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26.09.2019

Zentralhaltestelle Kesselsdorfer Straße ab 29. September in Betrieb

Familienprogramm zur Eröffnung - Umfangreiche Probefahrten und Abnahme nötig

Gemeinsame Presseinformation mit der DVB AG

Die neue Zentralhaltestelle „Tharandter Straße“ der Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) geht am Sonntag, 29. September 2019, 3.30 Uhr in Betrieb. Die Straßenbahnlinien 6, 7 und 12 sowie die Buslinien 61, 63, 90, 333 und A fahren dann wieder auf ihren angestammten Wegen. Der 350 Meter lange, autofreie Fußgängerboulevard auf der unteren Kesselsdorfer Straße sorgt für deutlich mehr Attraktivität im Löbtauer Stadtteilzentrum und beseitigt gleichzeitig einen der schlimmsten Unfallschwerpunkte im Dresdner Liniennetz. Busse und Bahnen halten jetzt in beiden Richtungen an barrierefreien Bahnsteigen und können dort auch problemlos die im Fahrplan vorgesehenen Anschlüsse abwarten. So wird das Ein-, Aus- und Umsteigen für täglich fast 30 000 Fahrgäste komfortabler und sicherer. Die neue Zentralhaltestelle und der Boulevard entstanden im Rahmen des Programms „Stadtbahn Dresden 2020“.

Mehr Lebensqualität durch autofreien Boulevard

„Durch den autofreien Fußgängerboulevard auf der Kesselsdorfer Straße schaffen wir für die Menschen einen Raum mit viel mehr Lebensqualität. Ich bin überzeugt, dass von den neuen Möglichkeiten nicht nur die Fahrgäste von Bus und Bahn profitieren, sondern auch die Händler und Gewerbetreibenden. Und es gibt auf beiden Seiten sichere Radwege“, sagt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain. „Wir bauen einen städtebaulich hochwertigen Platz, auf dem man sich auf seinem täglichen Weg gern aufhält. Mit schattenspendenden Bäumen, Cafés und Bistros im Freien, für diejenigen, die auf ihre Bahn oder ihren Bus warten oder kurz verweilen wollen“, fasst Schmidt-Lamontain zusammen. Insgesamt 31 Bäume werden auf diesem Abschnitt neu gepflanzt. 16 Gold-Gleditschien, vier Rotahorn-Bäume und elf Ginkgo-Bäume.
Abgesehen von einigen Restarbeiten an den Fußwegen und der Fahrgastinformation wird am Sonntag alles fertig sein. „Wir freuen uns, dass wir mit dieser komplizierten Baustelle genau im Zeitplan liegen und auch wie versprochen noch im September den Linienbetrieb aufnehmen können“, betont Andreas Hemmersbach, DVB-Vorstand für Finanzen und Technik. Die Zentralhaltestelle auf der Kesselsdorfer Straße ist die bedeutendste Station im Dresdner Westen und liegt mit ihrer Nachfrage nach Pirnaischer Platz, Postplatz und Hauptbahnhof auf Rang vier aller Haltestellen im DVB-Liniennetz. „Dass die Straßenbahnen und Busse ab Sonntag wieder regulär über die Kesselsdorfer Straße fahren, wird unsere Fahrgäste, aber auch die Anwohner und die lokale Wirtschaft aufatmen lassen“, fügt Hemmersbach hinzu. „Bei allen Beteiligten möchten wir uns für die lange Geduld mit einem Bürgerfest direkt an der neuen Zentralhaltestelle bedanken.“

Familienprogramm zur Eröffnung

Am Sonnabend, 28. September, und damit einen Tag vor der Aufnahme des Regelbetriebs feiern die DVB gemeinsam mit der Löbtau Passage die Wiedereröffnung der Haltestelle. Mehrere Rundfahrten starten ab der Tharandter Straße: 12, 14 und 16 Uhr geht es per Bahn mit einer Weltmusik-Band an Bord ohne weiteren Halt durch die Stadt. Um 13 und 15 Uhr können Kinder und Familien in Begleitung der Maskottchen Leo und Emil Emsig die Stadt per Straßenbahn erkunden. Die Tickets sind begrenzt und kostenlos direkt am Fahrzeug erhältlich. Im DVB-Info-Zelt können sich die Besucher all ihre Fragen beantworten lassen, in einer aufgestellten Fotobox passende Schnappschüsse zur Erinnerung machen oder am Glücksrad und beim interaktiven Quiz ihr Wissen testen. Die Löbtau Passage lädt parallel zu einem bunten Familienprogramm mit Clownerie, Kinderschminken und Malwettbewerb ein.

Probefahrten und Abnahme im Vorfeld

Bevor die neue Strecke sicher in Betrieb gehen kann, sind noch aufwändige Probefahrten und Abnahmen notwendig. Nach dem ersten Schienenschliff für die Gleise prüft ein Spezialfahrzeug die Passgenauigkeit der neu installierten Fahrleitungsanlage. Danach befahren mehrere moderne und historische Fahrzeuge den Abschnitt in jeder denkbaren Richtung, um Gleisgeometrie und Bahnsteige zu testen. Ist all dies erledigt, kann die Aufsichtsbehörde die Strecke freigeben. Der Schienenschleifwagen mit seinen oszillierenden Schleifkörpern gibt den Gleisen noch ihren Feinschliff.

Mehr als 13 Millionen Euro investiert

Die in neun Phasen eingeteilten Bauarbeiten hatten bereits im Juni 2018 begonnen. Ab Januar 2019 demontierten die Bauleute die alten Straßenbahngleise auf der Kesselsdorfer Straße und sämtliche Fahrleitungsanlagen bis zur Bünaustraße. Danach mussten zunächst alle unterirdischen Versorgungsleitungen erneuert werden, bevor neue Gleise, barrierefreie Haltestellenborde und Fahrgastunterstände in Angriff genommen werden konnten. Zwischenzeitlich hatten die DVB einen provisorischen Straßenbahnbetrieb mit Gleiswechsel bis zur Saxoniastraße eingerichtet. Das Straßen- und Tiefbauamt wird plangemäß bis voraussichtlich Ende Oktober noch Restleistungen ausführen.

Die Umgestaltung der Kesselsdorfer Straße gehört zum Projekt „Stadtbahn Dresden 2020“, das eine moderne Straßenbahnverbindung zwischen Löbtau und Strehlen vorsieht und die überlastete Buslinie 61 stufenweise ablösen soll. Die Planungs- und Baukosten der DVB für den nun fertiggestellten Abschnitt beliefen sich auf reichlich 7,5 Millionen Euro. Bund und Freistaat Sachsen fördern mit 75 Prozent. Die städtischen Kosten summieren sich auf 5,9 Millionen Euro. Davon sind 2,6 Millionen Euro Fördermittel.

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