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Meldung vom 24.04.2020

Zukunft für Dresdens Straßenbäume

Straßenbaumkonzept wurde aktualisiert

Dresden ist bekannt für seinen umfangreichen und vielfältigen Baumbestand, der das Stadtbild prägt, das Stadtklima positiv beeinflusst und damit die Lebensqualität erhöht. Um diesen zu erhalten, verfügt die Landeshauptstadt Dresden bereits seit 2009 als eine der ersten Kommunen Deutschlands über ein vom Stadtrat beschlossenes Straßenbaumkonzept. Dieses wurde jetzt überprüft, neu bewertet und für das gesamte Stadtgebiet umfassend aktualisiert. Das Straßenbaumkonzept soll den Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel Rechnung tragen und so auch zukünftig für objektbezogene sowie gesamtstädtische Planungen genutzt werden können.

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen zur Neufassung des Dresdner Straßenbaumkonzeptes: „Mit dem aktuellen Straßenbaumkonzept verfügt Dresden weiterhin über eine strategische Handlungsgrundlage zur Sicherung und Entwicklung des Baumbestandes. In der Fortschreibung des Konzeptes gehen wir von einem mittelfristigen Bestand von 64 300 Bäumen aus. Dafür brauchen wir auch mehr Platz auf und unter den Straßen.
Der Klimawandel erfordert neue Prioritäten für die Gestaltung von Straßen, wie wir in den vergangen Jahren auch in Dresden gemerkt haben. Dazu gehört die Neuordnung des Straßenraumes und der unterirdischen Leitungen. Wir sollten alle Möglichkeiten ausschöpfen, damit zusätzliche Bäume an unseren Straßen Platz finden. Außerdem müssen wir den vorhandenen Baumbestand intensiv schützen und uns den Herausforderungen stellen, die sich durch die Trockenheit der letzten Jahre und damit verbundenem Krankheits- und Schädlingsbefall ergeben haben. Nicht zuletzt benötigen wir entsprechende personelle und finanzielle Voraussetzungen, um mehr Straßenbäume pflanzen zu können“.

Warum war die Aktualisierung notwendig?

Immer mehr Dresdnerinnen und Dresdner wünschen sich ein attraktives und grünes Wohnumfeld. Allerdings waren in der Vergangenheit die Prioritäten für Straßenbaumpflanzungen im Hauptstraßennetz nicht immer mit den Handlungserfordernissen für Verkehrsbauvorhaben identisch.

Seit 2009 haben sich außerdem viele gesetzliche Grundlagen und Rahmenbedingungen besonders für das Nebenstraßennetz verändert. Die Regelungen der UN-Behindertenrechtskonvention zu Mindest-Durchgangs-Breiten auf Fußwegen sind umzusetzen. Ebenso sind die Forderungen aus dem Bauordnungsrecht zur Sicherung des Brandschutzes und der Gewährleistung eines zweiten Rettungsweges an Gebäuden zu erfüllen, woraus sich Einschränkungen bzw. Verluste von Baumstandorten ergeben.

Auch der Stand der Technik für Pflanzung, Pflege und Bestandssicherung und von Straßenbäumen hat sich weiterentwickelt.
Die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen mit steigenden Temperaturen, zunehmender Trockenheit, vermehrten Unwettern sowie der Befall mit Schädlingen und Krankheiten haben immens an Bedeutung für den Straßenbaumbestand gewonnen und gefährden ihn.

Wer hat am Konzept mitgewirkt?

Das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft aktualisierte das Konzept gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe. Diese bestand aus dem Straßen- und Tiefbauamt, dem Stadtplanungsamt sowie aus den Medienträgern DREWAG Netz, Stadtentwässerung, Telekom und den Dresdnern Verkehrsbetrieben DVB AG.

Was waren die Schwerpunkte der Fortschreibung?

Schwerpunkte der Fortschreibung des Straßenbaumkonzeptes waren: 

  • die Überprüfung und Anpassung der Leitlinien des Konzeptes, 
  • die Überarbeitung der Daten für die Hauptstraßen (Hauptstraßenliste / Hauptstraßenblätter) und 
  • die Überarbeitung und Ergänzung der Dresdner Straßenbaumliste.

Diese Straßenbaumliste wurde vor allem im Hinblick auf im Nebenstraßennetz verwendbare Baumarten geprüft und ergänzt. Inhalt sind nun auch klein- oder schmalkronige Baumarten, die bei beengten Platzverhältnissen Verwendung finden sollen. Die Liste ist auf die Dresdner Verhältnisse zugeschnitten und beinhaltet 132 Straßenbaumarten und 262 Straßenbaumsorten.

Im Fokus des Konzeptes steht neben den überwärmten Stadtteilen das Nebenstraßennetz mit seinen über 3 000 Straßen. Es wurden Bereiche ausgewählt, in denen Baumpflanzungen möglich sein könnten. Die Prüfung erfolgte territorial abgegrenzt für die Stadtbezirke und Ortschaften anhand digitaler Daten. Außerdem enthält das Konzept informative Darstellungen zu innerstädtische Planungen, zum unterirdischen Bauraum und zu alternativer Begrünung.

Hintergrundinformationen

Straßenbaumbestand

In Dresden gibt es zurzeit rund 54.500 Straßenbäume, etwa 35.000 Bäume in Park- und Grünanlagen, auf Spielplätzen und Flächen des Schulverwaltungsamtes sowie rund 15.000 Bäume an Gewässern 2. Ordnung und auf sonstigen kommunalen Flächen.

Kostenentwicklung

Seit 2009 sind die Kosten für die Pflanzung eines Straßenbaums von durchschnittlich 2500 Euro (mit Planung, Substrat, Verankerung, Bewässerungs- und Belüftungseinrichtung, Fertigstellungspflege) durchschnittlich auf das Doppelte, mindestens jedoch auf 4200 Euro pro Baum (Stand 2019) gestiegen.

Gründe sind unter anderem aufwändige Sonderlösungen im beengten Bauraum, Maßnahmen der Standortoptimierung, Umverlegung von Medien, Gehweg-Angleichungen und der Bau von begeh- und berollbaren Baumscheiben an schmalen Fußwegen.

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