Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2019/10/pm_044.php 17.10.2019 11:19:47 Uhr 18.11.2019 08:02:41 Uhr
Meldung vom 14.10.2019

Altelbarm soll hochwassergerecht gestaltet werden

Start der Öffentlichkeitsbeteiligung

Die Stadtverwaltung hat einen ersten Entwurf zur künftigen hochwasserangepassten Gestaltung des Altelbarms erarbeitet. Das Konzept liegt vom Montag, 21. Oktober bis Freitag, 8. November2019, zur Einsicht im Umweltamt aus und steht parallel online unter www.dresden.de/hochwasser, Thema „Kleingärten im Abflussbereich“ zur Verfügung.

Im April 2019 bestätigte der Stadtrat, dass ein langfristiges Konzept zu erarbeiten und mit allen Betroffenen abzustimmen ist. Das Dokument soll die grundlegenden Potenziale zur langfristigen hochwasserangepassten Gestaltung des Altelbarms aufzeigen. Daraus wiederum lassen sich Handlungsansätze für konkrete Maßnahmen ableiten. „Neben den wichtigen Funktionen des Altelbarms als Überschwemmungs- und Retentionsraum sollen auch seine Potenziale als Landschafts- und Erholungsraum ausgeschöpft werden“, erklärt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen. „Der Altelbarm spielt eine wichtige Rolle als wertvoller Lebensraum für Flora und Fauna. Das wird in unseren Gestaltungsvorschlägen berücksichtigt“, ergänzt Jähnigen.

Das nun als erster Entwurf vorliegende Konzept basiert auf der Auswertung aktueller Modellierungen der Elbe. Damit sind Aussagen zur Abflussverteilung innerhalb des Altelbarms, zu Fließrichtungen, Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten möglich geworden. „Im Ergebnis ist eine grundlegende Umgestaltung des Altelbarms nicht erforderlich. Es bestehen sogar Gestaltungspotenziale“, sagt Jähnigen. „Weitere Verschlechterungen der bestehenden Abflusssituation dürfen jedoch nicht zugelassen werden. Besonders das unbegrenzte Zuwachsen von einzelnen Abschnitten, weitere bauliche Verdichtung und neue Strukturen quer zur Fließrichtung müssen unterbunden werden. Bisherige Fehlentwicklungen werden wir schrittweise korrigieren“, erläutert sie.

Neben der öffentlichen Auslage des Entwurfs sind mehrere Veranstaltungen vor Ort geplant, in denen das Konzept vorgestellt und mit den Kleingärtnern und anderen Beteiligten diskutiert wird. „Die Erfahrungen, Vorschläge und Vorstellungen von Kleingärtnern und anderen Beteiligten fließen dann in die weitere konzeptionelle Arbeit ein, bevor das Konzept dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt wird,“ so die Umweltbürgermeisterin.

Hintergrund

Der Altelbarm im Dresdner Osten reicht über neun Kilometer von Tolkewitz bis Zschieren. Dieses Areal ist schon lange Überschwemmungsgebiet der Elbe bei Hochwasser. Bereits in alten Karten des 19. Jahrhunderts taucht der Altelbarm unter dem Begriff „Hochflutharm“ auf. Heute beginnt das Elbewasser ab einem Pegel von 650 Zentimetern (gemessen an der Augustusbrücke) in Zschieren einzuströmen. Ab 900 Zentimeter wird der Altelbarm vollständig durchflossen.

Die beiden letzten großen Hochwasserereignisse in den Jahren 2002 und 2013 verursachten große Schäden im Dresdner Altelbarm. Zwar wurde im Jahr 2013 mit einem Pegelstand von 878 Zentimeter der „Durchströmungspegel“ nicht erreicht, trotzdem bilanzierten vor allem die Kleingärtner teilweise hohe Schäden. Auch Straßen, Sportanlagen und Gewässer mussten nach den Fluten repariert und wieder ertüchtigt werden. Der Wiederaufbau der Infrastruktur läuft seit 2013 im Rahmen der Wiederaufbauförderung des Freistaates Sachsen und ist noch nicht ganz abgeschlossen. Für die kurzfristige Instandsetzung von 64 Kleingartenlauben durch die Gartenpächter selbst wurden wasserrechtliche Genehmigungen befristet ausgereicht. Diese laufen am 30. April 2020 aus. Darüber hinaus beschloss der Stadtrat 2015 auf Antrag des Stadtverbandes der Dresdner Gartenfreunde e. V. ein Förderprogramm zur Unterstützung des hochwassergerechten Umbaus der Parzellen, die durch die Kleingärtner freiwillig aufgegeben werden. Bisher sind auf diesem Weg 151 Kleingärten zurückgebaut worden. Das zunächst bis 2022 befristete Förderprogramm wurde deshalb im April dieses Jahres durch den Stadtrat bis 2025 verlängert.

Drucken