichtung von Menschengruppen aufgrund der nationalsozialistischen Ideologie. Für viele Menschen bedeutete das die Befreiung von der verbrecherischen Gewaltherrschaft Deutschlands. Es ist der Tag, an dem eine Diktatur ihr Ende fand, die 1933 begann. Gleichzeitig markiert der 8. Mai 1945 den Beginn einer neuen politischen Ordnung, die Europa und damit auch Dresden über mehrere Jahrzehnte beeinflusst hat.

„Der 8. Mai verpflichtet uns, entschieden für Frieden, für Freiheit und Demokratie einzutreten. Er verpflichtet uns, den Anfängen zu wehren und immer wieder deutlich zu machen, dass in Deutschland, in Sachsen und in unserer Stadt kein Platz ist für diejenigen, die die Demokratie bekämpfen oder die Menschenrechte missachten“, sagt Oberbürgermeister Dirk Hilbert. „Ich hoffe daher sehr, dass dieser Tag würdiges Gedenken mit kraftvollem Engagement für den Frieden in unserer Zeit verbindet. 75 Jahre ohne Krieg sind nicht selbstverständlich.“

Um an die Ereignisse des 8. Mai 1945, seine Vorgeschichte und seine Auswirkungen zu erinnern, veranstaltet die Landeshauptstadt Dresden ein Gedenken auf dem Sowjetischen Garnisonsfriedhof. Wegen der Corona-Pandemie kann die Veranstaltung nur in kleinem Rahmen stattfinden. Ursprünglich wurden mehr als 100 Gäste erwartet.

Um 11.30 Uhr wird Oberbürgermeister Dirk Hilbert gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, Michael Kretschmer, dem Präsidenten des Sächsischen Landtags, Dr. Matthias Rößler und dem Generalkonsul der Russischen Föderation, Andrej Yurevich Dronov, am Obelisken des Sowjetischen Garnisonsfriedhof einen Kranz niederlegen. Weitere Teilnehmer an der Gedenkzeremonie sind die Fraktionsvorsitzenden des Dresdner Stadtrates, Zweite Bürgermeisterin Annekatrin Klepsch, Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen, Dr. Wolfgang Schälike vom Deutsch-Russischen-Kulturinstituts e.V. und Holger Hase vom Verein Denk Mal Fort! e. V.

Stadtarchiv will die Ereignisse vom 8. Mai in Dresden genauer nachzeichnen und sucht Dokumente

Das Stadtarchiv will all jenen eine Plattform geben, die in Dokumenten, Fotos, Briefen und mit sonstigen Unterlagen bis hin zu Tagebucheintragungen Zeitzeugenschaft über jene bewegenden Tage vor, während und nach dem 8. Mai 1945 ablegen können. Ziel ist es, ein möglichst detailliertes Bild jener Tage zusammenzustellen, nicht nur in der Absicht, die Erinnerung an dieses Ereignis aufrechtzuerhalten, sondern darüber hinaus folgende Generationen für die Brisanz dieser Zeit zu sensibilisieren. Wer Material für das Zeitzeugenarchiv der Stadt Dresden oder Fragen zum Projekt hat, kann sich an Sylvia Drebinger vom Stadtarchiv Dresden wenden (Elisabeth-Boer-Straße 1, 01099 Dresden, stadtarchiv@dresden.de).

Sowjetischer Garnisonsfriedhof

Die Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung ist mit der feierlichen Übernahme des Garnisonsfriedhofes vom Freistaat Sachsen in das Eigentum der Landeshauptstadt Dresden verbunden. Der Sowjetische Garnisonsfriedhof wurde ab Mai 1945 zunächst als einfacher Waldfriedhof für die an Verwundungen, Krankheiten und Entbehrungen verstorbenen Soldaten und Offiziere der Roten Armee angelegt. Der 16 Meter hohe und symbolträchtige Obelisk auf dem ältesten Teil des Friedhofes wurde in Zusammenarbeit mit dem städtischen Entwurfsamt, Architekt Emil Leibold, und durch den eigentlich für seine Kirchenarbeiten bekannten Bildhauer und Maler Friedrich Press bis 1949 geschaffen. In den 50er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es zahlreiche Ergänzungen und Rekonstruktionen. Nachdem der Freistaat Sachsen den Friedhof 1996 von der Stadt Dresden übernahm, verantworte er auch die letzte große Instandsetzung zwischen 1998 und 2007. Seit Mai 2019 ist die Landeshauptstadt Dresden wieder Eigentümer der Anlage.

Kapitulation am 8. Mai 1945

Die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg wurde am 7. Mai 1945 im Obersten Hauptquartier der Alliierten Expeditionsstreitkräfte in Reims unterzeichnet und trat am 8. Mai 1945 um 23:01 Uhr MEZ in Kraft. Die deutsche Staats- und Wehrmachtführung räumte damit den alliierten Siegermächten das Recht ein, alle politischen, militärischen und gesellschaftlichen Angelegenheiten Deutschlands zu regeln. Um hierfür eine Basis zu schaffen, schlossen die vier Hauptsiegermächte einen Monat später ein Abkommen, das als Berliner Erklärung bekannt wurde und mit dem sie die oberste Regierungsgewalt auf dem Gebiet des Deutschen Reiches in den Grenzen von 1937 übernahmen. Die Kapitulation und die Berliner Erklärung bildeten die Grundlage für den Viermächte-Status, nach dem die Alliierten bis zur deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 für „Deutschland als Ganzes“ verantwortlich blieben.

Gedenktag

Der 8. Mai ist als Tag der Befreiung in verschiedenen europäischen Ländern ein Gedenktag, an dem der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht und damit des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa gedacht wird (siehe auch V-E-Day). In der DDR war er von 1950 bis 1966 und 1985 gesetzlicher Feiertag.

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