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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2020/02/pm_057.php 28.02.2020 13:15:36 Uhr 29.03.2020 06:01:56 Uhr
Meldung vom 25.02.2020

„Wir wollen Fachwissen vermitteln, beraten, weiterbilden“

Oberbürgermeister Dirk Hilbert zieht Fazit aus der Reise nach Brazzaville, Republik Kongo

Oberbürgermeister Dirk Hilbert ist zurück von seiner einwöchigen Reise in die kongolesische Partnerstadt Brazzaville. Begleitet von einer Delegation nahm er vor Ort viele Fachtermine wahr und konkretisierte einzelne Projekte. Oberbürgermeister Dirk Hilbert: „Bei allen Vorhaben soll das Motto ,Hilfe zur Selbsthilfe‘ im Vordergrund stehen. Dresden möchte Fachwissen vermitteln, beraten, weiterbilden. Und wir möchten den zivilgesellschaftlichen Austausch zwischen unseren Städten fördern. Diese Partnerschaft ist keine Einbahnstraße, auch wir können viel von Brazzaville lernen – Improvisationstalent, Gelassenheit und Frohsinn.“

Ein Schwerpunkt der Reise lag auf dem Thema Bildung. Die Delegation besuchte sechs Bildungseinrichtungen und kam mit Schülern und Lehrkräften ins Gespräch. Gerade in die berufliche Bildung muss vor Ort investiert werden. Oft fehlt es an den Schulen an der notwendigen Ausstattung und Ausbildung der Lehrkräfte. Hier kann die Städtepartnerschaft ansetzen: Deutschlehrer aus Brazzaville können zum Sprachaufenthalt nach Dresden kommen. Dresden unterstützt die beruflichen Gymnasien und initiiert eine Kooperation mit Dresdner Berufsschulen. Außerdem soll der Austausch zwischen Dresdner Schulen und Schulen in Brazzaville angeregt bzw. vertieft werden. Dafür waren die Direktorin des Gymnasiums Dresden-Tolkewitz und ein Französischlehrer des Romain-Rolland-Gymnasiums mit in Brazzaville. Sie tauschten sich mit Lehrkräften in Brazzaville aus und konnten die zukünftigen Partnerschulen besichtigen.

Investition in Bildung bedeutet auch, dass die räumlichen Gegebenheiten entsprechend verbessert werden. An der Schule „Jacques Opangault“, derzeit ohne funktionierende Sanitäranlagen für knapp 2000 Schülerinnen und Schüler, will die Dresdner Hilfsorganisation arche noVa in Kooperation mit einer kongolesischen Hilfsorganisation sanieren.

Beim ersten offiziellen Besuch aus Dresden im Januar 2019 in Brazzaville wurde ein Arbeitsprogramm vereinbart, in dem unter anderem angeregt wurde, dass die deutsche Delegation Experten zum Thema Abfallwirtschaft und Infrastruktur mit nach Brazzaville bringt. So war beispielsweise Thomas Flügge von der VCDB VerkehrsConsult Dresden-Berlin GmbH Teil der Delegation. Er besprach mit den kongolesischen Partnern ihr ambitioniertes Ziel, eine Straßenbahn in Brazzaville einzurichten. Dazu Thomas Flügge: „Dafür bedarf es noch einer sehr detaillierten und umfangreichen Vorplanung und viel Zeit. Die Vision an sich aber ist sinnvoll, wenn man sie in den Kontext einer zukunftsgewandten Stadtplanung stellt.“
Der Geschäftsführer der Dresdner Stadtreinigung Frank Siebert konnte sich in Brazzaville ein Bild von der Abfallwirtschaft machen. Nur im Stadtzentrum wird der Müll eingesammelt und entsorgt. Alle schwer zugänglichen Stadtteile, rund 70 Prozent der Stadt Brazzaville, sind derzeit schlecht an die Abfallentsorgung angebunden. Hier möchte Dresden ansetzen und die kongolesische Kommune unterstützen, eine eigene kommunale Abfallentsorgung aufzubauen.

Auch im Bereich urbane Landwirtschaft möchte Dresden mit den kongolesischen Partnern zusammenarbeiten. Frank Hoffmann, Vorsitzender des Dresdner Stadtverbandes „Dresdner Gartenfreunde“ und ein Vertreter des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft verschafften sich einen Eindruck von ersten Projekten in Brazzaville. Hier gibt es bereits gute Ansätze, wie einen städtischen „Versuchsgarten“, der verschiedenen Gemüsebauern zur Verfügung gestellt wird oder das Projekt „Ein Kind, ein Pflanzkübel“ – welches Kinder an Schulen mit dem Anbauen von Gemüse vertraut machen soll.
Kati Kasper, Leiterin des Heinrich-Schütz-Konservatoriums in Dresden, traf in Brazzaville den Leiter des Kinder- und Jugendorchesters. Sie sprachen über gemeinsame Projekte, die Weiterbildung von Musiklehrern vor Ort und bereiteten dem Orchester eine große Freude durch die Spende von Violinen, Saiten und Noten.

Oberbürgermeister Hilbert zeigt sich zufrieden mit der Reise: „Es war ein sehr dichtes Programm für die Kürze der Zeit. Die kongolesischen Kollegen haben sich ausgesprochen bemüht und uns wieder sehr herzlich empfangen. Alle Delegationsmitglieder haben auf dieser Reise viel gesehen und gelernt und haben nunmehr verstärkt das Bedürfnis, ihren Beitrag für die Städtepartnerschaft Dresden – Brazzaville zu leisten, egal ob Stadtrat, Lehrer oder Fachexperte.“

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