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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2020/01/pm_058.php 24.01.2020 12:28:52 Uhr 23.02.2020 14:32:20 Uhr
Meldung vom 24.01.2020

Kindern aus Suchtfamilien eine Stimme geben

Dresden beteiligt sich an bundesweiter Aktionswoche

Die Hilfe der Dresdner Suchtberatungsstellen nehmen jährlich etwa 800 Dresdner Erwachsene in Anspruch, in deren Haushalten Kinder leben. Die Zahl der Familien mit einer Suchtthematik liegt allerdings weit höher. Bundesweit wird geschätzt, dass etwa jedes sechste Kind in Deutschland aus einer Familie kommt, in der es Alkoholismus oder Drogenabhängigkeit gibt. Etwa sechs Millionen Erwachsene in Deutschland sind als Kinder in Suchtfamilien aufgewachsen.

Die Koordinatorin Suchthilfe und Suchtprävention der Landeshauptstadt Dresden schätzt die Zahlen als alarmierend ein: „Eine elterliche Suchterkrankung stellt ein zentrales Risiko für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen dar. Wir müssen dringend etwas tun. Aus diesem Grund engagieren wir uns nun schon zum zweiten Mal bei der bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien.“ Die jährlich um den Valentinstag stattfindende Aktionswoche findet 2020 vom 9. bis 15. Februar statt und bietet unterschiedliche Veranstaltungen an.

Ausstellung

So wird vom 7. bis 29. Februar im UFA Kristallpalast, St. Petersburger Straße 24 a, die Ausstellung „Alltägliche Geschichten“ gezeigt. Sie wurde durch die Jugend- und Drogenberatungsstelle der Stadt Dresden gestaltet. Sie bildet die Perspektiven der Kinder auf ihre suchtkranken Eltern ab. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Kinos frei und kostenlos zugängig. Informationsmaterial liegt aus.

Vortrag und Gespräch

Wer sich direkt und im Gespräch informieren und austauschen möchte, kann am Mittwoch, 12. Februar, ab 10.30 Uhr ins Familienzentrum „Tapetenwechsel“ des Vereins „Verbund Sozialpädagogischer Projekte“ in die Rathener Straße 115 kommen. Dr. Yulia Golub, Oberärztin und Leiterin der Spezialambulanz für Suchterkrankungen im Kindes- und Jugendalter und der Tagesklinik für Jugendliche an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Uniklinikums wird einen Vortrag halten und aus ihrem Arbeitsalltag berichten.

Film

Die Diakonie Stadtmission Dresden e. V. zeigt am Freitag, 14. Februar, 10 Uhr den Kinder- und Jugendfilm „Mein Leben als Zucchini“ im Kinder- und Jugendhaus PIXEL, Elsterwerdaer Straße 21. Gäste sind willkommen.

Kinderbuch

Es gibt ein Buch für Kinder zu Alkoholproblemen in der Familie. Es heißt „Dani und die Dosenmonster“ und wird aus Anlass der Aktionswoche in zwei Dresdner Kitas vorgelesen. Das Buch beinhaltet pädagogisches Material. Für Multiplikatoren stellt die Stadt Dresden das Buch kostenfrei zur Verfügung.

Radiosendung

Wer tagsüber keine Zeit hat, kann am Dienstag, 28. Januar, 19 bis 23 Uhr das Radio einschalten. Bei MDR Sachsen „dienstags direkt“ diskutieren Betroffene und Fachleute mit unterschiedlichen Perspektiven zum Thema Sucht und beantworten Hörerfragen.

Dr. Kristin Ferse ist ein Umdenken wichtig: „Jahrelang wurde eine Suchterkrankung als ein Problem angesehen, bei welchem nur die betroffene Person selbst leidet. Heute ist bekannt, dass unter abhängigem Alkohol- und Drogenkonsum nicht nur die Erkrankten selber, sondern auch ihre Familienangehörigen, vor allem ihre Kinder leiden. Wir wissen, dass Kinder von suchtkranken Eltern ein sechsmal höheres Risiko als andere Kinder haben, selbst eine Abhängigkeitserkrankung zu entwickeln. Etwa ein Drittel dieser Kinder entwickelt später eine eigene Suchtmittelabhängigkeit, ein weiteres Drittel leidet im späteren Leben unter anderen psychischen Krankheiten und Störungen.“ In der Landeshauptstadt Dresden und bundesweit arbeitende Beratungsstellen bieten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Fragen und Problemen zum Thema Sucht Beratung und Hilfen an.

Auswahl an Betreuungs- und Hilfsangeboten für Familien mit Suchtbelastungen

Jugend- und Drogenberatungsstelle
der Stadt Dresden
Richard-Wagner-Straße 17
Telefon 0351-4885371
www.dresden.de/drogenberatung

Radebeuler Sozialprojekte gGmbH
Leipziger Straße 26
Telefon 0351-8314943
E-Mail info@rasop.de

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Projekt „Mama, denk an mich!“
Fetscherstraße 74
Telefon 0351-4586633

Beratung bei NACOA Deutschland – Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e. V.
Gierkezeile 39, 10585 Berlin
für (erwachsene) Kinder und Jugendliche:
Unter der Nummer 030-35122429 gibt es montags von 10 bis 11 Uhr und von 20 bis 21 Uhr die Möglichkeit, sich beraten zu lassen. Außerhalb dieser Sprechzeit kann über den Anrufbeantworter ein Termin angefragt werden.

Online-Beratung für Kinder und Jugendliche suchtkranker Eltern, sowie für die Eltern in Form von Mail- oder Chatberatung. Der Zugang kann über das Portal der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung → www.bke beratung.de erfolgen. Die Beratung ist kostenfrei und anonym.

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