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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2019/08/pm_108.php 30.08.2019 12:37:53 Uhr 16.09.2019 05:11:54 Uhr
30.08.2019

Vertreter der Stadtverwaltung Amman zu Gast

Austausch zu Umweltthemen und gemeinsames Projekt

In dieser Woche weilt eine hochrangige Delegation der Stadtverwaltung Amman (Hauptstadt von Jordanien) als Gast von Oberbürgermeister Dirk Hilbert in Dresden. Die Besucher – Bürgermeister und Amtsleiter aus den Bereichen Planen und Bauen sowie Umwelt und Architektinnen der Deutsch-Jordanischen Universität Amman - informieren sich, wie die Landeshauptstadt Dresden mit den Folgen des Klimawandels umgeht, wie sie zukünftig energieeffiziente Gebäude entsprechend der Deutschen Nachhaltigkeitszertifizierung planen und bauen will und über die Möglichkeiten der Errichtung von Gründächern.

Weitere Themen sind das Kältenetz der DREWAG sowie der Einsatz erneuerbarer Energien in Sachsen, vorgestellt durch die SAENA (Sächsische Energieagentur). Von besonderem Interesse für das anstehende gemeinsame Projekt zwischen beiden Städten Dresden und Amman sind die Vorträge und Besichtigungen am Forschungs- und Entwicklungslabor des Instituts für Bauklimatik an der TU Dresden und zum BMBF-geförderten Projekt „Heat Resilient City“ der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) gemeinsam mit der LH Dresden und weiteren Partnern sowie das Passivhaus des Instituts für Holztechnologie. Zudem stellen die Gastgeber den Öffentlichen Personennahverkehr und Innovationen aus Dresden vor, unter anderem das TU-Forschungsprojekt Carbonbeton als eine zukünftige Art des Bauens und die Produktion des E-Golfs in der Gläsernen Manufaktur von VW. Darüber hinaus wurde der Kontakt mit der Initiatorin des Schulversuchsprojektes „Dresdner Universitätsschule“ vermittelt.

Nach anspruchsvollem Besichtigungs- und Vortragsprogramm warten entspannte Gesprächsmöglichkeiten an den schönsten Plätzen Dresdens, wie dem Luisenhof auf dem Weißen Hirsch, dem großen Garten oder dem italienischen Dörfchen.


Gemeinsames Projekt: Energetische Sanierung eines Familienzentrums in Amman

Dem jetzigen Besuch der Stadtverwaltung Amman in Dresden ging ein Besuch einer Dresdner Delegation aus der Stadtverwaltung (Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung, Umweltamt, Stadtplanungsamt) und einem freien Architekten im Juni diesen Jahres in Amman voraus.

Seit Anfang 2019 bereiten beide Städte ein gemeinsames Projekt für die energetische Sanierung eines Familienzentrums in Amman vor. Familienzentren sind Anlaufstellen für jordanische Frauen und Flüchtlinge aus Syrien und anderen Krisenregionen, in denen sie mit ihren Kindern Betreuung und Unterstützung bei Gesundheitsproblemen, psychologische Betreuung, Kinderbetreuung und -beschäftigung sowie Bildungsangebote für Frauen und Jugendliche finden.

Dresden hatte sich mit einem Projektantrag an den Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit für die Vorbereitung eines Projektes zur energetischen Sanierung eines kommunalen Gebäudes in Amman beworben und die 100-prozentige Förderung dafür bestätigt bekommen.

In Amman konnte die Dresdner Delegation die klimatischen und bautechnischen Rahmenbedingungen, die Abläufe von Bauplanung und -genehmigung und die Art und Weise der Nutzung solcher Gebäude erkunden. Nach Besichtigung mehrerer Familienzentren wurde gemeinsam ein geeignetes Objekt ausgewählt. Die Delegationsteilnehmer setzten sich auch mit der jordanischen Kultur und den historischen Wurzeln dieser Landschaft auseinandergesetzt und knüpften enge Kontakte mit den gastfreundlichen Partnern aus der Stadtverwaltung und der deutsch-jordanischen Universität in Amman.

Ziel der diesjährigen Aktivitäten ist es, bis zum Ende 2019 eine Machbarkeitsuntersuchung und eine grobe erste Planung für die energetische Sanierung des ausgewählten Gebäudes abzuschließen und dies beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit als Grundlage für einen weiteren Projektantrag, welcher dann die Umsetzung des Projektes beinhalten wird, einzureichen.

Hintergrund

Die deutsche Bundesregierung fördert die Kooperation deutscher Kommunen mit Kommunen der Anrainerländer Syriens, um die Lebensbedingung der Menschen in diesen Ländern und der dorthin Geflüchteten zu verbessern. Gefördert werden insbesondere Maßnahmen in den Kommunen zur Verbesserung der Ver- und Entsorgung, des Gesundheitswesens, des Städtebaus und der Bildung. Bei diesen Maßnahmen werden 100 Prozent der anfallenden Kosten durch die Bundesregierung getragen, wenn sie entsprechend der Richtlinien für das Förderprogramm zuvor beantragt und bewilligt wurden. Das Fördervorhaben zwischen zwei Kommunen kann in zwei Stufen gestaltet werden:
Schnellstarterpaket 1: muss innerhalb eines Jahres begonnen und abgeschlossen sein (Förderhöhe 50 TEURO)
Schnellstarterpaket 2: Dauer 3 Jahre, (Förderhöhe 250 TEURO)

Das Projekt geht zurück auf erste Kontakte zwischen einem Dresdner Architekten, welcher im Jahr 2017 an einem Workshop des Bundesministeriums und der GIZ in Amman teilgenommen hat und dabei mit der Stadtverwaltung Amman zu möglichen Kooperationsthemen ins Gespräch kam. Dabei wurde als besonders vordringlich eine Zusammenarbeit bei der energetischen Sanierung von öffentlichen Gebäuden, insbesondere der Familien-Zentren benannt.
Der Projektantrag erfolgte unter Federführung des Amtes für Hochbau und Immobilienverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt.

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