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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2020/03/pm_028.php 10.03.2020 11:53:18 Uhr 31.03.2020 19:38:55 Uhr
Meldung vom 09.03.2020

Geht´s noch ohne?

Plakate zur Suchtprävention hängen ab 10. März in der gesamten Stadt

Feierabendbier oder Sektfrühstück – Begriffe, die längst zum Sprachgebrauch im Alltag gehören. Nun fragen jedoch etwa 150 City-Light-Plakate mit einem verschwommenen Motiv der Prager Straße und einer stilisierten Bierflasche im Vordergrund provokant: „Geht´s noch ohne?“ Mit der Plakat-Aktion vom 10. bis 24. März 2020 will das Gesundheitsamt die Dresdnerinnen und Dresdner dazu bewegen, ihren eigenen Alkoholkonsum kritisch zu hinterfragen und somit ein Nachdenken über den Umgang mit der legalen Droge Alkohol anstoßen.

Soll Alkoholkonsum tatsächlich als normal erlebt werden? Sind wir uns der Vorbildfunktion für Kinder und Jugendliche bewusst? Muss tagsüber auf öffentlichen Plätzen, an der Haltestelle, in Bädern getrunken werden oder sollte Alkohol nicht seltenen und besonderen Anlässen vorbehalten sein? Und schließlich: Wie viel Alkohol gehört zu meinem Alltag?

„Wir wünschen uns, dass weniger Menschen im öffentlichen Raum Alkohol trinken. Wenn Bier, Sekt oder Wein konsumiert werden, sollte dies risikobewusst und maßvoll erfolgen. Schließlich ist diese Substanz ein Zellgift – und das in jeder Menge.“, erklärt Dr. Kristin Ferse, Koordinatorin für Suchthilfe und Suchtprävention der Stadt Dresden.

Beim Pro-Kopf-Verbrauch liegt Deutschland hinsichtlich des Alkohol-Konsums unter Erwachsenen weltweit nach Moldawien, Litauen und Tschechien gemeinsam mit Nigeria an vierter Stelle. Hierzulande werden 13,4 Liter reinen Alkohols pro Jahr getrunken. In Dresden ist Alkoholmissbrauch bei Männern ab 18 Jahren der häufigste Krankenhauseinweisungsgrund. Auf die Dresdner Gesamtbevölkerung bezogen der dritthäufigste nach Geburten und Herzinsuffizienzen. Dr. Ferse: „Die Legalität des Suchtmittels Alkohol suggeriert vielen Menschen, dass der Konsum harmlos ist oder in geringen Mengen nicht schädlich. Die Bagatellisierung ist gesellschaftsfähig. Allerdings verursacht ein problematischer Alkoholkonsum bis hin zur Alkoholsucht bei den Betroffenen und deren Umfeld ein großes persönliches Leid und hohe gesellschaftliche Kosten.“

Auf der Seite www.dresden.de/Sucht gibt es für Interessierte ergänzende Informationen zum Thema und weiterführende Links zum Selbsttest.

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